„Spitze muss der Anspruch sein“

Formel 1: Nach Abschied von Sebastian Vettel - Sitzt schon bald wieder ein Schumacher im Ferrari?

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Von den Tifosi gefeiert: Mick Schumacher bei einem Ferrari-Event in Mailand im September 2019.

Mick Schumacher, Sohn von Formel-1-Legende Michael Schumacher, gilt als möglicher Nachfolger von Sebastian Vettel bei Ferrari. Er wird sich aber noch etwas gedulden müssen.

München/Maranello - „Das war...wow! Die Tifosi sind sehr mit dem Herzen dabei, und das ist etwas, was sehr schön ist.“

Die hellblauen Augen von Mick Schumacher strahlten, als der Sohn der Formel-1-Legende Michael Schumacher im Interview mit dem ZDF über jene Momente am 4. September 2019 in Mailand sprach. 

Die Tifosi jubelten dem jungen Rennfahrer bei der 90-Jahre-Feier von Ferrari auf dem Piazza del Duomo vor dem Mailänder Dom zu.

Mick Schumacher: „Es ist mein Traum, bei Ferrari zu fahren“

„Es ist mein Traum, bei Ferrari zu fahren. In der Akademie dabei zu sein, bringt mich ein großes Stück näher an diesen Traum heran“, meinte Schumacher junior weiter. Vater Michael, der erfolgreichste Pilot der Formel-1-Geschichte, hatte zwischen 2000 und 2004 fünf Mal in Folge die Fahrer-WM für die Scuderia gewonnen.

Verlässt Ferrari nach dieser Saison: Sebastian Vettel.

Folgt ihm Sohn Mick Schumacher irgendwann ins Ferrari-Cockpit? Unerwartet wurde nun ein Platz im Formel-1-Tea m der Italiener frei, Sebastian Vettel* und die „roten Renner“ gehen nach dieser Saison getrennte Wege, hieß es am 13. Mai 2020. 

Doch nur einen Tag später präsentierte Ferrari Carlos Sainz als Nachfolger - samt Vertrag für die Jahre 2021 und 2022.

Mick Schumacher: (Vorerst) kein Nachfolger von Sebastian Vettel bei Ferrari

Und das, obwohl Mick Schumacher mittlerweile Teil der Ferrari Drivers Academy ist, dem Nachwuchsförderprogramm aus Maranello

Schumacher junior, der 2018 die Formel 3 gewann, hat zudem schon Testfahrten für Ferrari und dessen Partner-Team Alfa Romeo in Bahrain absolviert, und im Juli 2019 fuhr er im Vorfeld des Deutschland-GP auf dem Hockenheimring* im 2004er-Weltmeister-Auto seines Vaters über die Strecke.

Doch die Formel 1 komme für den Deutschen auch mit Blick auf die Saison 2021 „zu früh“, sagte Teamchef Mattia Binotto im Dezember 2019 in Maranello: „Es wird wichtig sein, Fahrer mit etwas Erfahrung zu haben, denn die Autos werden komplett neu sein.“

Sebastian Vettel: Mick Schumacher holt sich schon Tipps von Ferrari-Pilot

Das Aus von Sebastian Vettel* - ohne WM-Titel im „roten Renner“ - hat daran nichts geändert. „Wenn ich die Chance habe, rede ich mit ihm und hole mir den einen oder anderen Tipp. Er hat die ganzen Kategorien durchgemacht, die ich auch habe“, meinte Mick Schumacher im ZDF über sein Verhältnis zum viermaligen Weltmeister aus Heppenheim: „Er hat extrem viel Erfahrung in der Formel 1. Er kann mir sehr viel helfen.“

Er selber muss sich nach seinem Formel-3-Titel 2018 erst noch in der Formel 2 beweisen, in der Saison 2019 gelang das für das Prema Powerteam eher durchwachsen. 

Er holte zwar einen Sieg, aber auch zwölf Mal null Punkte - am Ende stand Platz zwölf. 2020 wollte er eigentlich nachlegen.

„Der Anspruch muss sein, um die Spitze, wenn nicht an der Spitze zu fahren“, sagte er unlängst - doch dann kam die Corona-Krise und bremste auch den Weltmeister-Sohn aus.

Formel 1: Mick Schumacher erinnert an Vater Michael Schumacher

„Ich fühle mich in der Formel 2 ready als Rennfahrer, ich fühle mich erwachsener. In der Formel 2 ist es dem geschuldet, dass man so lange braucht, dass der Reifen ganz anders ist, dass man ein viel größeres Team hat, dass man Boxenstopps hat“, erklärte er dem ZDF zu seiner Entwicklung: „Es gibt viele Punkte, an die man sich gewöhnen muss, weswegen es schwieriger ist, direkt stark dabei zu sein.“ 

Formel-1-Legende: Michael Schumacher.

In seinen Aussagen und seinem Renn-Spirit erinnert er schon ganz an seinen Vater, der bei einem schlimmen Ski-Unfall im Dezember 2013 ein Schädel-Hirn-Trauma erlitt und seither nicht mehr in der Öffentlichkeit auftauchte. 

Ferrari: Mick Schumacher himmelt Vater Michael Schumacher an

Er himmle seinen Vater genauso an „wie viele andere“, erzählte er dem ZDF: „Er ist für mich mein Hero (zu Deutsch: Held, d. Red.). Wir machen das Gleiche, haben die gleiche Passion. Wir ähneln uns in vieler Hinsicht.“

Das gilt offensichtlich auch für die Begabung auf den deutschen Rennstrecken, auf dem Nürburgring und in Hockenheim. 

Die Formel 1 ist in Deutschland in eine Krise geraten, die Zuschauerzahlen in Hockenheim nahe Mannheim und Heidelberg nahmen stetig ab, der Nürburgring - in der Eifel unweit von Bonn gelegen - hat seit Jahren mit einer finanziellen Schieflage zu kämpfen.

Hockenheim: Der Formel 2 Fahrer Mick Schumacher fährt mit dem Rennwagen seines Vaters, dem Ferrari F2004, über die Rennstrecke.

„Es war schon cool, nicht nur das Auto, sondern die ganzen Leute. Es war schon eine ganz coole Sache, speziell in der Heimat mit dem Auto rumzufahren“, erzählte Mick Schumacher zu den Show-Runden im 2004F auf dem Hockenheimring im Juli 2019 vor dem Formel-1-Rennen.

Formel 1: Mick Schumacher irgendwann im Ferrari-Cockpit?

Bei seinem Titel in der Formel 3 hatte er alle drei Rennen auf dem Nürburgring gewonnen, in Hockenheim fuhr er immerhin zwei zweite Plätze ein - Schumacher junior: „Ich schätze, das Heim-Publikum hat mich angetrieben.“

Ein Antrieb, der absehbar in die Formel 1 mündet, im Ferrari-Cockpit? Die Scuderia positioniert ihn bei öffentlichen Terminen und auf Social Media auffällig offensiv - sicher ein Indiz. 

Und laut motorsport-magazin.com besitzt er bereits die erforderliche Superlizenz. Der Traum von Mick Schumacher lebt weiter. Nun gibt es das nächste heiße Gerücht: Kehrt Fernando Alonso in die Formel 1 zurück?

Der deutsche Formel-E-Pilot Daniel Abt hat sein Cockpit bei Audi verloren, weil er bei einem virtuellen Rennen geschummelt hat.

Auf Fox Sports hat sich nun ein ehemaliger Teamkollege und enger Vertrauter zum Gesundheitszustand von Michael Schumacher geäußert. „Ich weiß, wie es ihm geht“, sagte Felipe Massa kürzlich.

pm

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