Vor Champions-League-Duell

Erstaunliche PSG-Details enthüllt: Wechseln deshalb so viele Frankreich-Talente nach Deutschland?

Tanguy Nianzou geht im Zweikampf mit Stuttgarts Wataru Endo auf die Knie.
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Tanguy Nianzou (rechts) spielte verletzungsbedingt bisher erst einmal für den FC Bayern.

Tanguy Nianzou, Kingsley Coman, Christopher Nkunku - Paris Saint-Germain verliert immer wieder Top-Talente an die Bundesliga. Manche rächen sich Jahre später.

  • Paris Saint-Germain leistet im Nachwuchs gute Arbeit - zu den Profis schaffen es aber kaum Talente.
  • Immer wieder locken deshalb Bundesliga-Klubs die französischen Juwele nach Deutschland.
  • Auch beim FC Bayern spielen zwei ehemalige PSG-Talente, eins tat seinem Ex-Klub zuletzt richtig weh.

München - Paris Saint-Germain steht in erster Linie für Superstars wie Neymar oder Kylian Mbappé. Mit solchen Namen schmückt sich die katarische Investmentgruppe QSI um ihren Besitzer Tamim Bin Hamad Al-Thani, Staatsoberhaupt des Emirats, am allerliebsten. Bei Transfers wie dem bisherigen Weltrekord - Neymar kam 2017 für 222 Millionen Euro vom FC Barcelona - guckt vor allem der PSG-Nachwuchs in die Röhre.

FC Bayern, Borussia Dortmund und RB Leipzig bedienen sich bei PSG

Immer wieder zieht es deshalb junge Franzosen in die Bundesliga - meistens ablösefrei. Dan-Axel Zagadou wechselte 2017 von PSG zu Borussia Dortmund, zwei Jahre später gingen Tanguy Coulibaly (VfB Stuttgart), Moussa Diaby (Bayer Leverkusen) und Christopher Nkunku (RB Leipzig) diesen Weg. Die beiden Letzteren sind inzwischen Leistungsträger bei deutschen Spitzenvereinen. Und auch der FC Bayern hat schon in Paris zugeschlagen, holte mit Tanguy Nianzou im vergangenen Sommer ein Riesen-Abwehrtalent.

Als solches wird auch Soumaila Coulibaly (17) bezeichnet. Der Innenverteidiger wechselt im Sommer zum BVB. „Dortmund ist eine Mannschaft, die jungen Leuten vertraut, das ist bei PSG nicht unbedingt der Fall“, sagte er Le Parisien. „Ich habe mit den Profis trainiert. Aber ich war nur da, um die Zahlen auszugleichen, um Ausfälle zu kompensieren, nicht unbedingt, um mich zu verbessern.“

FC Bayern: Champions-League-Held tat eine Pariser Vergangenheit

Der Pariser Sportdirektor Leonardo sieht den Talenteschwund freilich etwas anders. „Das Problem ist, zu denken, dass anderswo das Paradies ist. Es heißt: PSG hat einen Youngster verloren, aber manchmal denke ich, dass nicht PSG verliert, sondern die Youngster, die PSG verlassen“, erklärte der Brasilianer beim Radiosender France Bleu Paris.

Besonders bitter lief’s für PSG im letzten Sommer: Das Champions-League-Finale zwischen den Franzosen und dem FC Bayern entschied ein gewisser Kingsley Coman zugunsten der Münchner. Und der war in der PSG-Jugend ausgebildet worden, bis er nach zehn Jahren erst ablösefrei zu Juventus Turin wechselte - und dann zum FC Bayern.

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