Mittelfeldmann ist Corona-müde

Corona-Müdigkeit bei Goretzka: Die Luft ist raus - FCB-Star beschwert sich über Entfremdung

Leon Goretzka auf dem Trainingsplatz.
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Leon Goretzka ist Fußballromantiker - er findet mit der Corona-Situation auf Dauer nicht tragbar.

Leon Goretzka steht kurz vor seinem nächsten Titelgewinn mit dem FC Bayern. Dass die Luft in dieser Saison schon raus ist, gibt er zu. Eine klare Meinung hat er auch zu Super League.

München - Dem Münchner Mittelfeldmotor Leon Goretzka (26) und seinen Teamkollegen stehen langweilige Tage bevor. Die Bayern werden am Wochenende mit großer Wahrscheinlichkeit die nächste Meisterschaft einfahren. Anschließend geht es für die Mannschaft von Trainer Hansi Flick vom 12. bis 22. Mai ins Quarantäne-Trainingslager nach Grassau im Chiemgau. Zielorientiertes Arbeiten wird dann nicht mehr nötig sein, weil das Saison-Minimalziel erreicht sein wird. Man kann sich vorstellen, dass sich die Lust der Bayern-Stars auf diesen Aufenthalt in Grenzen hält.

Lähmendes Coronavirus: Die Luft ist raus - auch bei den Fußballern selbst

Gefühlt ist die Luft aktuell nicht nur bei den Spielern selbst, sondern auch bei den Fußballfans hierzulande raus. „Ich glaube, dass das leider eine Erkenntnis ist, die aktuell sehr viele haben. Ich würde die Fußballer da gar nicht ausschließen“, stimmt Goretzka in der TV-Sendung Studio Schmitt der allgemeinen Fußballgefühlslage hierzulande zu und begründet diese Form der Entfremdung wie folgt: „Die Antwort liegt auf der Hand – und ist tatsächlich Corona.“

Als Fußballromantiker sei man in den Augen des Nationalspielers ja an mehr interessiert als am Spiel alleine. „Man liebt die Atmosphäre, die im Stadion herrscht. Man liebt den Weg zum Stadion als Fan. Und alles, was dazugehört. Das ist aktuell schlichtweg nicht möglich.“ Dadurch erkläre sich diese Entwicklung.

Leon Goretzka über die Super League: „Es gibt Dinge, die einem zu denken geben müssen“

Neben dieser Corona-Müdigkeit gibt es aber auch noch andere Entwicklungen, die sich negativ auf die Beziehung zwischen Fans und Fußball auswirken: Die irren Summen, die im Profi-Fußball fließen und die beinahe zur Gründung einer Super League geführt hätten. Goretzka vertritt auch hier eine klare Meinung.

„Es gibt Dinge, die einem zu denken geben müssen. Andererseits kann man es auch immer positiv sehen. Bei der Super League hat man gesehen, wie viel Macht man als Fan immer noch hat. Das ist ein Hoffnungsschimmer, dass man so etwas wieder in die richtige Richtung bewegen kann“, lobt der Mittelfeldspieler die Fans, die sich gegen die Einführung dieser Elite-Liga gestellt haben, und gibt das Lob an die Vereine der Bundesliga weiter: „Gerade in Deutschland kann man auch auf den Fußball stolz sein und die Vereine, die sich bewusst dagegen entschieden haben. Ich persönlich habe mich da sehr darüber gefreut und glaube, dass es eine Initialzündung sein kann in die richtige Richtung.“

Zur Erinnerung: Sowohl der FC Bayern als auch Borussia Dortmund hatten sich nach Bekanntwerden der Pläne umgehend gegen eine Super League positioniert. „Unsere Mitglieder und Fans lehnen eine Super League ab“, sagte FCB-Präsident Herbert Hainer damals. Immerhin ein Anfang, damit sich Fans und der Fußball wieder annähern. - bok, pk

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