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Lahm: "Wir müssen uns alle hinterfragen"

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München - Aus der Traum! Der FC Bayern ist auf dem Weg zur historischen Triple-Verteidigung mit einem nie dagewesenen Debakel krachend gescheitert. Hier lesen Sie die Stimmen.

Update: Reaktionen auf das Champions-League-Debakel des FC Bayern, Pressestimmen und aktuelle News rund um das Spiel lesen Sie in unserem Ticker "Der Bayern-Tag nach der Real-Watschn".

Der erschreckend rat- und chancenlose Titelträger unterlag dem in allen Belangen überlegenen spanischen Rekordmeister Real Madrid vor den Augen des desillusionierten Uli Hoeneß im Halbfinal-Rückspiel der Champions League 0:4 (0:3). Für die Bayern bedeutete dies die höchste Heimpleite in ihrer 48-jährigen Europapokal-Geschichte (bisher viermal 0:2).

„Wir hatten uns viel vorgenommen, aber haben bei zwei Standardsituationen nicht aufgepasst. Wir haben unser Spiel viel zu offen gestaltet. Das ist eine große Enttäuschung, wir müssen uns alle hinterfragen. Aber wir dürfen jetzt nicht alles schlecht reden, was wir in den letzten zwei Jahren geleistet haben“, sagte Bayern-Kapitän Philipp Lahm ganz realistisch kurz nach Spielende beim ZDF. Nationaltorwart Manuel Neuer analysierte nüchtern: „Wir haben keine Tore geschossen, deshalb sind wir ausgeschieden. Zudem haben wir heute zwei schnelle Gegentore durch Standards bekommen, dass darf nicht passieren. Wür dürfen jetzt aber nicht zurückschauen, sondern müssen nach vorne gucken.“

Trainer Pep Guardiola erklärte: "Wir haben schlecht gespielt, das ist meine Verantwortung, da habe ich mich vertan. Wir sind auf dem höchsten Niveau in Europa, da werden solche Fehler bestraft. Es wird immer etwas hängen bleiben, aber ich werde versuchen, die Spieler aufzubauen."

Sein Gegenüber Carlo Ancelotti gab zu: "Wir waren vor dem Spiel schon etwas besorgt. Aber wir wollten mehr Druck als im Hinspiel ausüben und gut kontern, das ist uns gut gelungen." Fürs Endspiel hat der Real-Coach keinen Wunsch-Gegner. "Für uns ist die Hauptsache, dass wir ins Finale gekommen sind, der Gegner ist mir relativ egal.“

Arjen Robben, der die Mannschaft vor dem Spiel noch einmal im Kollektiv auf dem Platz motiviert hatte, meinte: „Glückwunsch an Real. das war heute nach dem 0:2. Wir mussten für die Fans alles geben, was wir noch konnten. Das war eine klare Sache. Die Niederlage muss man akzeptieren. Da muss man nicht mehr rüber reden, sondern nach vorne schauen."

Pressestimmen: "Abreibung statt Aufholjagd"

FCB-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge war mit der Einstellung der Bayern-Mannschaft unzufrieden: „Wir haben ein Debakel erlebt“, sagte er im ZDF. Bei Sky ergänzte er: „Wir haben zu wenig Leidenschaft in die Waagschale gelegt.“ Die Mannschaft habe „ein Stück weit die Grenzen aufgezeigt bekommen“. Trotzdem mahnte Rummenigge: „Wir müssen jetzt die Nerven behalten und rational bleiben.“

Sportvorstand Matthias Sammer zeigte sich als fairer Verlierer. "Wir sind an einer großen Mannschaft gescheitert", so der Sportvorstand, "die sich in beiden Spielen verdient durchgesetzt hat. Nach dem schnellen 0:2 waren wir nahezu chancenlos, das muss man anerkennen, auch wenn es für uns traurig ist. Letztes Jahr waren wir der Champion, jetzt müssen wir uns wie ein Champion verhalten und Real gratulieren. Wir wollen aus einer guten Saison im Pokalfinale noch eine sehr gute machen."

Auf der anderen Seite freute sich Real-Star Gareth Bale. Er zeigte sich begeistert: "Das ist ein fantastisches Ergebnis für uns. Unsere Taktik ist voll aufgegangen.“ 

sid/dpa

Bilder & Einzelkritik: Ein Bayer bekommt Note 6

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