Er ist schon im Reserveteam beim Training

Streichliste des FC Bayern: Weiterer Mittelfeld-Star dürfte mittlerweile dabei sein

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Javi Martinez (l.) wackelt beim FC Bayern, Thiago (Mitte) und Corentin Tolisso sitzen vergleichsweise fest im Sattel.

Der FC Bayern muss sich neu aufstellen und die Weichen für die Zukunft stellen. Welcher der aktuellen Stars steht auf der Kippe, wer könnte (vorzeitig) gehen? Für einen Weltmeister wird‘s eng.

Update vom 6. Dezember 2018, 10.52 Uhr: Auch für Javi Martinez könnte die Luft beim FC Bayern jetzt dünner werden. Die letzten Spiele des Rekordmeister lassen diese Tendenz erkennen. Denn nachdem Niko Kovac den Spanier auf der Doppelsechs mit Joshua Kimmich durch Leon Goretzka ersetzt hatte, zeigte sich der Trainer deutlich zufriedener. Kimmich und Goretzka „ergänzen sich gut“, hatte er gesagt. Die Variante Martinez/Kimmich habe aber vor allem in Dortmund die Anweisungen „nicht so interpretiert, wie ich es mir vorgestellt habe.“ Der Kicker berichtet nun auch, dass sich Javi Martinez unter der Woche in der zweiten Übungsgruppe wiederfand - als Folge seiner Formschwäche.

Der Vertrag des Weltmeisters von 2010 läuft noch bis 2021, für ihn dürfte der FC Bayern also noch ordentlich Ablöse kassieren können. Zusätzliche finanzielle Einnahmen würden zudem dem Plan der Roten zugute kommen, die im Sommer laut Präsident Uli Hoeneß bekanntlich „in großem Stil“ in die Mannschaft investieren und bei dem ein oder anderen Transfer „ein Auge Zudrücken“ will.

Die Streichliste des FC Bayern: Einigen Stars droht das (vorzeitige) Aus

News vom 3. Dezember 2018: Der FC Bayern taumelt durch die Saison und nicht wenige machen das an der Transferpolitik im Sommer fest. Zwar steht auch der neue Trainer Niko Kovac in der Kritik, die wenigsten Experten und nur ein Teil der Fans sieht aber den Casus knacksus beim Übungsleiter, der zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt an die Isar gewechselt war.

Fakt ist: Der FC Bayern hat mit einem Durchschnittsalter von 27,1 den ältesten Kader der gesamten Bundesliga (vgl. Borussia Dortmund: 24,8 Jahre). Mit Serge Gnabry und Leon Goretzka kamen gerade einmal zwei neue und hungrige Spieler an die Säbener Straße, ein Umbruch ist das definitiv noch nicht. Immerhin: Mit Alphonso Davies (18) stieß vor Kurzem ein hoffnungsvolles Talent zum FC Bayern dazu.

FC Bayern München kämpft mit Überalterung im Kader

Nach sechs Meisterschaften in Folge und nur wenig Personalwechsel im langsam aber sicher überalternden Kader scheint der Hunger im Team ein wenig flöten gegangen zu sein. Die Folge: Der FC Bayern muss die Mannschaft umkrempeln, für neue Akteure kräftig und klug investieren und den bestehenden Kader ausmisten. „Wir haben einiges zu tun“, hatte zuletzt Sportdirektor Hasan Salihamidzic angekündigt. „Wir werden einige Sachen tun – im Winter, im Sommer.“ Hinzu kommen die Berichte, dass einige Spieler intern als angezählt gelten, mit Trainer Niko Kovac Probleme hätten und sich ein wenig hängen ließen.

Rafinha, Arjen Robben, Mats Hummels und Sandro Wagner (v.l.) auf der Bank des FC Bayern.

Einige aktuelle Spieler des FC Bayern, darunter auch Weltmeister, stehen gehörig auf dem Prüfstand, teilweise trotz noch längerfristigen Verträgen.

Streichliste des FC Bayern: Verträge von Ribéry und Robben laufen aus

Franck Ribéry (35, Vertrag bis 2019): Der Franzose wechselte 2007 von Olympique Marseille zum FC Bayern, damals war der damals 24-Jährige selbst Teil eines Umbruchs und einer Investition in die Zukunft. Die Münchner nahmen damals 30 Millionen Euro für ihn in die Hand. Seinen Zenit hat er allerdings überschritten, immer häufiger fällt er durch Verfehlungen neben dem Platz auf - Stichwort Watschn-Affäre gegen Journalist Patrick Guillou. Sein Vertrag läuft aus und es darf stark bezweifelt werden, dass er nochmals um ein Jahr verlängert wird. Laut Sport Bild sondiert Ribéry bereits den Markt, sichtet vor allem Angebote aus dem Ausland.

Arjen Robben (34, Vertrag bis 2019): Ähnlich wie Franck Ribéry ist auch der Holländer nicht mehr so fit wie früher, als er beispielsweise den FC Bayern 2013 zum Champions-League-Sieg schoss. Robben allerdings kann noch immer Spiele alleine entscheiden. „Ich hoffe, dass es jetzt die nächsten Wochen so bleibt“, sagte er nach dem 5:1 gegen Benfica und seinem Doppelpack. Er gab aber auch zu: „Ich bin nicht mehr der Jüngste. Aber wenn es so funktioniert, ist es nicht schlecht.“ Mittlerweile hat Arjen Robben bestätigt, dass es sein letztes Jahr beim FC Bayern sein wird.

Rafinha (33, Vertrag bis 2019): Der Deutsch-Brasilianer ist noch immer die Allzweckwaffe des FC Bayern - seit dem Abgang von Juan Bernat zu PSG sogar die einzige mit Erfahrung. Doch auch an ihm nagt der Zahn der Zeit, vor einem Jahr sprach er über den Wunsch, in naher Zukunft in seine Heimat zurückkehren zu wollen. Und: Als neuer Verteidiger ist Weltmeister Benjamin Pavard (VfB Stuttgart) im Anflug.

Streichliste des FC Bayern: James hat Kredit verspielt, Wagner ist unzufrieden

James Rodriguez (27, ausgeliehen bis 2019): Sehr lange schien es auf bayerisch gesagt eine „gmahde Wiesn“ zu sein, dass der Kolumbianer, der aktuell noch von Real Madrid ausgeliehen ist, per Ausstiegsklausel und Option für 42 Millionen Euro fest verpflichtet wird. Dem ist nach den letzten Wochen, in denen er nur Bankdrücker war und es vermehrt Berichte über ein schlechtes Verhältnis zu Trainer Niko Kovac gab, nicht mehr so. „Wir sind jetzt im November und ich glaube, es macht jetzt keinen Sinn, im November schon über dieses Thema zu sprechen“, wiegelte Karl-Heinz Rummenigge das Thema zuletzt ab. Die Zeichen stehen auf Trennung. 

Sandro Wagner (31, Vertrag bis 2020): Er kam in der Winterpause 2017/18 für 13 Millionen Euro aus Hoffenheim zum FC Bayern - als Back-up für Robert Lewandowski. Das war ihm bewusst, aber genau diese Rolle stört den Angreifer zunehmend. „Das ist natürlich nicht das, was ich mir vorstelle“, sagte er nach seinem erst zweiten Einsatz von Beginn an im DFB-Pokal Ende Oktober. Gerüchte über mögliche neue Arbeitgeber Wagners gibt es bereits.

Streichliste des FC Bayern: Weltmeister wackeln, Leistung nicht optimal

Jerome Boateng (30, Vertrag bis 2021): „Wenn ein Verein kommt und er kundtut, dass er zu diesem Verein wechseln möchte, werden wir uns damit befassen.“ Zitat Karl-Heinz Rummenigge über einen Abgang von Jerome Boateng, kurz vor dem Start der Fußball-WM 2018. Das Ende ist bekannt, ein Wechsel kam nicht zustande. Zum einen, weil ihn Niko Kovac überzeugen konnte zu bleiben und weil allen voran Paris Saint-Germain die geforderte Ablösesumme von 50 Millionen Euro nicht zahlen wollte. Die Leistungen des 30-Jährigen ließen zuletzt zu wünschen übrig, die Nationalmannschaft verzichtete sogar zuletzt auf ihn. Gut möglich, dass ihn der FC Bayern mittlerweile für deutlich weniger Geld ziehen lassen würde.

Mats Hummels (29, Vertrag bis 2021): Der Weltmeister ist von seiner damaligen Form weit entfernt, ähnlich wie Boateng. Im Oktober gab es bereits Gerüchte um einen Wechsel nach England, im November gab es nach dem 2:3 in Dortmund gehörig Wirbel um sein Interview, in dem er angab, erkältet zu sein. Unumstritten ist der Abwehrrecke, der aus der Bayern-Jugend stammt, längst nicht mehr. Erschreckend, wie er teilweise von jungen Spielern abgehängt wird. Hummels muss sich steigern, keine Frage.

Thomas Müller (29, Vertrag bis 2021): Die Nerven beim eigentlichen Spaßvogel und Gute-Laune-Garanten sind angespannt, das wurde vor allem beim Interview nach dem 2:1-Erfolg im DFB-Pokal bei Regionalligist Rödinghausen klar. Müller beendete das Gespräch vorzeitig und sichtlich genervt. Stammspieler beim FCB ist er längst nicht mehr, sein Status als Publikumsliebling hat unter seiner sich im Sinkflug befindlichen Form ebenfalls gelitten. Aber ein FC Bayern ohne Ur-Bayer und Identifikationsfigur Thomas Müller, ist das wirklich denkbar?

Florian Weiß

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