Für Flick-Verbleib „alles versucht“

Zoff zwischen Flick und Salihamidzic: Jetzt schalten sich Hoeneß und Kahn ein

Uli Hoeneß und Oliver Kahn stärken Brazzo den Rücken.
+
Uli Hoeneß und Oliver Kahn stärken Brazzo den Rücken.

Bayerns Sportvorstand Hasan Salihamidzic geriet zuletzt wegen des Streits mit Hansi Flick in die Kritik, nun bekam er Rückendeckung von Uli Hoeneß und Oliver Kahn.

München - Die letzte Spielzeit FC Bayern* verlief sportlich nicht wie geplant, was wohl auch den zwischenmenschlichen Konflikten beim Rekordmeister geschuldet war. Am Saisonende zerbrach das fragile Verhältnis zwischen Sportvorstand Hasan Salihamidzic und dem scheidenden Flick endgültig. Uli Hoeneß und Oliver Kahn* verteidigten Salihamidzic nun für dessen Arbeit und kommentierten den Zwist zwischen Sportvorstand und Trainer.

FC Bayern: Kahn äußert sich zu „Reibereien“ zwischen Brazzo und Flick - „Haben alles versucht, um Hansi zu halten“

Der designierte Bayern-Boss Kahn spielte die Differenzen zwischen Sportvorstand und Trainer im Sport1-Interview dabei sogar etwas herunter. „Es liegt in der Natur der Sache, dass es da auch mal unterschiedliche Auffassungen geben kann. Der Trainer schaut immer auf den aktuellen Kader. Der Sportvorstand muss vor allem in der Coronazeit auf die wirtschaftlichen Aspekte achten“, so die diplomatische Erläuterung des ehemaligen Welttorhüters.

Dass der Zoff zwischen den beiden Seiten in die Öffentlichkeit getragen wurde, hält Kahn rückblickend für einen Fehler. „Es ist nicht so, dass wir uns im Rückblick alle auf die Schulter klopfen. Wir haben sicherlich nicht alles richtig gemacht“, übte er sich in Selbstkritik. „Trotz der Reibereien haben wir meiner Meinung nach alles versucht, um Hansi in München zu halten“, verriet er außerdem. Letztlich musste der Verein Flicks Entscheidung jedoch akzeptieren.

Video: Der Coach-Vergleich

FC Bayern: Uli Hoeneß stärkt Salihamidzic den Rücken - „Kann die Kritik nicht nachvollziehen“

Auch abseits der Meinungsverschiedenheiten mit dem Trainer wird Salihamidzic besonders für Transfers kritisiert, was bei Kahn und Uli Hoeneß* nur Verwunderung auslöst. „Ich kann die Kritik an Salihamidzic nicht nachvollziehen. Ich war 40 Jahre beim FC Bayern in leitender Funktion und bin weiterhin im Aufsichtsrat. Immer, wenn wir einen Spieler gekauft haben, waren alle im Verein dafür verantwortlich. Und nicht der Trainer oder der Manager alleine. Das ist jetzt nicht anders“, stellt sich Hoeneß hinter den Ex-Profi. Dass ein einzelner Verantwortlicher einen Spieler kauft, sei schon aufgrund der Satzung der AG nicht möglich.

Kahn pflichtet Hoeneß bei, Salihamidzic habe derzeit „die schwierige Aufgabe, Transfers in Zeiten von Corona abzuwickeln“. Die Kritik an den Entscheidungsträgern müsse der FC Bayern „verkraften können“, meinte der 51-Jährige. „Es gibt eine ausgeprägte Streitkultur bei uns. Das ist auch Teil unseres Erfolgs: dass es so viele starke Persönlichkeiten gibt. Trotzdem findet man zum Schluss immer zu einem Konsens“, stellte er klar.

Ob die Klub-Spitze tatsächlich etwas aus dem Kapitel Hansi Flick gelernt hat, wird sich spätestens in der kommenden Saison zeigen, wenn mit Julian Nagelsmann ein eigenwilliger Trainer an die Isar wechselt. (ajr)

Auch interessant:

Kommentare