Tönnies: "Ein bisschen Hin und Her. Mehr nicht."

München - Langsam erkennt auch der selbstbewusste Schalke-Boss Clemens Tönnies, dass er das Rennen um Manuel Neuer verlieren wird. In der tz klingt er nach Aufgabe, stichelt aber noch mal.

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Sie warteten vergeblich. Noch. Es war eine Medien-Vollversammlung vor der Praxis von Dr. Müller-Wohlfahrt, im Herzen Münchens. Fünf Journalisten, zwei Fotografen, ein Kameramann. Doch Manuel Neuer kam am Donnerstag noch nicht zum Medizincheck. Der Torwart befand sich a Donnerstag noch im Urlaub, reist am Freitag direkt zum Treffpunkt der Nationalmannschaft nach Frankfurt an. Dass er sich bald vom Bayern-Doc routinemäßig, wie es nun mal vor Vertragsunterschriften der Fall ist, durchchecken lassen wird, bezweifelt in München niemand.

Neuer ist ab 1. Juli 2011 Münchner – da ist man sich an der Säbener Straße nach wie vor sicher. Weil Schalke nicht auf bis zu 25 Millionen verzichten kann, weil es schon jetzt auf Schalke eine Anti-Neuer-Fraktion bei den Fans – siehe Watschn-Affäre – gibt. Und vor allem: Weil es Neuer selbst so will. „Manuel ist charakterfest. Er hat klipp und klar gesagt, dass er seinen Vertrag nicht verlängern wird“, bekräftigt Neuers Medienberater Bernhard Schmittenbecher, dass sich Schalke ein neues Angebot sparen kann. „Er steht zu seinem Wort, daran ändern auch neue Summen nichts. Alles andere ist Sache der Vereine.“

Und langsam erkennt auch der so selbstbewusste S04-Boss Clemens Tönnies, dass er und Schalke das Rennen um Neuer verlieren werden. Er wolle Neuer „aus dem Bayern-Rachen reißen“, hatte der Aufsichtsratschef nach dem Pokalfinale getönt. „Ich weiß gar nicht genau, wo der Begriff herkommt“, sagt Tönnies zu der martialischen Äußerung, als ihn die tz am Donnerstag erreicht. „Das ist eigentlich nicht mein Vokabular.“

Am Donnerstag traf sich Tönnies, der am Freitag seinen 55. Geburstag feiert, mit Horst Heldt. Dabei wurde ihm das endverhandelte Angebot zwischen Bayern und Schalke „vorgelegt, und dann müssen wir entscheiden“, so Tönnies. Damit will sich der Unternehmer aber Zeit lassen. „Der Entschluss wird nicht vor unserer turnusmäßigen Aufsichtsratssitzung fallen, das machen wir am Montag“, sagt Tönnies.

In der tz hatte sich Bayerns Finanzboss Karl Hopfner „überrascht“ vom langsamen Entscheidungsprozess gezeigt. Tönnies’ Replik: „Das ist eine wichtige Personalie. Dass man sich da einen Kopf macht, ist doch normal. Ich meine, da sollen die Bayern nicht ungeduldig sein. Wir haben doch Zeit…“

Eine letzte Provokation. Denn danach sagt Tönnies einen Satz, der zeigt, dass er selbst wohl nicht mehr an Neuers Verbleib glaubt. „Ich weiß, wie schwer es Manuel fällt, wegzugehen. Und ich weiß, wie schwer es uns fällt, ihn gehen zu lassen. Deswegen gibt es im Augenblick ein bisschen Hin und Her. Mehr ist es nicht.“ Klingt nach Aufgabe.

Als es um den Handschlag beim Treffen am 10. Mai geht, gibt sich Tönnies zwar noch einmal kämpferisch: „Den Handschlagsvertrag gibt es definitiv nicht. Das ist Blödsinn. Es gibt ein Verhandlungsergebnis.“ Dass seine Aussagen nur Show gewesen wären, verneint Tönnies: , „Das mache ich nicht!“ Ändern werden sie im Neuer-Poker aber nichts mehr.

ta

Quelle: tz

Rubriklistenbild: © dpa

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