Schöne neue Fußballwelt

Horrende Preise: Bayern-Fans machen ihrem Ärger Luft

Beim Aufeinandertreffen zwischen Bayern und Paris machen Fans ihrem Unmut über die Ticketpreise Luft
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Beim Aufeinandertreffen zwischen Bayern und Paris machen Fans ihrem Unmut über die Ticketpreise Luft.

Das Testspiel zwischen Bayern München und Paris St. Germain geriet zur Belastungsprobe für das Portemonnaie der Fans: 65 Euro für ein ermäßigtes Ticket!

Ein Milliardär lädt ein, 18 Schwergewichte des europäischen Fußballs folgen – und zwar bis in die USA und nach Singapur. Gestatten? Der International Champions Cup, kurz ICC. Der FC Bayern (3:1 gegen PSG) und Borussia Dortmund (1:0 gegen ManCity) machten am Samstag den Anfang, noch bis zum 11. August ermitteln die Top-Vereine ihren Besten. Und das meistens mehrere Tausend Kilometer von den eigenen Fans entfernt – mit horrenden Ticketpreisen. Schöne neue Fußballwelt!

Bevor der FCB am 24. August gegen 1899 Hoffenheim die Bundesligasaison eröffnet, bestreitet der Rekordmeister zwei Testpartien auf europäischem Boden. Nummer eins fand am Samstag in Klagenfurt statt und wurde gleich mal zur Belastungsprobe – allerdings nicht für den FCB, sondern viel mehr für das Portemonnaie der Anhänger. Der Veranstalter des ICC rief für die Begegnung am Wörthersee sage und schreibe 65 Euro für ein ermäßigtes Ticket auf, Vollzahler mussten 75 Euro hinblättern. Von familienfreundlicher Preispolitik keine Spur!

ICC 2018: Attraktive Gegner und stattliche Einnahmen

Aber so ist das eben, wenn jemand wie Stephen M. Ross ein Fußballturnier ins Leben ruft und damit den ganzen Planeten bespaßen will. Der amerikanische Unternehmer ist auch Besitzer des NFL-Teams Miami Dolphins. 2013 richtete er mit seiner Firma Relevent Sports erstmals den ICC aus. Damals sagten acht Vereine zu, in diesem Sommer gibt’s mit 18 Klubs einen neuen Teilnehmer-Rekord. Dass ein 78-jähriger steinreicher Amerikaner kaum Interesse daran hat, ob irgendwo in Österreich nun 22.300 oder 30.000 Zuschauer kommen, liegt auf der Hand. Der FCB verwies schon im Vorfeld darauf, dass er keinen Einfluss auf die Ticketpreise hatte. Die Fans machten ihrem Ärger trotzdem mit Plakaten Luft.

Auch lesenswert: Wie Kovac dem FC Bayern die Weltmeister-Taktik beibringt

Die Klubs verfolgen mit der Teilnahme ganz egoistische Interessen, nämlich attraktive Gegner und stattliche Einnahmen. BVB-Marketingchef Carsten Cramer sagte im Kicker, dass die Dortmunder rund fünf Millionen Euro für ihren USA-Trip mit drei Partien einstreichen. Ob sich der FCB mit weniger zufrieden gibt? Fraglich.

Es geht natürlich auch um die Erschließung neuer Märkte, gerade in den USA ist der Fußball im Kommen – zumindest predigen viele Klubverantwortliche aus Europa das seit Jahren. Rein sportlich übrigens geht es darum, nach drei Spielen die beste Bilanz aufzuweisen. Im vergangenen Sommer setzten sich der FC Barcelona in den USA durch und Inter Mailand in Asien. In diesem Sommer wird es nur einen globalen Sieger geben – und einen Verlierer: die Fans in der Heimat. 

Jonas Austermann

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