Unter anderem einen Beobachtungsturm

Julian Nagelsmann: Technik-Revolution beim FC Bayern? In Leipzig hat er gigantische Hilfsmittel

(Noch-)RB-Leipzig-Trainer Julian Nagelsmann beim Taktieren am Flipchart
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(Noch-)RB-Leipzig-Trainer Julian Nagelsmann beim Taktieren am Flipchart.

Julian Nagelsmanns Amtszeit beim FC Bayern wirft seine Schatten voraus. Der junge Coach gilt als höchst innovativ und bringt viele neue Ideen mit nach München.

München - Der künftige Bayern-Trainer ist ein echter Tüftler! Ab der kommenden Saison coacht Julian Nagelsmann (33) den deutschen Rekordmeister. Der Landsberger wechselt für einen Sockelbetrag von rund 15 Millionen Euro von RB Leipzig an die Isar. Klar ist schon jetzt: Die Bayern können sich auf einen Bessermacher einstellen.

Wie innovativ Nagelsmann arbeitet, wurde am Mittwoch beim interessanten Online-Event des Sportanalyse-Unternehmens Kinexon, das dieses Jahr als von der FIFA bevorzugter Anbieter von Live Player Tracking ausgezeichnet wurde, nochmal deutlich.

Julian Nagelsmann liebt Zahlen: Doch das Zwischenmenschliche steht im Vordergrund

Daten: Nagelsmann und sein Trainer-Team arbeiten gerne mit Zahlen und Fakten. In Leipzig nutzen sie die Technologie von Kinexon vor allem, um ihre Mannschaft taktisch zu verbessern. Der Trainer: „Es ist auch wichtig, den physischen Teil des Spiels und das Training zu kontrollieren. Aber ich denke, um den Spieler in Zukunft zu verbessern, ist es wichtiger, sich auf taktische Dinge zu konzentrieren.“

Nagelsmann betonte aber auch, dass für ihn – trotz all der technischen Hilfsmittel – vor allem das Zwischenmenschliche im Vordergrund stehe: „Das Gespräch mit dem Spieler und das Gefühl des Trainers sind immer noch das Wichtigste. Die Daten sollten dem Trainer ein bisschen mehr Einfluss geben und helfen, mit deinen Spielern zu arbeiten.“

Julian Nagelsmann (Künftiger Trainer FC Bayern): „Ich bin nicht nur ein Laptop-Coach“

Zudem merkte er mit einem Schmunzeln an: „Ich bin nicht nur ein Laptop-Coach. Ich mache mir auch Notizen mit einem Stift. Und danach kontrolliere ich meine Gefühle und Beobachtungen, indem ich mir die Daten anschaue.“ In Zukunft werde aus seiner Sicht vor allem die Analyse des Gegners immer wichtiger – und komplizierter.

Nagelsmann: „Als ich vor sechs Jahren als Bundesliga-Trainer angefangen habe, spielte fast jeder Gegner mit der gleichen Formation: 4-2-3-1. Es war nicht so kompliziert, sie zu analysieren. Jetzt spielt fast jeder Gegner einen anderen Stil. Zuverlässige Daten können bei der Analyse helfen und den Prozess einfacher machen.“

Leinwand: Unter Nagelsmann hat Hoffenheim als erster Bundesliga-Verein eine große Videowall in die tägliche Trainingsarbeit auf dem Platz eingebunden. Über diese konnte sein Trainerteam Situationen live korrigieren und den Spielern noch auf dem Rasen Lösungen mithilfe eines iPads anbieten.

Kino für die Videoanalyse, runde Mannschaftskabinen

In Leipzig hat Nagelsmann u.a. ein Kino für die Videoanalyse installieren lassen. Zudem plante er bei RB die Umgestaltung der Mannschaftskabine im Stadion. Sie wurde rund gemacht. Als Inspiration diente Nagelsmann die Kabine von Pep Guardiola (50) bei Manchester City. Mit dem Katalanen tauscht er sich gerne über Fußball aus.

Beobachtungsturm: Nagelsmann beobachtet die Trainingseinheiten seiner Mannschaft gerne aus der Vogelperspektive. 2019 ließ er dafür auf dem Leipziger Gelände einen sieben Meter hohen Gerüstturm installieren. Von dort hat er eine bessere Übersicht als auf dem Platz – vor allem, um an mannschaftstaktischen Inhalten zu arbeiten.

Übrigens: Von Konexon-Mitgründer Dr. Maximilian Schmidt wurde er auf eine Zukunft mit Reality-Brille mit Live-Daten-Anzeige angesprochen. Nagelsmann augenzwinkernd: „Brillante Idee. Es ist wichtig, die Daten so schnell wie möglich zu bekommen.“

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