Bayern-Stürmer muss Herzen zurückgewinnen

Vertrackte Lage: Lewandowski vor schwerster Phase seiner Karriere

Robert Lewandowski hat viel verbrannte Erde hinter sich gelassen beim FC Bayern. Ab nächster Woche muss der Torjäger an der Säbener Straße Farbe bekennen.

München - Cristiano Ronaldo zu Juventus Turin, Eden Hazard und Thibaut Courtois vermutlich zu Real Madrid - das sommerliche Transferkarussell nimmt Fahrt auf, nur einer sitzt nicht drin, obwohl er den Eindruck vermittelt hatte, er wolle unbedingt auch ein paar Runden drehen - am besten solange, bis die Fahrt in Madrid stoppt. Aber Robert Lewandowski rotiert nicht mit, er ist nicht einmal auf den Rummelplatz eingeladen worden, es wird keine Karussellfahrt für ihn geben, keine Zuckerwatte, nicht mal ein paar gebrannte Mandeln.

Am nächsten Mittwoch steht er wieder auf dem Trainingsplatz des FC Bayern, dann endet der Urlaub des polnischen Nationalstürmers nach dem WM-Turnier. Wie geht es mit ihm in München weiter? Zuletzt verbrannte er viel Erde.

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Jubel nach Lewandowski-Toren spärlicher

Auch wenn er selbst es nie öffentlich sagte, ließ er seine Berater doch offen kommunizieren, dass er den FC Bayern verlassen wolle. Schon zum Saisonende entzogen ihm die Fans ihre Gunst, der Jubel nach seinen Toren fiel auffallend spärlich aus. Das Volk hat feine Antennen, und gerade im stolzen Freistaat hält sich das Verständnis in Grenzen, wenn einer sagt, er wolle lieber woanders hin. Da kann es ja nur ums Geld gehen, und nebenbei: Über schlechten Verdienst klagen die Menschen in Bayern eher selten, am wenigsten die Profis des Rekordmeisters von der Isar.

Es ist einsam geworden um Lewandowski, der mit einem geharnischten Rundumschlag zuletzt auch noch seine Kollegen bei der WM nachhaltig verprellt hat. Er sieht sich als Gipfelstürmer, hat sich aber verlaufen, gründlich, irgendwo in den Karpaten, fern der europäischen Spitzen. Wenn er nun seinen Dienst wieder aufnimmt, muss er zunächst mal wieder Münchner Boden gutmachen. Im Verein schätzen sie seine Vollstreckerqualitäten nach wie vor, an guten Tagen ist Lewandowski zweifellos einer der weltbesten Angreifer. Aber im Verein sagen sie auch: So viele gute Tage hatte er zuletzt nicht.

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Lewandowski fühlt sich im Stich gelassen

Lewandowski fühlt sich zu wenig gewürdigt und sogar im Stich gelassen, berichtet die Sport Bild, doch in Wahrheit hat er selbst in den letzten Monaten nur wenig getan, das die Bosse dazu animiert haben könnte, sich für ihn ins Zeug zu legen. Wenn einer einem ständig signalisiert, er wolle weg, sollte er nicht zeitgleich Nestwärme einfordern. Die Führungscrew hatte ihm das ganze Frühjahr hinweg eine Brücke nach der anderen gebaut, keine betrat er, stattdessen ließ er sie über seine Berater in Brand stecken. Er muss nun erst liefern, hofiert wurde er lange genug, heißt es an der Säbener Straße.

Vergraulen wollen sie ihn natürlich auch nicht, das wäre fahrlässig angesichts der guten Tage, zu denen er fähig ist. Aber dass Polen bei der WM ähnlich blamabel abschnitt wie die Deutschen, hat was Gutes. Ein paar Tage allein in den Karpaten schaden nicht, um München aufs Neue schätzen zu lernen. Karussellfahren kann man hier übrigens ja auch. Die Wiesn kommt verlässlich, jedes Jahr, sogar inklusive Zuckerwatte und gebrannte Mandeln.

awe

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