Quali-Debakel für Vettel - Doppel-Pole für Mercedes

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Nico Rosberg (l.) und Michael Schumacher freuen sich über die erste Doppel-Pole für Mercedes seit 1955.

Shanghai - Jubel bei Mercedes, Frust bei Vettel: Zum ersten Mal seit 56 Jahren starten in China zwei Silberpfeile aus Reihe eins. Vettel schaffte es nicht mal in die Top Ten.

Nico Rosberg ballte die Faust und fühlte sich nach der ersten Pole Position seiner Karriere einfach nur “phänomenal“: Diese Formel-1-Qualifikation in Shanghai dürfte bei seinem Team Mercedes in die Geschichtsbücher eingehen. “Das ist der absolute Hammer, ein gigantisches Gefühl“, sprudelte es am Samstag aus Rosberg heraus. Beim Großen Preis von China am Sonntag (09.00 Uhr MESZ/RTL und Sky) starten beide Silberpfeile aus der ersten Reihe - das gab es seit gut 56 Jahren nicht mehr. “Darauf hat Mercedes sehr lange gewartet. Jetzt haben wir es geschafft“, sagte Michael Schumacher freudestrahlend.

Die Formel 1 2012: Alle Fahrer und ihre Autos

Die Formel 1 2013: Alle Fahrer und ihre Autos

RED BULL RACING © Mark Thompson/Red Bull Racing
Dreifach-Weltmeister Sebastian Vettel (Heppenheim) fährt 2013 weiter im Red Bull, der Vertrag läuft bis 2014. © dpa
Teamkollege Mark Webber (Australien) hat noch einmal um ein Jahr verlängert. © Getty
MCLAREN © dpa
Für Lewis Hamilton fährt der 22 Jahre alte Mexikaner Sergio Perez. © ap
Routinier und Ex-Weltmeister Jenson Button (England) wird gefragt sein, er ist langfristig bis 2014 an den Rennstall gebunden. © Getty
FERRARI © dpa
Fernando Alonso (Spanien) wird den nächsten Angriff auf Vettel unternehmen. Er hat einen Vertrag bis 2016. © Getty
Felipe Massa (Brasilien) darf 2013 auch noch mal ran. © Getty
MERCEDES © dpa
Lewis Hamilton (England) statt Michael Schumacher. Der Brite ist vorerst drei Jahre an die Silberpfeile gebunden. © Getty
Nico Rosberg (Wiesbaden) bleibt, er hat einen Vertrag bis 2013. © Getty
LOTUS © dpa
Kimi Räikkönen (Finnland) wird als WM-Dritter 2012 noch mehr wollen. © dpa
Romain Grosjean (Frankreich) darf trotz seiner wiederholten Auftritte als Crashpilot wohl bleiben, ist aber noch nicht bestätigt. © dpa
WILLIAMS © Getty
Pastor Maldonado (Venezuela), Sieger in Barcelona, bleibt. Er bringt auch noch Geld aus Venezuela mit. © Getty
Bruno Senna ist raus, Testpilot Valtteri Bottas (Finnland) steigt zum Stammfahrer auf. © getty
FORCE INDIA © Sahara Force India
Paul Di Resta (Großbritannien) bleibt © getty
Adrian Sutil kriegt das zweite Cockpit © dpa
SAUBER © dpa
Die Schweizer treten mit einer neuen Paarung an. Nico Hülkenberg (Emmerich) wechselt von Force India zu Sauber. © dpa
Neben Nico Hülkenberg darf der 21-jährige Deübtant Esteban Gutierrez (Mexiko) ran. © dpa
TORRO ROSSO © dpa
Daniel Ricciardo (Australien) © getty
Jean-Eric Vergne (Frankreich) © getty
MARUSSIA © dpa
Hier ist alles neu! Timo Glock ist weg, für ihn ist Jules Bianchi da © Getty
Sein Kollege: Max Chilton © Getty
CATERHAM © dpa
Charles Pic (Frankreich), bisher Marussia, heuert bei dem anglo-malaysischen Team an. © getty
Giedo van der Garde ist sein Kollege © Getty

Am 11. September 1955 hatte im legendären Juan Manuel Fangio zuletzt ein Mercedes-Werksfahrer eine Formel-1-Pole-Position inne. Damals starteten in Fangio, Stirling Moss und Karl Kling gleich drei Silberpfeile am Anfang des Feldes. Rosbergs Teamkollege Schumacher wurde am Samstag in der Qualifikation auf dem Shanghai International Circuit zwar Dritter, profitierte aber von einem Problem bei McLaren. Die Briten mussten nach dem zweiten WM-Lauf der Saison Ende März in Malaysia das Getriebe bei WM-Mitfavorit Lewis Hamilton wechseln. Gemäß den Regeln muss der am Samstag zweitplatzierte Hamilton am Sonntag von Platz sieben starten. “Wir sind tatsächlich Erster und Zweiter, weil der Lewis zurückgesetzt wird - man glaubt es kaum“, frohlockte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

“Ich werde alles versuchen, ihn mir zu schnappen. Es ist fantastisch, ihn da zu sehen“, sagte Hamilton anerkennend über die Glanzleistung seines alten Kumpels Rosberg. Möglicherweise war Hamilton aber auch wegen des Missgeschicks seines WM-Konkurrenten Sebastian Vettel so gut gelaunt. Noch deutlich hinter dem WM-Zweitplatzierten Hamilton (30 Punkte) muss der WM-Sechste Vettel (18) von Platz elf aus starten. “Das ist natürlich schon doof“, kommentierte Vettel seine Leistung.

Woran sein Aus bereits im zweiten Abschnitt lag, wusste der Weltmeister auch nicht so recht. “Eigentlich war ich mit dem Auto zufrieden. Darauf will ich es nicht schieben. Schade, dass nicht mehr kam“, sagte der 24-Jährige. Zuletzt hatte der Red-Bull-Pilot im Oktober 2009 in Brasilien die Top Ten verpasst. Vor zweieinhalb Jahren reichte es in der verregneten Qualifikation nur zu Platz 16. Damals wurde im Rennen noch Platz vier daraus. Auf etwas Ähnliches setzt Vettel auch nun: “Ich denke mal, im Rennen ist noch alles drin.“

Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel hat es in der Qualifikation zum Großen Preis von China überraschend nicht in die Top Ten geschafft.

Eigentlich wollte Vettel nach Platz zwei zum Auftakt in Australien und Platz elf in Malaysia in China seinen Angriff auf die WM-Spitze um den führenden Fernando Alonso (35) starten. Der Ferrari-Pilot wurde zwar auch nur Neunter, doch gegen McLaren und vor allem Mercedes hatte Vettels Red Bull am Samstag das Nachsehen. “Im Moment kommt vielleicht das letzte bisschen nicht“, haderte Vettel.

Wer denn nun die Favoriten seien, wurde der Champion gefragt. “Die, die vorne stehen“, raunte der Heppenheimer zurück. Er selbst nicht mehr? Abwarten. Für das Rennen hat Vettel noch einen Satz neue Reifen und damit einen leichten Vorteil. “Das ist das einzig Gute“, meinte der Weltmeister.

Bei Mercedes wird nun gehofft, die erneut starke Qualifikation auch endlich am Rennsonntag zu bestätigen. “Das Rennen ist erst morgen“, mahnte Haug nach den schlechten Erfahrungen in den ersten beiden Saisonläufen. Trotz der Qualifikationsplätze vier in Australien und drei in Malaysia für Schumacher sammelten die Schwaben erst einen WM-Punkt. Eingefahren ebenfalls vom Rekordchampion. “Ich bin überzeugt davon, dass wir auch im Rennen Fortschritte machen werden“, versprach Pole-Fahrer Rosberg nun.

Fortschritte müssen auch die beiden anderen deutschen Fahrer machen. Nico Hülkenberg wurde im Sahara Force India 16., Timo Glock gar nur 21. im Marussia.

dpa

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