EM steht vor der Tür

Löw bei FCB-Sieg im Stadion - Bundestrainer überrascht: „Er weiß so oder so, dass ich ihn nominieren will“

Karl-Heinz Rummenigge (l) und Bundestrainer Jogi Löw stehen auf der Tribüne.
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Karl-Heinz Rummenigge (l) und Bundestrainer Jogi Löw stehen auf der Tribüne.

Bundestrainer Jogi Löw war mal wieder zu Besuch in der Allianz Arena. Dabei ging es wohl eher nicht um Thomas Müller, sondern um ein Mega-Talent des FC Bayern.

  • Jogi Löw wurde am vergangenen Samstag in der Allianz Arena gesichtet.
  • War der Bundestrainer etwa da, um sich ein Bild von Thomas Müller zu machen?
  • Wohl eher nicht. Sein Besuch hatte wohl eher mit einem Ausnahme-Talent des FC Bayern zu tun.
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München - So ruhig und gelassen konnte Jogi Löw wohl schon lange kein Bayern-Spiel beobachten. Die coronabedingt nahezu verwaiste Tribüne in der Allianz Arena ermöglichte dem Bundestrainer eine ungestörte und konzentrierte Inspektion seiner bajuwarischen Nationalspieler. Doch Löw war an diesem Samstagnachmittag noch aus einem anderen Grund in München. Viele, die es gut halten mit der deutschen Nationalmannschaft, haben wohl gehofft, dass Löw sich ein Bild der aktuellen starken Form von Thomas Müller und Jérôme Boateng machen wollte. Doch sie lagen falsch.

Löw in der Allianz Arena - er war nicht da, um Müller und Boateng zu beobachten

Vielmehr hatte Löws Besuch bei den Bayern ein klares Ziel. Im seit Monaten schwelenden „Kampf“ um die Dienste des Mega-Talents Jamal Musiala nutzte Löw den Wettbewerbsvorteil der Bundesliga. Zur Einordnung: Musiala gilt als eines der vielversprechenden Talente seines Jahrgangs und sammelte bei den Bayern-Profis bereits reichlich Spielzeit - auch in der Champions League. Das macht ihn natürlich auch für die Nationalmannschaft interessant, doch genau hier wird es ein wenig verzwickt.

Denn sowohl der deutsche als auch englische Verband würde Musiala gerne in der Nationalmannschaft spielen sehen. Musiala ist in Stuttgart geboren, lebte jedoch über viele Jahre mit seinen Eltern in England und hat somit auch einen englischen Pass. Im vergangenen Jahr feierte er sein Debüt für die englische U21-Nationalmannschaft und es hieß, er tendiere dazu, für England auflaufen zu wollen. Plötzlich folgte die Kehrtwende - Meldungen, wonach Musiala nun doch das DFB-Team präferiere, machten die Runde. Berichten zufolge sollen auch ein paar Bayern-Spieler für den Sinneswandel verantwortlich sein.

Comeback in der Nationalmannschaft? Löw lässt die Tür für Müller einen Spalt offen

Und nun geht Bundestrainer Löw in die Offensive - er will Musiala unbedingt für die Nationalmannschaft gewinnen. „Er ist ein außergewöhnlich großes Talent, absolut. Er hat eine besondere Wertschätzung in Deutschland und bei Bayern. Ich denke, er weiß so oder so, dass ich ihn nominieren will. Die Entscheidung liegt bei ihm“, wird Löw von der Bild zitiert. Laut der „Bams“ hat es Löw am Samstag jedoch nicht nur bei den schmeichelnden Worten belassen. Nach der Partie soll er sich Musiala und dessen Mutter getroffen haben. Im März steht wieder eine Länderspielpause mit Spielen gegen Island, Rumänien und Nordmazedonien auf dem Programm. Sollte Musiala nominiert werden und eingesetzt werden, kann er nicht mehr für England auflaufen.

Und was ist mit Müller? Laut Löw gibt es hier keinen neuen Stand, wenn auch die Tür nach wie vor einen kleinen Spalt offen zu sein scheint. „Da gibt es nichts zu sagen - jetzt!“, sagte Löw. Natürlich wurde auch Müller auf den Besuch Löws angesprochen. Eine Extra-Motivation habe er jedoch nicht gespürt. „Auch die letzten Spiele waren ganz gut und ich glaube, da war der Bundestrainer auch nicht im Stadion“, sagte gegenüber Sky. (kus)

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