Hülkenberg: „Ich will keine Angst mehr haben müssen“

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Nico Hülkenberg fährt in der neuen Saison für das Team "Sahara Force India F1 Team".

München - Nico Hülkenberg hat eines der begehrten Cockpits in der Formel 1 ergattert. Im tz-Interview spricht er über seine Saisonziele in der Königsklasse.

Herr Hülkenberg, wie sind Sie mit den Testfahrten in Jerez zufrieden?

Nico Hülkenberg: Unser Auto scheint gut zu funktionieren. Leider musste ich länger als geplant auf meinen ersten Einsatz warten.

Warum?

Hülkenberg: Unser Testpilot Jules Bianchi hatte einen Unfall. Wir mussten erst Teile aus England einfliegen lassen.

Was sind Ihre Saisonziele?

Hülkenberg: Unter den bekannten Umständen erstmal mein Cockpit verteidigen. Dazu muss ich mein Team wieder mit Leistung überzeugen. Ich will keine Angst mehr haben müssen, wieder auf der Straße zu stehen.

Wie meinen Sie das?

Hülkenberg: Ich bin doch der einzige neue Pilot dieses Jahr, der ein Formel-1-Cockpit bekam, ohne Sponsorengeld mitbringen zu müssen. Denn es war schon eine bittere Erkenntnis, Ende 2010 den Williams-Vertrag zu verlieren, obwohl ich meiner Meinung nach für einen Neuling in seinem ersten Formel-1-Jahr gute Leistungen gezeigt hatte. Damit meine ich nicht nur die Pole Position im Regen im vorletzten Rennen in Brasilien. Also organisierte ich meine Karriere neu und musste das Beste aus der Situation machen.

Die Formel 1 2012: Alle Fahrer und ihre Autos

Die Formel 1 2013: Alle Fahrer und ihre Autos

RED BULL RACING © Mark Thompson/Red Bull Racing
Dreifach-Weltmeister Sebastian Vettel (Heppenheim) fährt 2013 weiter im Red Bull, der Vertrag läuft bis 2014. © dpa
Teamkollege Mark Webber (Australien) hat noch einmal um ein Jahr verlängert. © Getty
MCLAREN © dpa
Für Lewis Hamilton fährt der 22 Jahre alte Mexikaner Sergio Perez. © ap
Routinier und Ex-Weltmeister Jenson Button (England) wird gefragt sein, er ist langfristig bis 2014 an den Rennstall gebunden. © Getty
FERRARI © dpa
Fernando Alonso (Spanien) wird den nächsten Angriff auf Vettel unternehmen. Er hat einen Vertrag bis 2016. © Getty
Felipe Massa (Brasilien) darf 2013 auch noch mal ran. © Getty
MERCEDES © dpa
Lewis Hamilton (England) statt Michael Schumacher. Der Brite ist vorerst drei Jahre an die Silberpfeile gebunden. © Getty
Nico Rosberg (Wiesbaden) bleibt, er hat einen Vertrag bis 2013. © Getty
LOTUS © dpa
Kimi Räikkönen (Finnland) wird als WM-Dritter 2012 noch mehr wollen. © dpa
Romain Grosjean (Frankreich) darf trotz seiner wiederholten Auftritte als Crashpilot wohl bleiben, ist aber noch nicht bestätigt. © dpa
WILLIAMS © Getty
Pastor Maldonado (Venezuela), Sieger in Barcelona, bleibt. Er bringt auch noch Geld aus Venezuela mit. © Getty
Bruno Senna ist raus, Testpilot Valtteri Bottas (Finnland) steigt zum Stammfahrer auf. © getty
FORCE INDIA © Sahara Force India
Paul Di Resta (Großbritannien) bleibt © getty
Adrian Sutil kriegt das zweite Cockpit © dpa
SAUBER © dpa
Die Schweizer treten mit einer neuen Paarung an. Nico Hülkenberg (Emmerich) wechselt von Force India zu Sauber. © dpa
Neben Nico Hülkenberg darf der 21-jährige Deübtant Esteban Gutierrez (Mexiko) ran. © dpa
TORRO ROSSO © dpa
Daniel Ricciardo (Australien) © getty
Jean-Eric Vergne (Frankreich) © getty
MARUSSIA © dpa
Hier ist alles neu! Timo Glock ist weg, für ihn ist Jules Bianchi da © Getty
Sein Kollege: Max Chilton © Getty
CATERHAM © dpa
Charles Pic (Frankreich), bisher Marussia, heuert bei dem anglo-malaysischen Team an. © getty
Giedo van der Garde ist sein Kollege © Getty
Was mussten Sie dafür tun?

Hülkenberg: Ich musste als Freitagstester 2011 mein Team Force India überzeugen, dass ich der Richtige für ein Stammcockpit 2012 bin. Es war ein Warten. Ich hatte das ganze Jahr auch immer gute Gespräche, aber aufatmen konnte ich erst im Dezember, als der Vertrag gemacht wurde.

Ist Ihr Teamkollege Paul di Resta Ihr größter Konkurrent?

Hülkenberg: Den Teamkollegen will man immer schlagen, klar, weil er der Referenzpunkt im gleichen Auto ist. Aber einfach wird das nicht. Denn Paul war schon 2011 in seiner ersten Saison sehr gut, er wird 2012 noch stärker sein. Das war bei mir genauso, als ich 2011 die ersten Testfahrten machte. Ich fühlte mich als besserer Rennfahrer als noch im Vorjahr, weil vieles plötzlich automatisch ging.

Wo können Sie sich 2012 noch verbessern?

Hülkenberg: In jedem Bereich. Man muss selbstkritisch sein und immer bereit, dazuzulernen. Ich muss das Gefühl für Zweikämpfe bekommen, weil man beim Testen ja keine Duelle austrägt. Das glaube ich, ist aber kein großes Problem. Das habe ich im Blut, weil ich das seit meinem siebten Lebensjahr gemacht habe. Da fing ich mit Kartrennen an.

Was ist neu für Sie im Vergleich zu 2010?

Hülkenberg: Das DRS-System bin ich beim Testen gefahren, aber noch nicht im Rennen. Das stelle ich mir aber relativ einfach vor. Der richtige Umgang mit den Pirelli-Reifen und KERS dagegen ist schon schwieriger.

Wer ist Ihr Favorit?

Hülkenberg: Eigentlich muss Ferrari mal wieder auftrumpfen. Ich bin sicher, dass Sebastian Vettel mit Red Bull und McLaren wieder stark sein werden.

Interview: Ralf Bach

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