Bayern-Star positiv getestet

Thomas Müller: Mediziner erklärt Corona-Wirbel und klagt direkt an - „Nicht nachvollziehbar“

Bei Thomas Müller wurde Sars-CoV-2 diagnostiziert. Nun muss der FCB-Star in Quarantäne
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Bei Thomas Müller wurde Sars-CoV-2 diagnostiziert. Nun muss der FCB-Star in Quarantäne.

Wie konnte sich Thomas Müller in der „Filterblase Fußball“ mit dem Virus infizieren? Ein Mediziner analysiert die Situation - und äußert sich kritisch.

München - Der Nächste! Nach Serge Gnabry, Niklas Süle, Joshua Zirkzee (allesamt falsch positiv), Javi Martínez und Leon Goretzka hat es jetzt auch Thomas Müller erwischt. Wie der Rekordmeister vor dem Klub-WM-Finale gegen UANL Tigres meldete, wurde der 31-Jährige positiv getestet und ist damit der dritte Spieler der Münchner, der sich mit dem Coronavirus infiziert hat.

Auch dieser Fall zeigt: Ganz egal, wie oft sich Profis PCR-Tests unterziehen und wie sicher die vermeintliche „Blase“ ist, in der sich das Team bei Auslandsreisen wie jetzt in Katar isoliert – wirklich geschützt sind sie vor dem Virus nicht!

FC Bayern: War Thomas Müller bei der Abreise aus Berlin bereits mit Corona infiziert?

Fakt ist: Die gesamte Mannschaft unterzog sich nach der Ankunft in Katar einer Testreihe, die in allen Fällen negativ ausfiel. Ob sich Müller jetzt also trotz Sicherheitsvorkehrungen in Katar angesteckt hat oder das Virus bereits beim Abflugchaos aus Berlin am Samstag in sich trug, lässt sich laut Expertenmeinung nicht genau sagen. Der Münchner Sportmediziner und Internist Karlheinz Zeilberger im Gespräch mit der tz: „Die offizielle Inkubationszeit liegt bei ein bis 14 Tagen. Es gibt Fälle, die bereits einen Tag nach Ansteckung infektiös waren, bei anderen dauert es wiederum bis zu 14 Tagen bis es ausbricht. Bei Müller kann es also sein, dass er ein Spätzünder ist und seine Viren so lange gebraucht haben, um sich zu vermehren, dass der Test nicht am Tag der Anreise, sondern erst jetzt positiv war. Gleichwohl kann er sich aber auch erst in Katar angesteckt haben und ein Schnellzünder sein. Was sich sagen lässt, ist, dass man in der Regel zwei Tage vor Ausbruch der Symptome am infektiösten ist.“

FC Bayern im Finale der Klub-WM: Risiko für alle Beteiligten wegen Müller-Infektion

Wobei der Fall Müller kurios ist. Laut Bild war sein erster Test positiv, der zweite wiederum negativ, der dritte erneut positiv. Darauf wurde er von der FIFA für die Partie gegen Tigres gesperrt und in ein anderes Hotel gebracht, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Klar ist, dass das Spiel gegen Tigres auch trotz anschließender Tests und negativen Resultaten ein (erneutes) Risiko für alle Beteiligten bedeutete. Zeilberger dazu: „Ich habe in meiner Praxis einen Fall gehabt, bei dem der Patient an einem Tag symptomfrei war und Schnelltest sowie PCR negativ ausfielen, am nächsten Tag traten bereits erste Symptome auf und der Schnelltest war positiv. Das Risiko ist da.“

Dass sich die große Welt des Fußballs der Pandemie und dem Lockdown zum Trotz weiterdreht, Teams um den Globus reisen und auf Mannschaften aus allen Kontinenten des Erdballs treffen, hält der Doc daher für „nicht nachvollziehbar aus Medizinersicht“. Aus sportlicher Sicht gilt für die Bayern festzuhalten, dass sie einen ihrer formstärksten Spieler (13 Tore, 14 Assists diese Saison) erst einmal verlieren, nach der Rückreise dafür aber wieder auf die genesenen Martínez und Goretzka bauen können. Ob Müller der letzte Covid-Fall in den Reihen des Rekordmeisters bleibt? Unwahrscheinlich…

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