Stichelei gegen Wolff

Red Bull holt Mercedes-Fachmann - „Würde Niki Lauda noch leben, wäre uns das nicht gelungen“

Auf der Rennstrecke ist Red Bull längst der größte Rivale von Mercedes. Doch auch abseits davon ärgern die Österreicher den Serien-Champion. Obendrein wird noch gestichelt.

München - Der enge Zweikampf zwischen Mercedes und Red Bull um die Formel-1-Krone wird auch außerhalb der Rennstrecke ausgefochten. Grund: Red Bull macht auch bei den geplanten eigenen Motoren keine Kompromisse. Im englischen Milton Keynes baut das Brause-Team gerade eine eigene Motorenfa­brik auf: Red Bull Powertrains. Ab 2022 wird das Team die Honda-Motoren unter Eigenregie einsetzen.

Zudem plant Red Bull die Entwicklung eines eigenen Formel-1-Antriebsstrangs ab 2025. Der Getränkehersteller will sich nicht auf den Einstieg einer VW-Marke wie Porsche verlassen und riskieren, 2025 ohne Triebwerke dazustehen. Wenn ein Hersteller aufspringt, dann in Zusammenarbeit mit Red Bull. Bedingung: Die neue Motorenfirma soll Flügel verleihen, heißt Know-how und Personal aufbauen.

Duell um die Formel-1-Spitze: Teamchef Toto Wolff (l.) verteidigt mit Mercedes den Thron gegen Red Bull und Chefberater Helmut Marko.

Formel 1: Red Bull rüstet mit langjährigem Mercedes-Verantwortlichen auf

100 Personen sind das Ziel. Könnte klappen: Denn schon jetzt bieten sich Fachleute an. Von Mercedes kommt beispielsweise Ben Hodgkinson. Der Brite arbeitete zwei Jahrzehnte lang bei Mercedes-Benz High Performance Powertrains in Brixworth. H­odgkinson bekleidete seit 2017 den Posten des Head of Mechanical Engineering. Bald wird er sich um die Entwicklung der Red Bull-Aggregate 2025 kümmern.

Wann Hodgkinson bei Red Bull andockt, ist ungewiss. Red-Bull-Chefberater Helmut Marko (78) sagte der tz: „Mercedes probiert jetzt auf legalem Weg alles, um seinen Arbeitsbeginn hinauszuzögern. Entscheidend ist: Wir mussten ihn gar nicht abwerben, sondern er hat sich auf unsere Anzeige hin selbstständig beworben. Er ist auch nicht der Einzige, der zu uns will. Da sind auch noch andere Hochkaräter dabei, deren Namen ich noch nicht nennen kann. Ich weiß nur eins: Würde Niki Lauda noch leben, wäre uns das nicht gelungen.“

Ein klarer Seitenhieb gegen Mercedes-Teamchef Toto Wolff, der seit dem Tod der österreichischen Rennlegende Lauda vor knapp zwei Jahren ohne die Expertise seines österreichischen Landsmannes auskommen muss. (Ralf Bach)

Rubriklistenbild: © imago/Crash Media Group

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Kommentare