1. meine-anzeigenzeitung
  2. Sport
  3. FC Bayern

Hoeneß: Audienz für Franz

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Uli Hoeneß und Franz Beckenbauer. © dpa

München - Am Freitagabend um 21.59 Uhr hat für Uli Hoeneß ein neuer Lebensabschnitt begonnen – nämlich derjenige als Bayern-Präsident.

Lesen Sie auch:

Die Hauptversammlung zum Nachlesen im Ticker

„Franz, wir brauchen dich“

Die Bilanz des FC Bayern

Das Auswärtsspiel in Hannover verfolgte Hoeneß auf der Tribüne gewohnt emotional – trotzdem wird sich für den 57-Jährigen in seiner neuen Aufgabe Grundlegendes ändern. „Faktisch habe ich noch einen Vertrag als Manager bis 31. Dezember. Der muss jetzt eigentlich aufgelöst werden. Der Schnitt wird am Ende des Jahres gemacht. Ich gehe in den Urlaub, danach werden wir umdenken. Das wird auch für mich neu.“

Eine gravierende Änderung gibt es bereits zum Start ins Jahr 2010: Hoeneß wird nicht mit ins Trainingslager reisen. „Ich werde sicher nicht mit nach Dubai fahren“, erklärte der neue Präsident: „Ich werde mich in meinem ganzen Arbeiten umstellen müssen.“ Und nicht nur da: Auch die Kleidungsordnung ändert sich. Hoeneß: „Mein Pulloverbedarf wird sich reduzieren, mein Sakko- und Krawattenbedarf steigen. Meine neue Position bedeutet auch eine andere Außendarstellung.“

Die besten Sprüche von der Hauptversammlung

*** Ob als Manager oder Präsident: Für die Fans will Hoeneß weiter da sein. Den Anhängern versprach er bei der Jahreshauptversammlung: „Ich werde versuchen, einmal im Monat einen Termin einzurichten, bei dem ich unsere Mitglieder persönlich zu mir einlade.“ Das erstaunte Franz ­Beckenbauer. Der Kaiser lächelnd: „Jeder darf kommen? Dann stehen die Menschenschlangen ja bis zur Tegernseer Landstraße! Darf ich dann auch vorbeischauen?“ Antwort Hoeneß: „Du bekommst eine Sonderaudienz.“

*** Ernster wurden die Klub-Größen bei Hoeneß’ Nachfolgeregelung. Für den Sport ist mit Christian Nerlinger bereits ein Mann gefunden. „Ich werde versuchen, Christian zu helfen, aber ihn nicht zu erdrücken“, meint Hoeneß: „Er hat noch nie mit Spielern oder Beratern über Millionen verhandelt.“ Wenn es um die großen Verträge geht, wird Hoeneß weiter persönlich benötigt. Beckenbauer: „Ich kann mir vorstellen, dass die ganz großen Vereine mit Uli reden wollen.“ Bisher ohne Erfolg verlief die Suche nach einem Nachfolger fürs Geschäft. Hoeneß: „Ich habe ein, zwei im Auge. Aber am Freitag hat man gesehen, was bei den Fans unheimlich wichtig ist: die Beziehung zum Klub, das Herzblut. Das hat mich nachdenklich gemacht. Denn einer, den ich im Kopf habe, hat da nicht so viel vorzuweisen. Aber wir müssen jetzt Gas geben.“

Franz: Seine besten Sprüche

foto

*** Die Fans sehnen sich nach Identifikationsfiguren – und sie machten am Freitag auch ihrem Unmut Luft. Die Flopp-Neuzugänge Braafheid und Pranjic wurden ausgepfiffen, genauso die Entscheidungen, Lucio und Zé Roberto zu verkaufen. Überraschend gab’s auch für Eigengewächs Schweinsteiger viele Pfiffe – Herkunft schützt nicht immer vor mangelnder Leistung.

*** Einen wollen die Fans wieder in München sehen: den an Leverkusen ausgeliehenen Toni Kroos. Da macht Karl-Heinz Rummenigge Hoffnung: „Toni wird nächstes Jahr zurückkehren und ein wertvoller Spieler für den FC Bayern werden.“

*** Apropos Rummenigge: Der Vorstands-Boss bilanzierte nicht nur, er dichtete auch für Franz Beckenbauer. Kleiner Auszug: „Lieber Franz, ich danke dir ganz toll, weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ich danke dir, ich danke dir sehr, das fällt mir gar nicht schwer. Und ich danke dem TSV 1860 für die Watschn sehr!“ Wegen einer Ohrfeige wechselte der Kaiser 1959 nicht zu den Löwen, sondern zum FC Bayern.

ta

Auch interessant

Kommentare