Bling-bling-Vorurteile

Bayern-Star Leroy Sané gesteht: Eine Jugendsünde bereut er extrem

Leroy Sané wird nicht nur wegen seiner Leistung, sondern auch für seine Außendarstellung kritisiert. Jetzt setzt sich der Bayern-Star zur Wehr.

  • Leroy Sané wechselte im Sommer für 45 Millionen Euro plus Boni zum FC Bayern.
  • In München konnte sich der Königstransfer noch nicht behaupten.
  • Auch außerhalb des Platzes muss sich Sané immer wieder wegen seines Lebensstils Kritik gefallen lassen.

München - Leroy Sané wartet beim FC Bayern noch auf seinen Durchbruch. In der Öffentlichkeit wird der Superstar oft kritisch beäugt. Vor dem Spiel gegen seinen Ex-Klub Schalke 04 gab er ein Interview, in dem er über sein Image sprach.

„Ich wusste, dass ich mich bei Bayern noch mehr zeigen muss und ich mehr im Blickfeld stehen würde, als es in England der Fall war“, sagt Sané im Spiegel-Interview. Sané kam im Sommer von Manchester City als Königstransfer an die Säbener Straße, die Erwartungen konnte er noch nicht vollauf erfüllen. „Ich weiß, dass ich nach meinem Kreuzbandriss noch nicht wieder auf meinem Topniveau bin. Aber ich arbeite sehr hart daran, dort hinzukommen“, versprach Sané.

Oft wird der 25-Jährige nur eingewechselt oder sogar vorzeitig wieder ausgewechselt, wie kurz vor Weihnachten im Bundesliga-Topspiel in Leverkusen. Der Aufschrei in den Medien war groß, ist Sané überhaupt gut genug für die Bayern? In diesem Jahr läuft es aber schon deutlich besser, die Mannschaft steht hinter ihm. Sané kommt in den ersten fünf Pflichtspielen auf jeweils zwei Tore und Vorlagen.

FC Bayern: Sané will nicht in Bling-Bling-Schublade rutschen

Ein Grund für die teils harte Kritik ist wohl Sanés Außendarstellung. Der Nationalspieler eckt mit seiner lässigen Attitüde an und wirkt auf viele Menschen gar arrogant. „Ich kann das sogar ein bisschen verstehen. Wenn ich in der Öffentlichkeit bin, bleibe ich eher distanziert“, sagte Sané im Spiegel und liefert die Begründung gleich hinterher: „Ich will nicht so viel von mir preisgeben. Das kann schon mal falsch rüberkommen. Beabsichtigt ist das nicht. Und ich bin auch nicht so.“ Sané muss gegen viele Vorurteile ankämpfen, sieht aber auch sich selbst in der Pflicht: „Mir ist aber klar, dass ich mich auch etwas mehr öffnen muss, damit sich das ändert.“

Der Offensiv-Dribbler meint, dass er in der Öffentlichkeit falsch rüberkomme. „Sie können gern mal zu mir nach Hause kommen und nachsehen, ob da wirklich Diamanten, Goldketten und solches Zeug rumliegen. Nichts davon besitze ich. Trotzdem stecken mich die Leute in diese Bling-Bling-Schublade“, erklärte Sané. Auch mit seinem Styler-Image möchte er aufräumen. „Dabei bin ich kein Typ, der sich ewig im Badezimmer stylt. Ich stehe morgens auf, putze mir die Zähne und fahre oft in kurzer Hose zum Training, das dauert fünf Minuten.“

FC Bayern: Sané mit Felljacke und selbstverliebtem Tattoo

Als Sané vor zwei Jahren zur Nationalmannschaft mit einer ausgefallenen Felljacke anreiste, befeuerte er dieses Image zusätzlich. Es wurde sogar ausgerechnet, wie teuer das Outfit war. „Ich liefere den Menschen mit solchen Auftritten offenbar Stoff, obwohl ich das gar nicht will. Von daher muss ich mich natürlich selbst hinterfragen. Letztlich will ich aber einfach nur das anziehen, was mir gefällt“, so Sané.

Für große Irritationen sorgte auch ein Tattoo. Sané trägt ein großes Bild von sich selbst beim Torjubel auf dem Rücken. „Mich hat gewundert, dass dieses Thema so groß durch die Medien ging, ich war ja noch ein absoluter Jungspund“, zeigte sich Sané überrascht. Mittlerweile ist er aber einsichtig: „Heute würde ich mich anders entscheiden. Ich war jemand, der vor allem in jungen Jahren erst einmal gegen die Wand laufen musste, auch wenn es wehtat, um daraus zu lernen.“ (ck)

Rubriklistenbild: © Joachim Sielski via www.imago-images.de

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