„Besorgt für die nächsten Jahre“

Erneutes F1-Debakel: Ferrari-Legende prophezeit Scuderia Schlimmes - und äußert sich zum Vettel-Timing

Ferrari droht ins Mittelmaß der Formel 1 abzudriften. Luca di Montezemolo schlägt Alarm und fürchtet die sportliche Bedeutungslosigkeit. Auch zu Sebastian Vettel äußert sich der Ex-Boss.

  • Nach dem Ungarn-GP der F1 befindet sich Ferrari lediglich auf Rang fünf der Konstrukteurs-WM.
  • In Maranello läuft die Suche nach den Ursachen für die sportliche Talfahrt auf Hochtouren.
  • Ex-Ferrari-Boss Luca di Montezemolo schlägt Alarm - und fürchtet ein Abdriften ins Mittelmaß.

Maranello/Budapest - Luca di Montezemolo, bis 2014 Präsident von Ferrari, sieht sein früheres Team auf eine mehrjährige Krise zusteuern. "Diese Saison ist verloren, doch ich bin auch für die nächsten Jahre besorgt. Das Ferrari-Management muss sofort mutige Beschlüsse ergreifen", sagte der 72-Jährige in einem Gespräch mit RadioRai.

Ferrari-Krise in der Formel 1: Ex-Boss befürchtet schwere Zeiten

Dabei übt di Montezemolo Kritik an der sportlichen Struktur bei Ferrari. "Die heutigen Probleme sind auf die Organisation zurückzuführen. Eine einzige Person trägt viel Verantwortung", sagte der Italiener und nimmt den unter Beschuss stehenden Teamchef ein Stück weit in Schutz: "Mattia Binotto ist allein an der Spitze und muss sich auch um die Piloten kümmern. Die Organisation muss sofort geändert werden. Wenn das Auto nicht besser wird, wird das nächste Jahr für Ferrari noch schlimmer werden."

Ferrari befindet sich in der Formel-1-Saison 2020 bislang auf rapider Talfahrt.

Binotto selbst hatte nach dem enttäuschenden Ungarn-GP Maßnahmen angekündigt und einen tiefgreifenden Kurswechsel gefordert. Denn selbst ein Team wie Racing Point scheint sportlich mittlerweile stärker zu sein. 

Laut di Montezemolo steht bereits jetzt das sportliche Abschneiden in den Wettbewerben 2021 und 2022 auf dem Spiel: „Ferrari braucht starke Fachleute, die das bereits bestehende Team unterstützen können." Er selbst würde eigenem Bekunden nach gerne in die Zentrale nach Maranello zurückkehren, habe aber "keine Chancen".

Hat Ferrari ein Vettel-Problem? di Montezemolo anderer Meinung

Auch zum Thema Sebastian Vettel äußerte sich der Ferrari-Boss von 1991 bis 2014: di Montezemolo kritisierte den Beschluss der Scuderia, die Trennung vom deutschen Ex-Weltmeister bereits zu Saisonbeginn anzukündigen*

"Jetzt ist der Druck auf Teamkollege Charles Leclerc noch größer. Wir dürfen nicht vergessen, dass er sehr jung ist, dass er erst seit dem vergangenen Jahr bei Ferrari ist und noch nichts gewonnen hat.“ Die Probleme von Ferrari seien nicht die Rennfahrer, sondern vielmehr „das Auto, das nicht wettbewerbsfähig ist“.

Mick Schumacher liefert in Budapest. Laut einem Experten holt Ferrari den Sohn von Michael Schumacher schon bald in die Formel 1(PF mit SID)

Rubriklistenbild: © AFP / DARKO BANDIC

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