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Köpke bittet um Fairness, prophezeit Ulreich aber unrühmliche Berühmtheit

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Sven Ulreich sitzt nach dem 2:2 im Halbfinal-Rückspiel gegen Real Madrid enttäuscht auf dem Rasen.
Sven Ulreich sitzt nach dem 2:2 im Halbfinal-Rückspiel gegen Real Madrid enttäuscht auf dem Rasen. © AFP / OSCAR DEL POZO

In der Diskussion um den Patzer von Bayern-Torhüter Sven Ulreich im Champions League-Halbfinale gegen Real Madrid hat sich Bundes-Torwarttrainer Andreas Köpke eingeschaltet - und bittet um Fairness.

München - Bundes-Torwarttrainer Andreas Köpke hat vor überzogener Kritik an Bayern-Keeper Sven Ulreich nach dessen Patzer im Champions-League-Halbfinale bei Real Madrid gewarnt. „Es ist unfair, seine Leistung der ganzen Saison an so etwas festzumachen“, wird der frühere Fußball-Nationaltorhüter in der Bild (Donnerstag) zitiert. Ulreich hatte beim Aus der Münchner in Madrid mit seinem Fehler das zwischenzeitliche 1:2 verschuldet. Trainer Jupp Heynckes sprach danach von einem „Blackout“ des Stellvertreters von Manuel Neuer.

„Ulreich hat vorher gut gehalten. Deshalb tut er mir auch leid“, sagte Köpke. Der Bundes-Torwarttrainer fügte aber auch hinzu: „Das Bayern-Ausscheiden wird man immer mit ihm verbinden.“ Der deutsche Rekordmeister hatte durch das 2:2 in Madrid nach dem 1:2 im Hinspiel den Sprung ins Finale der Königsklasse unglücklich verpasst. „Bei der Bewältigung dieser Szene kann dir keiner helfen. Das musst du für dich ausmachen. Aber ich bin mir sicher, er wird das schaffen“, sagte Köpke.

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Ulreich hatte in dieser Saison den verletzten Neuer mit zuletzt oft starken Leistungen vertreten. Daher war sogar über eine mögliche WM-Nominierung des 29-Jährigen spekuliert worden.

Oliver Kahn: „Ich kann mich da sehr gut hineinfühlen“

Der Fehler passierte in der 46. Minute, als er eine Rückgabe von Corentin Tolisso offenbar zunächst mit der Hand aufnehmen wollte. Als ihm einfiel, dass dies einen indirekten Freistoß zur Folge hätte, versuchte er den Ball wegzugrätschen, verpasste ihn aber, sodass der Ball an ihm vorbei kullerte. Reals Torjäger Karim Benzema sprintete in den Strafraum und traf ins leere Tor - das 1:2 aus Münchner Sicht, die sich in der Folge zwar wieder auf 2:2 herankämpften, nach der Niederlage im Hinspiel aber ausschieden.

Nach der verlorenen Partie gegen Real Madrid hatte man den niedergeschlagenen Ulreich alleine auf dem Rasen sitzen gesehen. Auch einer seiner Vorgänger und inzwischen Experte beim ZDF hatte ihn direkt nach der Partie in Schutz genommen. „Ich kann mich da sehr gut hineinfühlen. Da will man am Morgen gar nicht mehr aufstehen. Das ist schon brutal für Sven Ulreich“, sagte Oliver Kahn nach dem Abpfiff. Er kennt die Situation ebenfalls: Sein Patzer gegen Ronaldo im WM-Finale 2002 kostete der Nationalmannschaft damals vermutlich den Titel.

Ulreich selbst hatte sich am Tag danach via Instagram zu Wort gemeldet und sich für seinen Fehler bei Mitspielern und Fans entschuldigt.

dpa

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