Erinnerungen an WM in Brasilien

Toni Kroos enthüllt Unstimmigkeit mit Hansi Flick - Kritik an Weltfußballer-Wahl: „Gehört nicht in die Top drei“

Toni Kroos kritisiert die Wahl zum Weltfußballer. Der Mittelfeldspieler hätte sich Hansi Flick als Titelträger gewünscht, hat aber ein Problem mit seinem Ex-Coach.

  • Toni Kroos spricht in seinem Podcast über die Weltfußballer-Wahl.
  • Der Mittelfeldspieler von Real Madrid hätte sich Hansi Flick als Welttrainer gewünscht.
  • Beim WM-Titel 2014 in Brasilien geriet Kroos im Hotel aber mit Flick aneinander.

Madrid - Toni Kroos wurde gemeinsam mit Hansi Flick als Co-Trainer Weltmeister 2014, doch zwischen Spieler und Trainer gab es in Brasilien immer wieder Reibereien. Bei der Wahl zum Welttrainer ging Flick zuletzt leer aus, auch zur Überraschung von Kroos.

„So richtig interessieren tut mich das ehrlich gesagt nicht“, sagte Kroos in seinem Podcast Einfach mal Luppen über die Wahl zum Weltfußballer. Robert Lewandowski vom FC Bayern habe sich „absolut verdient“ durchgesetzt, allerdings kann der 30-Jährige die Platzierung von Barcelonas Lionel Messi nicht nachvollziehen. „Messi gehört für mich nicht in die Top drei, weil ich finde, dass er dieses Jahr nicht die Leistung gebracht hat.“

Kroos wünscht sich mehr Bayern-Spieler bei Weltfußballer-Wahl

Nach der Meinung von Kroos, der zuletzt auf humorvolle Weise auf Kritik reagiert hat, hätten noch mehr Bayern-Spieler in die engere Auswahl gehört. Speziell Joshua Kimmich hätte es in seinen Augen „schon verdient gehabt, unter den Top drei zu sein, weil er ein absoluter Leistungsträger war.“ Das größte Problem habe Kroos aber bei diesem Preis damit, dass er dem Geist des Fußballs widerspreche. Er sei „auf diese Einzelauszeichnung nicht so scharf. Ich sehe das im Fußball als echt schwierig an mit Einzelauszeichnungen, weil es ein Teamsport ist.“

Auch der Wahl zum Welttrainer fügt Kroos keine allzu hohe Bedeutung zu. Zur Überraschung vieler setzte sich Liverpools Trainer Jürgen Klopp gegen Triple-Sieger Flick vom FC Bayern durch. „Natürlich sind beide gute Trainer, aber anhand der Erfolge - man sieht ja, dass Kloppo auch überrascht war - war das schon überraschend. Das hat man bei beiden gesehen. Im Endeffekt ist es aber auch nicht ganz so wichtig“, resümierte Kroos.

Kroos über Flick: „Ich hatte nur einmal ein Problem mit ihm“

„Hansi Flick ist für mich einer der Menschen des Jahres 2020. Hansi ist ein wunderbarer Mensch, der ungern im Mittelpunkt ist. In meinen Augen hat er es einfach verdient, so wie es läuft“, lobte Kroos seinen ehemaligen Co-Trainer bei der deutschen Nationalmannschaft. Denn dieser habe aus den Bayern nicht „nur einfach einen Triple-Sieger gemacht, sondern eine Mannschaft - wenn man jetzt vielleicht mal die letzten ein, zwei Monate weglässt - die wirklich über jede Mannschaft hinweg gefegt ist und selten weniger als vier Tore geschossen hat.“

Neben all dem Lob gab es aber auch schon Streit zwischen den beiden ehemaligen Weggefährten. Ausgerechnet bei der Weltmeisterschaft in Brasilien 2014, die mit dem WM-Titel gekrönt wurde, gab es dicke Luft. „Ich hatte nur einmal ein Problem mit ihm bei der Nationalmannschaft. Das war als er mich bei der WM 2014 mehrmals geweckt hat und zum Frühstück geschickt hat, weil ich das ja gerne weggelassen habe. Das fand ich auch nicht so witzig, aber in diesem Fall drücke ich die Augen zu“, erklärte Kroos auf ironische Weise. Flick überlässt eben nichts dem Zufall. Kein Wunder also, dass der FC Bayern einen Titel nach dem anderen feiert. (ck)

Rubriklistenbild: © imago sportfotodienst/Jan Huebner

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