Bayern-Basketballer siegen in Berlin

Ein Coup mit Signalwirkung

Verhaltener Jubel: Zumindest einen Abend lang durften die Bayern-Profis den Sieg beim Erzrivalen auskosten.  Foto: dpa
+
Verhaltener Jubel: Zumindest einen Abend lang durften die Bayern-Profis den Sieg beim Erzrivalen auskosten. Foto: dpa

Der 90:72-Sieg in Berlin hatte schon erste Botschaften: Bayerns neuer Kader hat gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Saison. Die nächste Prüfung lässt nicht lange auf sich warten.

München – Zumindest ein bisschen durften die Basketballer des FC Bayern die Sache ja auskosten. „Ein Sieg ist ein Sieg, und dieser, hier, auswärts beim nationalen Rivalen ist natürlich ein süßer Sieg - und das können wir genießen“, sagte Trainer Andrea Trinchieri nach dem 90:72 bei Alba Berlin. Für ein paar Stunden wenigstens. Am Samstag freilich richtete der Italiener den Blick schon wieder nach vorne. Klar, in dieser Woche haben die Bayern gleich drei Auswärtstrips vor sich. Aber was weiß man schon in diesen Tagen. „Vielleicht gibt es drei Spiele, vielleicht gar keines“, sagte Trinchieri, „Corona zieht sehr viel Kraft.“

Immerhin: Das Spiel am Mittwoch bei Maccabi Tel Aviv (18.30 Uhr) ist wohl gesichert. Bei Israels Rekordmeister gab es für die Bayern ja selten viel zu holen. Im vergangenen Jahr kassierte man wie so ziemlich überall mit 55:77 fürchterliche Prügel. Aber in den vergangenen zwei Wochen haben die Münchner Argumente gesammelt, die auf Besserung hoffen lassen. Allem voran die schon bestens funktionierende Defensive. Mit ihr hatte man schon das Starensemble von Olimpia Mailand entnervt. Am Freitag verneigte sich auch Berlins Seitenwechsler Maodo Lo vor den Ex-Kollegen aus München: „Die Bayern waren sehr aggressiv, das haben sie richtig gut gemacht.“ Zumal die Männer um Kapitän Nihad Djedovic nun auch am Korb weit entschlossener zupacken als in den vergangenen Spielzeiten. In Jalen Reynolds holte man sich dafür eigens einen Rebound-Spezialisten an Bord (Trinchieri; „In Normalform ist er vielleicht sogar der beste Rebounder der Eroleague“).

Und auch offensiv wirken die ersten Gehversuche der Saison ganz vielversprechend. Wade Baldwin deutete nicht nur mit seinen spektakulären Flugeinlagen an, dass er sich durchaus zum Anführer der Bayern entwickeln könnte. Und mit Zan Mark Sisko, T.J. Bray oder auch dem vielseitigen Nick Weiler Babb haben die Bayern Profis, die schon andeuteten, dass sie Baldwin als Spielgestalter entlasten können.

Wobei nicht zuletzt Djedovic auch nach den verheißungsvollen ersten Auftritten noch auf die Bremse tritt: „Wir spielen guten Basketball“, sagte er, „aber wir sind eine neue Mannschaft mit vielen neuen Spielern, wir müssen weiter hart arbeiten.“ Kollege Vladimir Lucic immerhin sieht sein Team immerhin auf bestem Weg. „Das ist die Art, wie wir spielen wollen“, sagte er. Am besten auch am Mittwoch – bei Maccabi Tel Aviv.

Auch interessant:

Kommentare