Eigentlich als Liga-Drei-Backup eingeplant

Bayern-Juwel Sarpreet Singh: So verrückt ist sein Aufstieg

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Auf Augenhöhe mit den ganz Großen: . Sarpreet Singh (rechts)gegen Georges-Kevin N'Koudou von Tottenham Hotspur beim Audi-Cup.

Sarpreet Singh war beim FC Bayern eigentlich nur für die zweite Mannschaft vorgesehen. Jetzt ist der Neuzugang fester Bestandteil bei den Profis.

München - Es erzählt sich wie ein Fußball-Märchen - zumindest wie ein kleines. Ein 20-Jähriger aus dem Fußball-Entwicklungsland Neuseeland glänzt bei der U20-WM und wird plötzlich vom großen FC Bayern verpflichtet. In der zweiten Mannschaft eigentlich nur als Backup vorgesehen, überzeugt er so sehr, dass er kurze Zeit später bei den Profis im Kader steht. Wenige Monate, nachdem er noch vor wenigen tausend Zuschauern in der zweitklassigen australischen Liga auflief, sitzt er nun im Mannschaftsbus neben David Alaba, Manuel Neuer und Co. - und hofft darauf, bald im Fröttmaninger Fußballtempel aufzulaufen. To be continued ...

Sarpreet Singh: Ein seltener Exot

Als Sarpreet Singh vom Angebot des FC Bayern erfuhr, habe ihn das „einen Schock versetzt.“ (Link zu Fußball-vorort*) So zitiert die Internetseite der australischen A-League den 1,72 große Offensivmann nach Bekanntgabe des Transfers. Nicht überrascht, geschmeichelt oder geehrt - einen Schock versetzt! 650.000 Euro überwiesen die Münchner nach Australien. Das ist sicherlich nicht wenig für einen gänzlich unbekannten Nachwuchsmann, in Zeiten sich überschlagender Ablöserekorde aber auch absolut nicht viel. 

Dass Bayern einen Spieler aus einer eher exotischen Fußballiga verpflichtet, passiert eigentlich fast nie. Auch das macht Singhs Transfer besonders. Nachwuchsspieler aus dem Ausland kommen sonst aus Brasilien, Argentinien oder Spanien. Der letzte Überraschungsimport war vielleicht der Iraner Ali Karimi 2005. Das ist immerhin schon 14 Jahre her. (Vor zwei Jahren machte Karimi noch von sich reden, als er das Stadionverbot für Frauen im Iran kritisierte). 

Hoeneß bezweifelte Singhs Drittliga-Tauglichkeit

Dabei schien nach Singhs Ankunft in München der Weg zu den Profis erst einmal sehr weit. Als die Bayern Mitte Juli ihre US-Reise antraten, war Singh mit dabei. Was erst einmal positiv klingt, war tatsächlich kein gutes Zeichen: So kamen von Bayerns B-Mannschaft nur diejenigen mit den Profis nach Amerika, die für den Saisonauftakt in Liga Drei entbehrlich waren. Bayern-II-Coach Sebastian Hoeneß sagte damals gegenüber Fußball-vorort* über seinen Jungstar, dass das körperliche Niveau für die Drittklassigkeit noch nicht ausreiche.

Sarpreet Singh: Champions League statt Liga Drei?

Und jetzt, einen Monat später? Statt Backup in Liga Drei scheint die Champions League möglich. Singh konnte während der US-Reise so sehr überzeugen, dass Profi-Coach Niko Kovac über ihn sagte, er sei „sehr viel weiter als der ein oder andere in der zweiten Mannschaft.“ Im Supercup gegen Borussia Dortmund stand er ebenso im Kader, wie beim Pokal-Auftakt gegen Energie Cottbus. Besonders die dünne Personaldecke der Bayern auf der Außenbahn könnte den Ambitionen des Neuseeländers entgegenkommen. Zwar wurde jetzt Ivan Perisic verpflichtet, aber der kommt vorerst auch nur als Leihspieler.

Singh im Schatten einer neuseeländischen Legende

Sollte Singh gegen die Hertha zum Einsatz kommen, wäre er übrigens nicht der erste Neuseeländer, der in der Bundesliga aufläuft. Dem letzten Legionär gelang das zwar nicht: Marco Rojas vom VfB Stuttgart galt als „Kiwi-Messi“, kam aber verletzungsbedingt von 2013 bis 2016 zu keinem Bundesligaeinsatz. Ein anderer wusste dagegen umso mehr zu überzeugen: Wynton Rufer. Mit 59 Toren in 174 Toren für Werder Bremen hat sich der heute 56-Jährige an der Weser zum Legendenstatus geschossen. Mal sehen, ob Sarpreet Singh da mithalten kann.

*Fußball-vorort ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Bah

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