Einstiger Weggefährte wird deutlich

Philipp Lahm: Thomas Hitzlsperger teilt gegen Bayern-Legende aus - „Einfach falsch“

Feierte mit dem FC Bayern und dem DFB große Erfolge: Philipp Lahm.
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Feierte mit dem FC Bayern und dem DFB große Erfolge: Philipp Lahm.

Philipp Lahm hat beim FC Bayern München und beim DFB eine Traum-Karriere hingelegt. Von seinem Weggefährten Thomas Hitzlsperger gibt es nun aber Kritik.

München - Er hat fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt: Philipp Lahm. Der Münchner ist eine Legende im deutschen Fußball. Weltmeister, Champions-League-Sieger, Deutscher Meister, DFB-Pokal-Sieger - und dann auch noch Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft* und mittlerweile Turnierdirektor der EM 2024 in Deutschland: Lahm hat einen äußerst beeindruckenden Briefkopf.

Und: Er ist auch noch Buchautor*. 2021 brachte er sein zweites Werk heraus, „Das Spiel. Die Welt des Fußballs“. Darin geht Lahm auch auf das Thema Homosexualität im Profi-Sport ein. Zwar glaube er an die nötige Reife eines aktiven Profis, der sich outen möchte, und auch an den Rückhalt aus dessen persönlichen Umfeld. Aber er schreibt auch: „Er wird nicht mit der gleichen Reife bei allen Gegnern im Sport und ganz sicher nicht in allen Stadien rechnen dürfen, in denen er antritt.“

Lahm unterstrich in einem Interview mit Dunja Hayali außerdem: „Ich sage nur: Es ist ein unglaublicher Druck für denjenigen, der sich während seiner Karriere outet. Ich würde es mir wünschen, dass es normal wäre, wenn sich jemand outet und er wird nicht angefeindet.“

Im Video: Coming-out? Philipp Lahm „will auf Gefahren hinweisen“

Philipp Lahm: Weggefährte Thomas Hitzlsperger äußert Kritik

Mit Thomas Hitzlsperger hat ein bekanntes Gesicht aus dem Fußball-Kosmos seine Homosexualität öffentlich gemacht - allerdings erst nach der aktiven Karriere im Jahr 2014. Inzwischen ist der gebürtige Münchner, der mit Stuttgart 2007 Deutscher Meister wurde und mit Lahm bei der WM 2006 und der EM 2008 für Deutschland* spielte, Sportvorstand beim VfB.

Dem kicker sagte er nun in Bezug auf seinen einstigen Weggefährten: „Ich respektiere die Meinung von Philipp Lahm. Es ist aber eher kontraproduktiv in dieser Debatte.“ Und weiter: „Er hat sich schon häufiger dazu geäußert, er wird seine Gründe dafür haben. Für eine spürbare Veränderung gehört es auch dazu, dass sich ein aktiver Fußballer oder mehrere outen.“

Coming-out im Profi-Sport: Thomas Hitzlsperger wünscht sich mehr Unterstützung von Ex-Stars wie Philipp Lahm

Gerade von schillernden Fußball-Persönlichkeiten wie Lahm wünsche sich Hitzlsperger mehr Unterstützung. „Ich glaube, dass sich schon viel verbessert hat. Wenn aber jemand vom Format eines Philipp Lahm vom Coming-out abrät, dann hat das eine Wirkung.“ Hitzlsperger selbst habe sich damals „auch informiert, gelesen und geschaut, um einzuschätzen, ob ich richtig liege mit dem, was ich möchte. Wenn der ehemalige überragende Fußballer Philipp Lahm sagt: Lass das mit dem Coming-out - dann hat das einen Einfluss. Ich glaube, das ist nicht zielführend. Ich respektiere seine Meinung, glaube aber, dass er mit manchen Argumenten einfach falsch liegt“.

Lahm reagierte zunächst nicht auf die Hitzlsperger-Aussagen. Der einstige Bayern*-Kapitän ist aber bekannt dafür, in den Dialog zu gehen. Gegenüber dem ZDF sagte er damals in Bezug auf Coming-outs nämlich auch: „Jeder, der das machen will, kann mich kontaktieren und hat meine hundertprozentige Unterstützung.“ (akl) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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