Erster Kontakt kam über FC Bayern

Klose übernimmt SCR Altach und denkt schon weiter: „Ich will in die Champions League“

Miroslav Klose in Altach: Gestern wurde der Weltmeister offiziell in der österreichischen Provinz präsentiert.
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Miroslav Klose in Altach: Gestern wurde der Weltmeister offiziell in der österreichischen Provinz präsentiert.

Miroslav Klose hat richtig Lust auf Altach. Im tz-Interview spricht der WM-Rekordtorjäger über seinen neuen Job und welche Rolle der FC Bayern gespielt hat.

Altach – Gerade mal 7000 Einwohner zählt Altach, gesellschaftlicher Höhepunkt ist alle 14 Tage der Genussmarkt im Herzen der Gemeinde – und natürlich der SCR, der seit 2014 im österreichischen Oberhaus kickt. Genau dort erhält Miroslav Klose nun seine erste Chance als Trainer im Profifußball. „Hier soll etwas entstehen, und dazu will ich beitragen“, sagt der 44-Jährige. Dass er in der Provinz gelandet ist? Kein Problem: „Ich arbeite, wo andere Urlaub machen.“ Das tz-Interview mit dem Ex-Bayern-CoTrainer:

Sie haben den Trainer-Job von der Pike auf gelernt – was können Sie dem Team als Neuling im Cheftrainer-Bereich geben?

Ich war Co-Trainer bei Hansi Flick, zwei Jahre davor Assistent von Jogi Löw. Dazu habe ich zahlreiche Jugendmannschaften trainiert – Erfahrung ist schon da. Letztendlich bin ich jetzt im Männersport. Da gibt es wieder neue Dinge zu beachten. Die Trainerausbildung in Deutschland ist so gut, dass du viele Werkzeuge in die Tasche gelegt bekommst. Es liegt dann an dir, welches du im richtigen Moment rausholst.

Miroslav Klose neuer Trainer beim SCR Altach: Jochen Sauer vom FC Bayern stellt ersten Kontakt her

Es gab ja auch Gespräche mit Ex-Klub Lautern… 

Ich habe mit Thomas Hengen zusammengespielt, Olaf Marschall ist Chefscout, meine Familie wohnt dort. Natürlich gab es Gespräche – aber nur lose.

Stimmt es, dass Bayerns Campus-Chef Jochen Sauer bei der Vermittlung aktiv war?

Er hat mir gesagt, dass Altach interessiert sei. Über den Klub hat er mir aber nichts erzählt. Ich möchte grundsätzlich nicht ferngesteuert sein und mir lieber selbst einen Eindruck verschaffen. Ich habe ein gutes Gespür für Menschen, und ich denke, da liegt auch meine Stärke. Bei Altach hatte ich ein gutes Gefühl.

Von welchem Trainer haben Sie bisher am meisten mitgenommen?

Ich denke schon von Jogi Löw und Hansi Flick. Sie haben das Paket, von dem ich immer spreche: Fachlich und menschlich top. Als Spieler haben mich Louis van Gaal, von dem ich taktisch unglaublich viel mitnehmen konnte, oder Otto Rehagel, als einer der erfolgreichsten Trainer seiner Generation, sehr geprägt. Ich habe mir immer bestimmte Dinge rausgezogen. Viele Wege führen nach Rom.

„Mein Ziel muss natürlich sein, irgendwann mal in der Bundesliga und in der Champions League an der Linie zu stehen. Da mache ich keinen Hehl daraus.“

Miroslav Klose.

Wie war die Vorbereitung auf Ihren neuen Job – Sie wussten ja nicht, wo Sie landen werden?

Ich habe mir ein Jahr lang verschiedene Sachen angeschaut, die Inhalte aus meiner Ausbildung zum Fußballehrer strukturiert, weil ich zum Beispiel nicht wusste, ob ich eine offensive oder defensive Mannschaft bekomme.

Was sind Ihre Ziele als Trainer?

Altach ist jetzt der richtige Schritt. Dann schauen wir mal, wie weit es noch geht. Mein Ziel muss natürlich sein, irgendwann mal in der Bundesliga und in der Champions League an der Linie zu stehen. Da mache ich keinen Hehl daraus. Die ersten Schritte sind aber die entscheidenden.

Es gibt ja auch negative Beispiele von Ex-Profis, die als Trainer gescheitert sind – wie stehen Sie dazu?

Die habe ich mir jetzt nicht bewusst angeschaut. Es spielen einfach zu viele Faktoren eine Rolle. Für mich ist immer der Mensch entscheidend.

„Ich bin bei ihm guter Dinge. Es kommt darauf an, wie schnell er seine Pläne umsetzen kann.“

Miroslav Klose über Hansi Flick.

Zum Abschluss ein kleiner Blick in den internationalen Bereich: Was sagen Sie zu den Aussichten von Hansi Flick und der Nationalelf bei der WM in Katar?

Ich bin bei ihm guter Dinge. Es kommt darauf an, wie schnell er seine Pläne umsetzen kann. Da spielt dann auch die Fitness eine Rolle. Und ein bisschen Glück braucht man natürlich auch. (Interview: Johannes Ohr)

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