Bayerns Basketballer auf Europareise

Charterflüge, mehrere Tests - Bayern mit drei Spielen in 98 Stunden

Paul Zipser von den Bayern Basketballern drückt den Ball Richtung Korb
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Gegen viele Widerstände: Paul Zipser und Kollegen haben eine heftige Woche vor sich.

Die Bayern-Basketballer machen sich bei den Spielen in Tel Aviv und Istanbul selbst zum Hochsicherheitsgebiet. Das ist in der Euroleague offenbar nicht selbstverständlich.

München – Gestern Nachmittag sah es fast schon nach ein bisschen Normalität aus bei den Basketballern des FC Bayern. Planmäßig gingen die Profis von Andrea Trinchieri auf Reisen. Diesmal in Richtung Israel, wo heute (18.30 Uhr) mit dem Auftritt bei Maccabi Tel Aviv Teil drei der Euroleague-Spielzeit über die Bühne gehen soll.

Es ist der Auftakt einer Woche, in der allerdings nicht wirklich viel normal ist. Es warten zwei Auftritte im Risikogebiet – nach dem heutigen Duell zieht der Bayern-Tross nach Istanbul weiter, wo man sich am Freitag mit Fenerbahce messen muss. Beide Partien finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Anders als das Pokalspiel gegen Bayreuth zwei Tage später im, pandemisch allerdings eher beschaulichen Weißenfels.

Ein Unternehmen, für das die Bayern tief in die Tasche greifen mussten. Alle Flüge werden mit einer Chartermaschine bestritten. „Extrem teuer“, sei das, betonte Geschäftsführer Marko Pesic. Und anders als etwa als im Handball müssen die Basketball-Clubs die Kosten voll tragen. Aber die Münchner haben sich auch deshalb für diesen Weg entschieden um den Ablauf der Reisen selbst in der Hand zu haben. Und um unter sich zu sein. Um das Risiko zu minimieren wird sich der Münchner Tross ausschließlich zwischen Flugzeug, Hallen und den Hotels bewegen, in denen man jeweils alleine ein eigenes Stockwerk bewohnen wird.

So hatte das zuletzt auch Alba Berlin gehandhabt, das zum Euroleague-Auftakt in Tel Aviv antrat. „Abends auf den Reisen noch einmal in ein örtliches Lokal zu gehen, ist etwas, was auch den Reiz der Euroleague ausmacht“, sagte Alba-Kapitän Niels Giffey, „das geht jetzt alles nicht.“ Das sieht offenbar nicht jeder so. Zum Auftakt der Königsklasse wurden bereits Spieler von ZSKA Moskau und dem FC Barcelona auffällig. Dieser Tage wurde nach dem Duell mit den Katalanen das komplette Team von Zenit St. Petersburg positiv getestet. Die beiden Einsätze der Russen in dieser Woche fallen damit schon einmal dem Virus zum Opfer. In Frankreich gibt es Ärger, weil Euroleague-Vertreter ASVEL Villeurbanne in der nationalen Liga mit einem infizierten Profi antrat.

Probleme, denen sich die Bayern zumindest so lange wie möglich entziehen wollen. Auf der 98-stündigen Europareise wird die komplette Münchner Delegation deshalb auch mehrfach getestet. Auch das ist organisatorisch durchaus anspruchsvoll. Die Proben werden zwar vom medizinischen Stab des FC Bayern entnommen. Dort hat man schon Routine damit, die Basketballer werden seit dem Trainingsauftakt im August standardmäßig mindestens zweimal wöchentlich getestet. Die Auswertung auf Reisen freilich muss nun auch noch mit örtlichen Labors organisiert werden.

So wird das auch am Samstag sein. Den abschließenden Test werden die Bayern dann wohl bei ihrer Rückkehr am Flughafen Leipzig über die Bühne bringen. Das könnte durchaus einen gewissen Nervenkitzel mit sich bringen. Denn bis die (negativen) Testergebnisse beigebracht sind, müssen die Münchner Basketballer in ihrem Hotel in Quarantäne. Etwas mehr als einen Tag haben sie dafür Zeit. Um 20.30 Uhr steht am Sonntag der BBL-Pokaleinsatz gegen den Bayern-Rivalen aus Bayreuth auf dem Plan.

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