Harte Anschuldigungen

VfB-Sportdirektor platzt nach FCB-Sieg der Kragen - „Ich behaupte, wenn es umgekehrt wäre, ...“

Nach dem 3:1-Sieg des FC Bayern beim VfB Stuttgart wütete der Sportdirektor der Gastgeber aufgrund zwei vermeintlicher Fehlentscheidungen des Referees.

  • Die Bayern erkämpften sich am Samstag einen Auswärtssieg beim VfB Stuttgart.
  • Nach der Partie gab es jedoch Ärger beim VfB-Sportdirektor, der eine Benachteiligung seines Teams vermutet.
  • Einen Handelfmeter hätten die Schwaben gerne gehabt, auch ein eigener Treffer wurde aberkannt.

Stuttgart - Lange Zeit war das Bundesliga-Match zwischen dem VfB Stuttgart und dem FC Bayern am Samstagnachmittag äußerst spannend. Fast eine ganze Halbzeit lang trennte die Teams nur ein Tor, bis die Münchner kurz vor dem Ende durch Costa das Spiel entschieden. VfB-Sportdirektor Sven Mislintat fühlte sich angesichts mehrerer strittiger Szenen bei der 1:3-Niederlage seines Teams benachteiligt und ließ seinem Ärger tags darauf freien Lauf.

FC Bayern: Stuttgarter mit Mega-Anschuldigung gegen Schiri - „Wenn es umgekehrt wäre,...“

Am Sonntag äußerte sich Mislintat gefrustet gegenüber Bild. Er habe „zwei Überschriften für dieses Spiel“, zitiert ihn das Blatt. „Die eine lautet: ,Manuel Neuer bittet zum VAR‘. Die andere: ,Niklas Süle verhindert mit Weltklasse-Parade VfB-Ausgleich.‘“ Gemeint sind zwei Spielszenen, bei denen sich die Schwaben von Schiri Harm Osmers benachteiligt fühlten.

Dass Bayern-Kapitän Manuel Neuer bei jedem Gegentor - auch bei blitzsauber herausgespielten - den Arm hebt, um zu reklamieren, ist bekannt. Auch beim vermeintlichen 2:1 für den VfB war der Keeper im Mittelpunkt des Geschehens. Wenige Momente nach dem Ausgleichstreffer durch den Münchner Coman verlor Neuer vor dem Tor einen Ball gegen die attackierenden Stuttgarter, woraufhin VfB-Offensivspieler Philipp Förster ins Tor traf.

Doch der reklamierende Neuer bekam Recht: Stuttgarts Angreifer Coulibaly zog ihn entscheidend am Trikot, wie der Videoassistent nach kurzer Überprüfung feststellte. Das Tor wurde folgerichtig zurückgenommen. „Ich behaupte, wenn es umgekehrt wäre, also Lewandowski gegen Kobel, schaltet sich der VAR nicht ein“, kritisierte Mislintat das Unparteiischen-Gespann offen.

Der Sportdirektor ärgerte sich auch am Tag nach dem Bundesliga-Klassiker über den nicht gegebenen Hand-Elfmeter für die Stuttgarter. Eine Viertelstunde vor dem Ende hatte der VfB beim Stand von 1:2 eine Riesen-Chance. Orel Mangala zog aus knapp zehn Metern ab, doch FCB-Verteidiger Niklas Süle warf sich in den Versuch des Belgiers und lenkte den Ball ins Toraus. Mislintat schimpfte auch nach dieser Szene und will ein Handspiel vom DFB-Spieler gesehen haben.

FC Bayern: VfB-Sportdirektor nach Niederlage in Rage - „Gibt keinen klareren Hand-Elfmeter als diesen“

„Für mich gibt es keinen klareren Hand-Elfmeter als diesen. Die Hand von Niklas Süle verhindert einen Torschuss mit gefühlt 100 km/h. Es ist eine klare Verhinderung einer Torchance mit der Hand“, ärgerte sich der 48-Jährige. „Absicht möchte ich nicht unterstellen. Aber die Hand war nicht angelegt, war weit weg vom Körper“, so der Sportdirektor weiter. „Das ist doch das eindeutigste Beispiel, dass die aktuellen Prinzipien zur Regelauslegung des Handspiels nicht greifen“, kritisierte Mislintat.

Ex-Bundesliga-Schiri Thorsten Kinhöfer machte gegenüber Bild allerdings klar, dass der Ärger der VfB-Verantwortlichen nicht gerechtfertigt ist. „Das ist kein strafbares Handspiel. Der Arm hängt schlaff runter und macht keine aktive Bewegung zum Ball hin“, urteilt der 213-fache Bundesliga-Referee. Mit dem 3:1 in Stuttgart verteidigte die Truppe von Hansi Flick die Tabellenspitze, der VfB rutschte auf Platz zehn ab. (ajr)

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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