Ribéry im tz-Interview: "Gegen Hoffenheim könnte es klappen"

+
"Es geht jetzt jeden Tag besser, ich arbeite jeden Tag", erklärte Franck Ribéry (Archivfoto) im tz-Interview

München - Franck Ribéry ist beim FC Bayern ins Mannschaftstraining eingestiegen. Nach der Einheit sprach er mit der tz über seine Genesung und Übeltäter Josué.

Der Tritt, der die Leiden auslöste: Wolfsburgs Josue gegen Franck Ribéry

Zum ersten Mal nach seiner Verletzung gegen Wolfsburg vor zwei Wochen trainierte Franck Ribéry am Montag mit der Mannschaft. Und der Franzose hatte richtig viel Spaß. Scherzte mit Breno, van Gaal und den Physios – und gab richtig Gas. Danach gab er der tz ein Interview.

Herr Ribéry, wie war das erste Training?

Ribéry: Ganz gut, vielen Dank! Jetzt fahre ich zu Dr. Müller-Wohlfahrt zur Kontrolle. Der tastet es ab und macht Ultraschallbilder. Ich fühle mich schon viel besser, aber ich muss jetzt abwarten, wie das Knie auf das Training reagiert. Ich habe am Sonntag ein bisschen mit den Ersatzspielern trainiert. Da war es schwer.

Sie hatten Schmerzen?

Ribéry: Ja. Da hatte ich noch ziemliche Schmerzen. Aber heute ist es schon viel, viel besser. Das Gefühl ist noch ein bisschen komisch, aber ich habe keine Schmerzen und es wird nicht mehr dick.

Wie weit sind Sie?

Ribéry: Es geht aufwärts. Ich habe zwei Wochen nichts machen können. Jetzt kann ich wieder mit der Mannschaft trainieren, das macht mich glücklich. Wenn ich nur geradeaus laufe, habe ich das Gefühl, dass ich mehr machen kann. Aber wenn ich dann mit Ball trainiere, muss ich mich sehr konzentrieren, das ist eine Kopf-Sache. Ich brauche jetzt einfach viel Training.

Franck Ribéry: So zaubert, jubelt, scherzt und liebt der Bayern-Star

Franck Ribéry: Seine bisherige Bayernkarriere in Bildern

01_start_2
Für viele Bayern-Fans ist Franck Ribéry die absolute Nummer 1. Sehen Sie hier einen Streifzug durch das Münchner Leben des Dribblers, auf dem Rasen und abseits des Platzes. © sampics
06_ribery_2
Alles auf Rot! Franck Ribéry hat die Stadt München und den FC Bayern länsgt ins Herz geschlossen und kann sich vorstellen seine Karriere in der bayerischen Landeshauptstadt zu beenden. © sampics
55_vorstell_s
Am 7. Juni 2007 wurde Ribéry zusammen mit Luca Toni als Neuzugang vorgestellt. Daniel van Buyten half dem Franzosen bei der Eingewöhnung. © sampics
07_ribery_1
tz-Reporter Tobias Altschäffl im Gespräch mit Ribéry und Daniel van Buyten. Die beiden sind nicht nur Mannschaftskollegen, sondern auch gute Freunde: "Daniel und ich waren von Beginn an auf einer Wellenlänge", so Ribéry zur tz. "Wir leben fast 24 Stunden am Tag zusammen. Daniel gehört bei mir zur Familie." © sampics
52_gala
Ribérys Weg führte über Galatasaray Istanbul und... © dpa
53_olymp
... Olympique Marseille zu den Bayern. © dpa
56b_verzueckt
Seit Ribéry in München ist, nimmt er es auch mal mit mehreren Gegnern - oder Bällen - auf. Und er verzückt die Bayern-Fans regelmäßig. © dpa
56_koenig
München hat einen König? Oh ja! © dpa
10_oben
Wer mit solchen Fähigkeiten gesegnet ist, kann sich das Bayern-Training auch mal von oben anschauen. © sampics
35_schick
Franck Ribéry ganz schick: Auch wenn er kein Model-Typ ist: Sein Charisma ist atemberaubend. © dpa
36_narbe_sam
Die markante Narbe in seinem Gesicht stammt übrigens von einem Autounfall - Ribéry war damals erst zwei Jahre alt und erlitt schwere Verletzungen. © sampics
12_ribery_1
Prost! Das Bayern-Team bei einem Shooting für Paulaner. Fällt Ihnen etwas auf? Richtig: Franck Ribéry hält kein Weißbier in der Hand - denn er ist gläubiger Moslem. © sampics
12b_gebet_sam
Hier betet Ribéry vor Anpfiff am Mittelkreis. © sampics
13_kruecke
Sogar verletzt ist Ribéry zu Scherzen aufgelegt: Als sein Fuß in Gips lag, kickte er eben mit der Krücke. © sampics
14_dach_s
Eine legendäre Aktion leistete sich Oberscherzkeks Franck Ribéry im Mai 2008: Zusammen mit Daniel van Buyten schleicht er sich aufs Dach, wartet, bis Oliver Kahn aus der Kabine kommt ... © sampics
15_nass
... und macht den Titan nass. © sampics
16_toni_s
Luca Toni fand's lustig und kringelte sich vor Lachen - und nicht nur er. © sampics
16b_trikottausch
Ribéry sackt gerne Trikots von Gegnern ein. Die tauschen natürlich gerne mit einem Weltklasse-Spieler. © dpa
17_mask_s
Franck Ribéry ist und bleibt ein Entertainer. Hier hat er Spaß mit dem Bayern-Maskotchen Berni. © sampics
18_spaesse_s
Für Späße mit seinen (Ex-)Mannschaftskollegen ist er immer zu haben. © sampics
26_wahiba_s
Privat gibt es für Franck Ribéry nur eine Frau: seine Wahiba, links im Bild. © sampics
27_wahiba_dpa
Die Schöne an seiner Seite stammt aus Algerien. © dpa
28_wahiba_dpa
Beide sind gläubige Moslems... © dpa
29_toechter
...und haben zwei gemeinsame Töchter, Hiziya und Shahinez, sowie einen Sohn, Salif. © dpa
29b_wahiba_jantz
Die Ribérys wohnen in Straßlach. © Jantz
34_bodens
"Franck ist wirklich auf dem Boden geblieben", adelt ihn Kumpel Daniel van Buyten. "Er ist eine offene Person und hat sich seit er hierher gekommen ist kein bisschen verändert. Auch wenn alle sagen, dass er ein Weltstar ist: Franck ist genau der Gleiche geblieben, er denkt nicht, dass er etwas Besonderes ist." © dpa
19d_rasen
Der Ehrgeiz des Franzosen ist riesig und treibt ihn an. Mit den Bayern will er so viele Titel wie möglich gewinnen. © dpa
Ribéry
Nach dem Gewinn des Doubles im Jahr 2010 verkündete Franck Ribéry seine Vertragsverlängerung um fünf Jahre. Eine tolle Botschaft für die Bayern-Fans. Das Champions-League-Finale gegen Inter Mailand ging allerdings mit 0:2 verloren. © sampics
Ribery Hoeneß
Ein Grund für den Verbleib des Superstars ist das gute Verhältnis zum Vereinspräsidenten Uli Hoeneß. © dpa
Ribery
Nach einer verkorksten Saison 2010/11 fliegt der Franzose 2011/12 wieder mit gewohntem Elan und der nötigen Magie über den Platz. © dpa
Auch im zweiten Anlauf konnte Ribéry mit dem FC Bayern aber nicht die Champions League gewinnen. Das "Finale Dahoam" verlor man gegen den FC Chelsea. Nach dem Abpfiff wurde er von Didier Drogba getröstet. © sampics
Besser machte man es ein Jahr später in Wembley. Inm deutschen Duell gegen den BVB behielt man die Oberhand und Ribéry konnte endlich den wichtigsten Pokal auf Vereinsebene in die Höhe stemmen. © sampics
Die Krönung seiner überragenden Saison war die Auszeichnung zu Europas Fußballer des Jahres. Damit hat Ribéry auch eines seiner persönlich größten Ziele erreicht. © AFP
Ribérys  Landsmann Zinedine Zidane traut dem Bayern-Star sogar den Gewinn bei der Wahl zum Weltfußballer zu. Das wäre dann der absolute Höhepunkt in der ereignisreichen Karriere des Franzosen. © sampics / Stefan Matzke
Erst hieß es, Sie hätten Glück gehabt. Nun dauert es länger…

Ribéry: Ja, das war sehr enttäuschend für mich, ich hatte zwei, drei Tage wirklich starke Schmerzen. Ich war mit Thomas Wilhelmi laufen gegangen, habe gemerkt: Ich kann nicht! Da hat der Arzt nochmal kontrolliert und gesagt, dass ich doch eine längere Pause brauche. Jetzt ist das Gefühl im Knie aber viel besser.

Haben Sie sich ein Spiel als Ziel gesetzt?

Ribéry: Das ist schwierig, ich will mich nicht unter Druck setzen. Es geht jetzt jeden Tag besser, ich arbeite jeden Tag. Ich hoffe, dass es schnell geht und ich schnell wieder dabei bin. Okay, in Köln ist es wahrscheinlich noch zu früh. Aber gegen Hoffenheim könnte es schon klappen.

Hat sich Josué eigentlich gemeldet und entschuldigt?

Ribéry: Nein, hat er nicht.

Könnte er aber tun, oder?

Ribéry: Ja, das finde ich auch. Denn das war nicht gut von ihm. Wir spielen Fußball und ich glaube nicht, dass es ihm um den Ball ging. Er wollte nur auf mich und mich treffen. Er wollte mich vielleicht nicht verletzen, aber er wollte mich foulen. Ich habe Glück gehabt, dass in meinem Knie nicht mehr kaputt gegangen ist. Das ist schnell passiert und dann hätte es noch länger gedauert.

Die Krankenakte Ribéry

Strec

Dabei wusste er doch, dass Sie gerade erst wieder gesund waren.

Ribéry: Ja, das ist ja das Schlimme. Ich habe gerade zwei schwere Verletzungen hinter mir. Ich glaube nicht, dass ein anderer Spieler das so gemacht hätte. Er war sehr aggressiv, das war nicht gut. In der Szene muss er besser aufpassen. Auch weil ich selbst auf dem Platz ja ein ganz anderer Spieler bin.

Müssen Sie die Schiedsrichter besser schützen?

Ribéry: Ja, das wäre gut. Auch die Schiedsrichter müssen ein wenig aufpassen und unfairen Gegenspielern zeigen: Stop! Ich werde im Spiel echt oft getreten und bekomme viele Schläge. Und wenn ich immer wieder verletzt werde, ist das nicht gut. Und es war ein richtig böses Foul, bei dem er eine Verletzung riskiert.

Wenn er Sie anruft, würden Sie seine Entschuldigung annehmen?

Ribéry: Ja. Dann wäre die Sache für mich vorbei.

Interview: jj

Auch interessant:

Meistgelesen

Coman erhält Auszeichnung - Bayern-Abschied im Sommer immer wahrscheinlicher?
FC Bayern
Coman erhält Auszeichnung - Bayern-Abschied im Sommer immer …
Coman erhält Auszeichnung - Bayern-Abschied im Sommer immer wahrscheinlicher?
Aufregung um Nagelsmann: Bayern-Trainer klagt vor Benfica-Spiel über „Unwohlsein“ - Grund nun klar
FC Bayern
Aufregung um Nagelsmann: Bayern-Trainer klagt vor Benfica-Spiel über …
Aufregung um Nagelsmann: Bayern-Trainer klagt vor Benfica-Spiel über „Unwohlsein“ - Grund nun klar
Überraschung beim FC Bayern: Neuzugang steht plötzlich ligaweit an der Spitze
FC Bayern
Überraschung beim FC Bayern: Neuzugang steht plötzlich ligaweit an …
Überraschung beim FC Bayern: Neuzugang steht plötzlich ligaweit an der Spitze

Kommentare