Bis 2020 zusammen bei Ferrari

Leclerc erklärt Vettels Seuchen-Jahr und fordert seinen Ex-Kollegen heraus - „Wenn Seb mich überholt, ...“

Charles Leclerc und Sebastian Vettel bildeten zwei Jahre lang das Zweier-Gespann bei Ferrari.
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Charles Leclerc und Sebastian Vettel bildeten zwei Jahre lang das Zweier-Gespann bei Ferrari.

Zwei Jahre lang waren Charles Leclerc und Sebastian Vettel zusammen bei der Scuderia. Nun erklärt der Monegasse, wieso sich Vettel wohl so oft schwer tat.

Maranello - Die Karriere des vierfachen Formel-1-Weltmeisters Sebastian Vettel erlebte im vergangenen Jahr einen deutlichen Knick. In seiner letzten Saison für Ferrari - im vergangenen Mai wurde ihm sein Aus mitgeteilt - landete er in der Gesamtwertung mit 33 Punkten nur auf Rang 13. Sein Teamkollege Charles Leclerc holte immerhin 98 Zähler und den 8. Platz - obwohl er mit dem gleichen Wagen wie der Heppenheimer unterwegs war. Nun verriet der Monegasse, wieso Vettel nicht an ihn ran kam.

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Es war die schlechteste Saison seit 40 Jahren für Ferrari, lediglich Rang sechs sprang für die Scuderia heraus. Doch wie kam es zu der großen Lücke zwischen dem ehemaligen Weltklasse-Piloten und seinem jungen Teamkollegen? Leclerc erklärte dies nun gegenüber der italienischen Ausgabe des Portals motorsport.com. „Ich denke, letztendlich ging es einfach um Gefühl und den Fahrstil. Ich mag ein etwas unruhiges Heck, das ich das nutzen kann, um das Auto zu bewegen“, meinte der 23-Jährige.

Die Beschaffenheiten seines SF1000 seien also der Grund für seine besseren Leistungen gewesen, wie er erklärte. „Andere Fahrer leiden unter diesem Aspekt. Der SF1000 hatte ein Heck, das nicht sehr stabil war. Für mich war das nie ein Problem“, so der Ferrari-Fahrer. Außerdem betonte Leclerc, dass er diesbezüglich „nicht für Seb sprechen“ könne. Bekanntermaßen ist Vettel besonders leistungsfähig, wenn sein Heck stabil ist.

Seit dieser Saison sind die beiden Konkurrenten, Sebastian Vettel wechselte zum Jahreswechsel zum Racing-Point-Nachfolger Aston Martin. Leclerc vermisse vor allem die Erfahrung, wie er außerdem erklärte. „In manchen Situationen hatte er großartige analytische Fähigkeiten. In dieser Hinsicht habe ich eine Menge von Seb gelernt.“ Vettel habe etwa „Wert auf kleine Details gelegt“, was letztendlich auf der Strecke „einen großen Unterschied“ gemacht haben soll.

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Vettel ist scheinbar vor allem aufgrund seiner Art ein Verlust für die Scuderia. „Außerdem ist Seb eine sehr gute Person. Seine Bescheidenheit hat mich beeindruckt“, rühmt Leclerc seinen ehemaligen Teampartner. Darum hätte er auch keine Probleme damit, Vettel auf der Rennstrecke an sich vorbei ziehen zu lassen. „Ich glaube nicht, dass ich mir in so einem Fall dann denken würde: ‚Ah, er war mein Teamkollege, und ich habe ihn geschlagen, und jetzt ist er vor mir.‘“, meint er weiter.

Trotzdem werde er in diesem Falle sein Bestes versuchen. „Wenn Seb mich überholt, dann werde ich direkt versuchen, mir die Position zurückzuholen“, so die Kampfansage des Formel-2-Meisters von 2017. Ob ihn Vettel in seinem Aston Martin überhaupt überholen wird, ist angesichts des ersten Rennwochenendes in Bahrain fraglich. Dort landete Vettel nur auf Rang 15, Leclerc hingegen auf Platz 6. (ajr)

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