Rechte Hetze gegen FCB-Nationalspieler

Leon Goretzka reagiert auf Morddrohungen - helfen ihm seine Fans?

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Leon Goretzka erfährt Hass von rechts.

Ein Troll wünscht ihm, dass „Merkels Flüchtlinge“ ihm  „den Kopf abschneiden“ - FCB-Spieler Leon Goretzka reagiert unerwartet.

  • Leon Goretzka äußert sich seit einer Weile politisch.
  • Nun erhält der Nationalspieler im Netz Morddrohungen.
  • Auf die Anfeindungen reagiert er überraschend.

München - Als der DFB das neue Trikot seiner Nationalmannschaft vorstellte, das am Samstag im EM-Qualifikationsspiel gegen Weißrussland (20.45 Uhr, RTL) erstmals getragen wird, war mal wieder von Werten die Rede, vom hohen moralischen Anspruch, den man an das Team stellt. Dabei konnte der Verband der Versuchung nicht widerstehen, seine Botschaft mit Marketing-Gedöns zu flankieren. „Der dynamische Farbverlauf des Bündchens steht für die Diversität in der Bundesrepublik, für Spieler und Fans mit unterschiedlichen Wurzeln“, so wurde erklärt, dass die Ärmel des Shirts schwarz-rot-golden abschließen.

Leon Goretzka braucht solche Formeln nicht, er ist Klartexter. „Ich bin ein Kind des Ruhrgebiets. Da antwortet man auf die Frage nach der Nationalität mit Schalke, Dortmund oder Bochum“, sagte er. Bei der Wahl zum Fußballspruch des Jahres landete der Bayern-Profi damit auf Platz zwei.

Leon Goretzka: „Jeder in der Mannschaft darf sich gesellschaftlich artikulieren“

Er hatte sich so geäußert, als es im März in Wolfsburg beim ersten Länderspiel des Jahres auf der Tribüne zu fremdenfeindlichen und rassistischen Äußerungen gegen deutsche Nationalspieler wie Leroy Sane gekommen war. Ein halbes Jahr später führte er seine Haltung noch weiter aus. „Auf meiner Schule lag der Ausländeranteil bei 80 Prozent“, und das habe niemanden gestört.

Leon Goretzka ist ein politischer Mensch geworden. Er ärgert sich, dass er das bei der WM 201 8 noch nicht war, als das Land über Mesut Özil und die Erdogan-Trikot-Affäre diskutierte. „In der Mannschaft“, bedauert er, „war das kein großes Thema“, die Tragweite wurde nicht erkannt. Er hat sich mittlerweile entschlossen, seine Position als Fußball-Nationalspieler zu nutzen, um auf andere einzuwirken: „Man braucht keine 50 Länderspiele – jeder in der Mannschaft darf sich gesellschaftlich artikulieren“, sagte er gestern in Düsseldorf. Er tut es. Und klar: Das gefällt auch nicht jedem.

Hetze gegen Leon Goretzka - Fans mit Rat an den Sportler

Über die sozialen Medien erfährt Goretzka nun den Hass von rechts. Er hat einen eigenen Ordner angelegt für die Schmähungen, die gegen ihn eingehen. Ein besonders hartnäckiger Troll wünschte ihm, „dass Merkels Flüchtlinge deinen Kopf abschneiden“ oder „Bin Ladens Enkel“ das erledigen möge, Goretzka sei „ein schmutziger Nigger“„ dazu gab es serienweise Mittelfinger-Emojis.

Der Bayern-Spieler fasste die Beleidigungen zusammen, stellte sie ins Netz und bat seine Follower um Rat: „Sonntags erledige ich immer gerne die Fanpost, die die ganze Woche liegen geblieben ist. Was soll ich antworten?“ Die User rieten zur Anzeige – vor allem aber bekundeten sie Respekt. 

Günter Klein

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