Dieser seltsame Ferrari soll Vettel stoppen

Maranello - Ferrari hat am Freitag sein neues Auto für die Formel-1-Saison vorgestellt. Doch bei vielen Fans und Experten sorgt das Gefährt für Verwunderung. Denn: Es sieht ziemlich seltsam aus.

Ferrari stellt seltsam aussehendes neues Formel-1-Auto F2012 vor

Neuer Formel-1-Ferrari: Der sieht aber seltsam aus!

Eine „hässliche rote Göttin“ mit krummer Nase soll Sebastian Vettel vom Formel-1-Thron stoßen: Vom Schnee ins Internet vertrieben hat Ferrari seinen neuen F2012 vorgestellt und dem deutschen Weltmeister den Kampf angesagt. „Wir haben eine Revolution gestartet und das Auto praktisch in allen Bereichen verbessert“, sagte Luca di Montezemolo, der den Boliden mit dem markanten Nasenhöcker schmunzelnd als „hässlich“ bezeichnete.

Der Ferrari-Präsident war nur per Videobotschaft zugeschaltet, wegen der starken Schneefälle hatte er nicht in den Firmensitz nach Maranello anreisen können. Die Witterungsbedingungen machten auch die eigentlich traditionellen Demonstrations-Runden mit dem neuen Auto unmöglich.

Die Formel 1 2012: Alle Fahrer und ihre Autos

Die Formel 1 2013: Alle Fahrer und ihre Autos

RED BULL RACING © Mark Thompson/Red Bull Racing
Dreifach-Weltmeister Sebastian Vettel (Heppenheim) fährt 2013 weiter im Red Bull, der Vertrag läuft bis 2014. © dpa
Teamkollege Mark Webber (Australien) hat noch einmal um ein Jahr verlängert. © Getty
MCLAREN © dpa
Für Lewis Hamilton fährt der 22 Jahre alte Mexikaner Sergio Perez. © ap
Routinier und Ex-Weltmeister Jenson Button (England) wird gefragt sein, er ist langfristig bis 2014 an den Rennstall gebunden. © Getty
FERRARI © dpa
Fernando Alonso (Spanien) wird den nächsten Angriff auf Vettel unternehmen. Er hat einen Vertrag bis 2016. © Getty
Felipe Massa (Brasilien) darf 2013 auch noch mal ran. © Getty
MERCEDES © dpa
Lewis Hamilton (England) statt Michael Schumacher. Der Brite ist vorerst drei Jahre an die Silberpfeile gebunden. © Getty
Nico Rosberg (Wiesbaden) bleibt, er hat einen Vertrag bis 2013. © Getty
LOTUS © dpa
Kimi Räikkönen (Finnland) wird als WM-Dritter 2012 noch mehr wollen. © dpa
Romain Grosjean (Frankreich) darf trotz seiner wiederholten Auftritte als Crashpilot wohl bleiben, ist aber noch nicht bestätigt. © dpa
WILLIAMS © Getty
Pastor Maldonado (Venezuela), Sieger in Barcelona, bleibt. Er bringt auch noch Geld aus Venezuela mit. © Getty
Bruno Senna ist raus, Testpilot Valtteri Bottas (Finnland) steigt zum Stammfahrer auf. © getty
FORCE INDIA © Sahara Force India
Paul Di Resta (Großbritannien) bleibt © getty
Adrian Sutil kriegt das zweite Cockpit © dpa
SAUBER © dpa
Die Schweizer treten mit einer neuen Paarung an. Nico Hülkenberg (Emmerich) wechselt von Force India zu Sauber. © dpa
Neben Nico Hülkenberg darf der 21-jährige Deübtant Esteban Gutierrez (Mexiko) ran. © dpa
TORRO ROSSO © dpa
Daniel Ricciardo (Australien) © getty
Jean-Eric Vergne (Frankreich) © getty
MARUSSIA © dpa
Hier ist alles neu! Timo Glock ist weg, für ihn ist Jules Bianchi da © Getty
Sein Kollege: Max Chilton © Getty
CATERHAM © dpa
Charles Pic (Frankreich), bisher Marussia, heuert bei dem anglo-malaysischen Team an. © getty
Giedo van der Garde ist sein Kollege © Getty

Dieses sei mit seiner krummen Nase „nicht so hübsch“, gestand Teamchef Stefano Domenicali ein. Deshalb stelle das Auto einen „Stilbruch mit der Vergangenheit“ dar. Dies sei den technischen Vorgaben geschuldet, aber „wir hoffen, das Auto ist schnell. Das ist es doch, was zählt.“

Der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso, der um 10.05 Uhr behutsam ein rotes Tuch vom neuen Boliden hob, zeigte sich jedenfalls zufrieden. „Das Auto sieht ganz anders aus als in meinen ersten beiden Jahren bei Ferrari“, sagte er: „Aber ich bin begeistert.“ Teamkollege Felipe Massa ergänzte: „Der Wagen sieht richtig aggressiv aus, so wie ich es mir erträumt hatte.“

Der Spanier Alonso, der im Vorjahr mit einem weit unterlegenen Auto starke Leistungen gezeigt hatte und zumindest Vierter im WM-Klassement gworden war, will 2012 wieder voll angreifen. „Ich möchte das rote Auto im nächsten Jahr immer gewinnen sehen. Oder wenigstens in jedem Rennen auf dem Podium“, sagte er voller Kampfgeist: „Ich bin sehr, sehr sicher, dass wir mit diesem Auto in der Lage sind, hohe Ziele zu erreichen. Und unsere Ziele sind die Titel in der Fahrer- und der Teamwertung.“ Als letzter Pilot holte 2007 Kimi Räikkönen den Titel nach Maranello, die Mannschaftswertung hat Ferrari seit 2008 nicht mehr gewonnen.

Medienberichten zufolge war das Auto Anfang des Jahres durch den ersten Crashtest gefallen. Di Montezemolo versicherte aber, dass die gesamte Crew im Winter „sehr hart gearbeitet und den richtigen Geist“ habe. Außerdem kündigte Ferrari bis zum Saisonstart am 18. März in Australien noch einige Änderungen an. Die Tests beginnen nächste Woche in Jerez.

Domenicali rechnete es Alonso hoch an, dass er im Vorjahr, „in der schwierigsten Phase überhaupt“, seinen Vertrag bis 2016 verlängert hat: „Das war ein tolles Zeichen. Und über seine fahrerischen Fähigkeiten muss ich nicht mehr viel sagen.“

Schwer unter Druck steht der frühere Vize-Weltmeister Massa in der letzten Saison seines aktuellen Vertrages. „Er weiß, dass er nach einem wenig positiven Jahr vieles besser machen muss“, sagte di Montezemolo: „Aber ich denke, wir haben ihm nun das Auto gegeben, in dem er sein wahres Potenzial zeigen kann.“ Massa war im Vorjahr WM-Sechster geworden, holte mit 118 Punkten aber weniger als die Hälfte der Zähler von Alonso (257). Massa ist sich der Erwartungen an ihn bewusst: „Es ist für mich und für das gesamte Team ein ganz wichtiges Jahr“, erklärte er.

sid

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