Bayern-Boss über Talente und FIFA-Wahl

tz-Interview: Rummenigge erklärt Scouting-Politik

Karl-Heinz Rummenigge
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Karl-Heinz Rummenigge.

München - Im tz-Interview spricht Karl-Heinz Rummenigge über die Scouting-Politik des FC Bayern und über die Wahl zum FIFA-Vorsitzenden. "Blatter gewinnt mit Pauken und Trompeten", erwartet er.

Die einen sagen, die Wahl ist entschieden, die anderen sagen, die Wahl ist eine Farce. Und für manche ist die Wahl eine Farce, weil sie schon entschieden ist… Am 29. Mai stellt sich Sepp Blatter erneut als Kandidat für den Posten als FIFA-Vorsitzender zur Wahl, zum ersten Mal seit 2002 hat er auch mal wieder einen Mitbewerber. Aber was heißt einen? Gleich fünf Gegenkandidaten treten in Zürich an! Da wäre der Holländer Michael van Praag (67), Präsident des Niederländischen Verbandes, der auch vom DFB unterstützt wird! Da wäre auch Luís Figo (42), ehemaliger portugiesischer Weltstar. Ali Bin al-Hussein (39), FIFA-Vizepräsident und Präsident des jordanischen Verbandes, soll zunächst einige Unterstützer in Asien gehabt haben. Nach neuesten Informationen bröckelt diese Hilfe aber. Bleiben noch Jérôme Champagne (56), ein ehemaliger Funktionär des Verbandes, der aber kaum Rückhalt genießt in Europa. Und da ist David Ginola (48), ein ehemaliger Spieler, ein bunter Hund, ein chancenloser Rebell? Die tz sprach mit FCB-Boss Karl-Heinz Rummenigge über die Wahl.

Herr Rummenigge, wie beurteilen Sie den Kampf um die FIFA-Spitze? Ein Kandidat auf den Präsidentschaftsposten war zuletzt halb nackt in der Zeitung.

Rummenigge: …und hat sich in diesem Artikel sehr wohlwollend über den FC Bayern geäußert. Das habe ich auch gelesen. David Ginola ist ein ehemaliger Spieler. Aber im Prinzip ist die Wahl entschieden: Sepp Blatter wird wieder gewählt. Da kann antreten, wer will.

Eigentlich keine sehr schönen Voraussetzungen, oder?

Rummenigge: Das weiß ich nicht. Es ist eine demokratische Wahl, da wählen 206 Verbände. Und ich gehe davon aus, dass sich mindestens zwei Drittel bis drei Viertel pro Sepp Blatter entscheiden werden. Das wird eine Wahl, die er mit Pauken und Trompeten gewinnt. Da kann Kritik aus Deutschland, England oder sonstwoher kommen – in 200 anderen Ländern wird Sepp Blatter wertgeschätzt. Ob man das gut findet oder nicht. Das ist Fakt.

Warum ist das so?

Rummenigge: Die Frage ist, warum ist er in Deutschland nicht beliebt? Man darf nicht vergessen: Blatter muss nicht nur Europäer glücklich machen, sondern auch Afrikaner, Asiaten, Nordamerikaner, Südamerikaner, die aus Ozeanien. Ich habe immer gesagt, wahrscheinlich musst du die Eigenschaften eines Zirkusdirektors haben, um die Fußballwelt am Ende des Tages zufriedenzustellen. Das ist unglaublich schwierig, diesen Spagat so zu bewältigen, dass alle glücklich sind. Die Interessenlage ist enorm unterschiedlich.

Schauen Sie denn noch auf den Afrika Cup oder den Asien Cup? Sind dort FC-Bayern-Scouts vor Ort?

Rummenigge: Unsere Scouts sind momentan bei der U 20-Weltmeisterschaft in Uruguay.

Ist das attraktiver für Sie?

Rummenigge: Es gibt auch beim Afrika Cup lukrative Spieler. Touré zum Beispiel, der bei Manchester City spielt. Da gibt’s gute Spieler. Aber unsere Scoutingabteilung hat im Moment mehr den Fokus auf junge Spieler.

Ist es denn noch so, dass Ihr Hauptaugenmerk dabei auf europäischen, vor allem auf deutschen Talenten liegt?

Rummenigge: Das kann ich bestätigen. Ich hatte da mal mit Michael Reschke eine interessante Diskussion. Wenn man Südamerikaner holt, dann müssen wir sie ein Stück weit anders begleiten als zum Beispiel Breno. Da ist ohne Frage ein Fehler gemacht worden – nicht auf, sondern außerhalb des Platzes. Da hätten wir ihn mehr begleiten müssen. Denn wenn ein junger Mensch im zarten Alter von 18 aus Südamerika kommt, dann hat er hier Schwierigkeiten mit der Sprache, der Kultur, dem Klima, mit allem Drumherum. Deshalb müssen wir, und das ist eine Erkenntnis aus der Erfahrung mit Breno, die Spieler besser begleiten. Ich glaube, das kann man und wird man auch müssen, wenn man noch mal einen jungen Spieler aus Südamerika nach Bayern holt.

Interview: mic, lop

Hätten Sie's bei allen gewusst? Prominente FC-Bayern-Fans

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