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Spielabsage: Meisterstück der Bayern-Damen fällt ins Wasser

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Bayern-Trainer Günther Wörle blickt sorgenvoll zum Himmel. Das Spitzenspiel zwischen den Damen des FC Bayern und dem FCR Duisburg fiel buchstäblich ins Wasser.
Bayern-Trainer Günther Wörle blickt sorgenvoll zum Himmel. Das Spitzenspiel zwischen den Damen des FC Bayern und dem FCR Duisburg fiel buchstäblich ins Wasser. © sampics

Aschheim - Der Wettergott spielte Schiedsrichter: Das für Dienstagabend angesetzte Nachholspiel in der Frauenfußball- Bundesliga zwischen Tabellenführer Bayern München und dem FCR Duisburg, um dessen Ansetzung es zuvor heftigen Streit gegeben hatte, ist ins Wasser gefallen.

Nach einem Unwetter entschied sich die Platzkommission um Schiedsrichterin Christine Beck, das bereits mehrfach verschobene Spitzenspiel im Sportpark Aschheim abzusagen. Das Duell des 21. und vorletzten Spieltags soll nun im Laufe der kommenden Woche in München stattfinden. Die Frauen des FC Bayern, die mit einem Sieg die erste deutsche Meisterschaft schon vor dem letzten Spieltag am 7. Juni fast perfekt machen konnten, mussten den Sekt im Kühlschrank lassen.

Vier Tage vor dem DFB -Pokal-Finale der Frauen am Samstag in Berlin hatte es den ganzen Tag über großen Ärger zwischen UEFA -Cup Sieger Duisburg, Bundesliga-Vertretern und dem Deutschen Fußball-Bund ( DFB ) gegeben. Denn aus Protest gegen die Ansetzung der Partie zwischen UEFA -Cup-Finale und DFB -Pokal-Endspiel hatte FCR-Trainerin Martina Voss nur ihre zweite Garnitur gemeinsam mit dem Coach der zweiten Mannschaft, Jürgen Raab, nach München geschickt.

Statt selbst dorthin zu reisen, bereitete Voss die Stammelf um Gings und Co., die am Freitag erstmals den UEFA -Cup gewonnen und sich damit für die neue Champions League qualifiziert hatte, auf das Pokal-Finale gegen Turbine Potsdam vor. “Man hat uns dieses Nachholspiel zwischen zwei Endspielen diktiert. Das ist mehr als unglücklich. Der FC Bayern ist uns mehrfach bei Terminierungen - schon im Hinspiel - keinen Schritt entgegengekommen. Meine Aufgabe ist, mein Team so professionell wie möglich auf das Pokal-Finale vorzubereiten“, sagte Voss der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Bayern-Trainer Günther Wörle diskutiert mit dem Schiedsrichtergespann Christine Beck, Inka Müller und Moiken Reichert.
Bayern-Trainer Günther Wörle diskutiert mit dem Schiedsrichtergespann Christine Beck, Inka Müller und Moiken Reichert. © sampics

Beim DFB und in der Liga stieß das Verhalten auf erhebliche Kritik. “Die Verantwortlichen beim FCR haben diese Entscheidung zu treffen. Der FCR war aber, wie alle Vereine, vor der Saison in die Terminplanungen eingebunden“, verteidigte die für den Frauenfußball zuständige DFB -Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg die Ansetzung des Spiels. Die übrigen Partien des 21. Spieltags fanden schon am 17. Mai statt; an jenem Wochenende hatte der FCR das erste UEFA -Cupfinale beim russischen Meister Swesda Perm ausgetragen. Laut Ratzeburg sei diese Terminierung wegen der drohenden Kollisionen im Fall einer deutschen Beteiligung an den UEFA -Cup-Endspielen mit der gesamten Liga abgesprochen gewesen. “Die Clubs haben sich ausdrücklich für diese Variante ausgesprochen“, sagte sie.

Entsetzt hatte der Manager des 1. FFC Frankfurt, Siegfried Dietrich, reagiert. Er sprach von “Wettbewerbsverzerrung“ und nannte Duisburgs Verhalten “respektlos gegenüber dem FC Bayern und dem Rest der Liga“. “Der Imageschaden ist riesengroß. Ich hätte verstanden, wenn der FCR mit Blick auf das DFB -Pokalfinale einige Spielerinnen schont. Aber dass selbst die Trainerin nicht erscheint, ist nicht okay“, befand er.

Am Ende des Tages erwies sich der ganze Zoff als viel Lärm um Nichts - die Partie wird nun wohl doch an dem Tag stattfinden, den Duisburg immer favorisiert únd gefordert hatte. Vier Tage nach dem Pokalfinale kann der FCR nun mit der besten Elf nach München reisen und dem Rivalen im Titelkampf womöglich doch noch einen Strich durch die Rechnung machen.

Von Ulli Brünger, dpa

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