"Ned auf der Brennsuppn dahergschwommen"

München - Ist es Taktik, damit der Gegner einen nicht versteht? Bei der Analyse des FC Basel fallen die Bayern mehrfach ins Bairische zurück.

Wenn Spieler und Verantwortliche von Bayern München über das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League beim Schweizer Meister FC Basel reden, verfallen sie auffallend oft ins Bairische. Die Begegnung am Mittwoch (20.45 Uhr/Sky und Sat.1) sei „koa gmahde Wiesn, wie mir sogn“, meinte Franz Beckenbauer angesichts der zuletzt dürftigen Vorstellungen des Rekordmeisters in der Bundesliga. Schließlich, assistierte Präsident Uli Hoeneß, sei Basel „ned auf der Brennsuppn dahergschwommen“, mithin also „keine Landkundschaft“.

Eine Auswahl kerniger bairischer Sprüche - plus Übersetzung

Strec

Und Basels Trainer Heiko Vogel, einst Jugendcoach beim FC Bayern, sei „a echter Hund“, meinen sie in München. Übersetzt in Fußballdeutsch ist der Hund hier sowas wie ein Trainer-“Fuchs“ und somit das wohl höchste zu vergebene Lob für den Gegner. Der wittert seine Chance gegen angeschlagene Bayern, die zwar auch in der aktuellen Form „absoluter Favorit“ sind, wie Kapitän Philipp Lahm betont, gleichwohl aber ein vorzeitiges Ende des Traums vom Heim-Endspiel am 19. Mai fürchten muss. „Unsere Mannschaft ist sehr gut beraten, das Spiel sehr ernst zu nehmen“, sagte Hoeneß vor dem einstündigen Flug in die Schweiz.

Das Beispiel Manchester United lehre, ergänzte der Präsident, dass Basel großen Klub weh tun könne. Der Außenseiter habe in der Gruppenphase „zweimal wunderbar gegen Manchester“ gespielt, sagte Hoeneß. Und am Ende kam Basel ins Achtelfinale, United stieg in die Europa League ab. „Basel ist eine absolute Top-Adresse, das wird kein leichter Gang“, äußerte Trainer Jupp Heynckes, „und es ist klar, dass der FC Bayern nicht ausscheiden darf.“

Auch Karl-Heinz Rummenigge bezog sich auf das warnende Beispiel ManUnited. „Wir müssen sehr konzentriert zu Werke gehen, um Ähnliches zu vermeiden. Aber ich bin überzeugt, dass das in Basel der Fall sein wird“, sagte der Vorstandsvorsitzende, bevor der Airbus mit der Flugnummer LH 2570 am Dienstagmittag startete. Es gehe jetzt „ins letzte Drittel der Saison“ und die Mannschaft müsse vor allem „auswärts wieder bessere Ergebnisse erzielen, um unsere Ziele zu erreichen“, forderte Rummenigge, der am Montag eine Ansprache an die Mannschaft gehalten hatte. Dazu Heynckes am Dienstag: „Das hat es bei Fußballmannschaften immer gegeben. Ich habe das begrüßt und es war abgestimmt.“

Die Nullnummer am vergangenen Samstag in Freiburg hatte den Bayern-Boss auf den Plan gerufen. An der Säbener Straße herrscht nach dem Verlust der Tabellenführung in der Liga und dem Abrutschen auf Rang drei ohnehin Alarmstimmung. Ein weiterer Patzer gegen den Underdog und es wäre endgültig Schluss mit lustig. „Wir dürfen Basel nicht auf die leichte Schulter nehmen“, sagte Lahm deshalb: „Dass wir mehr Qualität in der Mannschaft haben, ist klar. Aber es wird kein Spaziergang.“ Heynckes betonte indes: „Eines sollte man nicht tun: den FC Bayern zu unterschätzen.“

Die Gedanken ans Finale müssten seine Spieler angesichts der bedrohlichen Lage verdrängen, äußerte der Coach. „Wir müssen Ziel um Ziel angreifen, dürfen nicht an irgendwelche Dinge denken, die irgendwann im Mai passieren. Basel hat hochtalentierte Spieler und genügend Europacup-Erfahrung. Dazu kommen die enthusiastischen Fans“, warnte er. Lahm nannte das Endspiel in der heimischen Arena einen „schönen Traum, aber wir müssen von Runde zu Runde denken“.

Wie man im St. Jakob Park gewinnt, wissen die Bayern. Am 28. September 2010 siegten sie dort in der Gruppenphase 2:1. Beide Tore erzielte damals übrigens Bastian Schweinsteiger, der derzeit wegen seiner Knöchelverletzung fehlt. Gut möglich, dass Heynckes für den Vize-Kapitän wieder Toni Kroos auf die zweite Sechser-Position stellt. Dann könnte Arjen Robben ins Team rücken und Thomas Müller würde an Kroos' Stelle den Spielmacher geben.

sid

Die Bayern-Bierduschen seit 2005

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Mit Lebensmitteln spielt man nicht? Diese Grundsatz wird bei Bayern-Titelfeiern außer Kraft gesetzt. Sehen Sie hier, wie sich Trainer und Spieler in den letzten Jahren mit Weißbier übergossen. © Getty
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