Bundesliga wieder spannend

Leipzig sitzt den Bayern im Nacken! Flick hat aber noch ein verstecktes Ass im Ärmel

Gute Laune bei Bayern-Trainer Hansi Flick.
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Gute Laune bei Bayern-Trainer Hansi Flick.

Der FC Bayern hat in der Bundesliga die Kurve gekriegt - gerade noch rechtzeitig. Leipzig hat in letzter Sekunde gegen Gladbach triumphiert und sitzt dem FCB im Nacken. Wir machen den Formcheck.

München - Am frühen Samstagabend schien alles wie immer: Der FC Bayern hatte den 1. FC Köln mit 5:1 besiegt und Verfolger RB Leipzig lag zur Pause 0:2 gegen Borussia Mönchengladbach zurück. Das Rennen um die deutsche Meisterschaft schien früh zu einem Münchner Solo zu verkommen. Doch dann sahen die Leipziger Bullen rot, bezwangen Gladbach in der Nachspielzeit mit 3:2. Elf Spieltage vor Schluss liegen FCB und RB zwei Punkte auseinander, es winkt ein Duell um den Titel. Die tz macht den Meister-Check.

Meister-Formcheck Bayern gegen Leipzig: Die aktuelle Form

Spricht für die Sachsen! Leipzig feierte zuletzt fünf Liga-Siege am Stück, die Bayern hingegen taten sich national zuletzt schwerer, patzten gegen Bielefeld (3:3) und Frankfurt (1:2). Auch beim klaren Heimerfolg gegen Köln offenbarte der Rekordmeister bedenkliche Schwächen in der Defensive. „In der Zukunft müssen wir uns ankreiden lassen, dass wir nicht mehr diese wackeligen Phasen im Spiel haben“, meinte Serge Gnabry. Immer wieder waren die Kölner über die Seite von Alphonso Davies durchgebrochen.

„Wir schauen mit Sicherheit nicht darüber hinweg, was in gewissen Phasen passiert ist“, sagte Hansi Flick, der vor der genauen Fehleranalyse aber erst mal eine Nacht darüber schlafen wollte. Die Abwehrschwäche ist nämlich keine neue Erscheinung: Nach 23 Partien schlug es bereits 32 Mal hinter Manuel Neuer ein. Ganz anders sieht es bei den Leipzigern aus. Mit 20 Gegentreffern stellt RB hinter Wolfsburg (19) die zweitbeste Defensive der Bundesliga. Dafür kommt der Verfolger nur auf 43 eigene Tore (1,8 im Schnitt), die Bayern auf satte 67 (2,9). Leipzig-Coach Julian Nagelsmann versprach nach dem Dreier gegen Gladbach: „Wir versuchen alles, um die Bundesliga spannend zu halten.“

Meister-Formcheck Bayern gegen Leipzig: Personal

Der FCB freute sich gegen Köln über die Rückkehr von Serge Gnabry und Thomas Müller, aus der Stamm­elf fehlte nur noch Benjamin Pavard (Corona). Die Ausfälle von Alexander Nübel, Tanguy Nianzou, Corentin Tolisso und Douglas Costa sind zu verschmerzen. Bei RB fehlen nur Winter-Einkauf Dominik Szoboszlai und Konrad Laimer. Aufregung gab’s am Samstag um Angeliño, der laut Klub mit muskulären Problemen gegen Gladbach ausfiel. Der Spanier twitterte: „Keine Muskel-Pro­bleme, ich bin fit.“ Diesen Kommentar löschte er wieder, eine Strafe droht ihm nicht.

Meister-Formcheck Bayern gegen Leipzig: Erfahrung

Hier liegen die Bayern uneinholbar vorne! Der Klub-Weltmeister und Champions-League-Sieger aus München peilt heuer den neunten Meistertitel in Serie an. Im Kader von RB Leipzig steht derweil nicht ein Spieler, der die Schale in Deutschland schon gewonnen hat. Nagelsmann kommt mit 33 Jahren als jüngster Bundesliga-Coach daher, Flick (56) gehört zum älteren Semester. Das setzt sich auf dem Rasen fort: Leipzigs Startelf ist in der Regel rund zwei Jahre jünger als die Münchner. Die Säulen bei RB heißen Dayot Upamecano (22, wechselt im Sommer nach München), Marcel Sabitzer (26) oder Dani Olmo (22).

Bei Bayern sind Führungsspieler wie Manuel Neuer (34), Thomas Müller (31) oder Robert Lewandowski (32) deutlich erfahrener. Trotzdem lässt sich bei RB ein Lerneffekt ausmachen. „Sie standen im Pokalfinale und im Halbfinale der Champions League“, meinte Sky-Experte Lothar Matthäus nach dem Sieg gegen Gladbach. „Ich glaube, dass sie vor ein, zwei Jahren ein solches Spiel nicht gewonnen hätten. Jetzt sind sie abgeklärter. So kann man Meister werden!“

Meister-Formcheck Bayern gegen Leipzig: Ausblick

Durch das Pokal-Aus in Kiel steht den Bayern vor den Spielen gegen Dortmund (6. März) und Bremen (13. März) je eine ganze Trainingswoche zur Verfügung. Kann das vielleicht sogar zu einem entscheidenden Vorteil werden? Anschließend geht’s im Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Lazio (17. März) und gegen Stuttgart (20. März). Nach der Länderspielpause folgt das Topspiel gegen Leipzig (3. April). Die Bullen sind schon am Mittwoch im Pokal gegen Wolfsburg gefordert, danach gegen Freiburg (6. März), Liverpool (10. März), Frankfurt (14. März) und Bielefeld (19. März). In der Königsklasse droht nach dem 0:2 im Hinspiel gegen Liverpool das Aus – ein Vorteil im Meisterschaftskampf? Jonas Austermann

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