Heppenheimer startet katastrophal in die Saison

Sebastian Vettel absichtlich eingebremst? Wirbel um Aussagen von Aston-Martin-Teamchef

Sebastian Vettel und Aston Martin vermasselten das erste Saisonrennen in Bahrain. Sein Teamchef sorgte nun mit einer pikanten Vermutung für Aufsehen.

Silverstone - Es sollte alles so viel besser werden für Sebastian Vettel bei Aston Martin. Doch der Saisonstart in Bahrain wurde zum Reinfall - nun suchen die Beteiligten nach den Gründen dafür.

Am Ende kam alles irgendwie zusammen: Ein langsames Auto, Vettels Fahrfehler und der daraus resultierende Crash mit Esteban Ocon und eine vermurkste Ein-Stopp-Strategie. Summiert führte das letztendlich zu Platz 15 - eine Region am Ende des Feldes, die der Deutsche eigentlich hinter sich lassen wollte.

Sebastian Vettel über miesen Saisonstart: „Viele Dinge, die mich bekämpfen“

Vettel selbst benennt die Ursachen dafür in kryptischer Art: „Es gibt viele Dinge, die mich bekämpfen, sodass ich mich nicht richtig aufs Fahren konzentrieren kann. Einige Dinge brechen meinen Rhythmus und machen es schwer, das Auto zu spüren“, sagte er. Welche Dinge das genau sind, verriet er nicht.

Klar ist, dass sich der Heppenheimer erst an an völlig neues Auto gewöhnen muss. Dass dieser Prozess eine Weile dauern kann, machten schon die Testfahrten klar, bei denen so ziemlich alles schief ging. Doch scheinbar liegt mehr im Argen als nur das - denn der Aston Martin AMR21 kommt bei weitem nicht an die starke Pace der letzten Saison heran. Das Auto war in Bahrain über zwei Sekunden langsamer als im Vorjahr.

Sebastian Vettel und Aston Martin absichtlich ausgebremst? Szafnauer und Wolff mit steiler These

Daran ist wohl eine simple Regeländerung schuld. Die FIA veränderte das Reglement rund um den Unterboden, was auf Teams mit niedrigerem Anstellwinkel einen dramatischen Effekt hatte: Sowohl Mercedes als auch Aston Martin verloren im Vergleich zur Vorsaison deutlich mehr Zeit als die anderen Rennställe.

Mercedes-Boss Toto Wolff ist sich „sicher, dass die Unterboden-Regel bewusst entwickelt wurde, um die Reihenfolge zu verändern“. Am ersten Rennwochenende hatte nämlich Red Bull den schnellsten Wagen, obwohl Lewis Hamilton knapp siegte. Ähnlich sieht es Vettels Teamchef Otmar Szafnauer.

Vettel-Fehlstart: Aston-Martin-Teamchef macht Andeutung - „Bin kein Verschwörungstheoretiker, aber ...“

Wurden die Teams mit Mercedes-Motor absichtlich eingebremst? „Ich bin kein Verschwörungstheoretiker“, so Szafnauer. „Aber es gab nie eine Abstimmung über die Änderung.“ Sein Team hätte keine Chance gehabt, den Nachteil zu kompensieren. Der Weltverband FIA berief sich auf Sicherheitsgründe, in einem solchen Fall kann eine Regeländerung auch ohne Zustimmung der Teams „durchgedrückt“ werden.

Video: MSC, Vettel, Hamilton - die Erkenntnisse zum Formel-1-Saisonstart

„Einige andere Teams scheinen ihre Defizite aufgeholt zu haben. Wir nicht. Wir haben deswegen aber noch nicht aufgegeben“, betont der Aston-Martin-Teamchef. „Wir haben im Windkanal mehrere Dinge gefunden. Hoffentlich werden wir das Auto bis Portimao etwas verbessert haben.“

Formel-1-Legende Gerhard Berger sieht das Problem dagegen weniger am Auto, sondern mehr bei Vettel selbst. „Seb ist ein herausragender Fahrer. Aber unter Druck hat er nie gut reagiert“, sagte er in einem Podcast. Sein Rat: „Nimm es locker und der Erfolg wird wieder kommen“. Es ist dem Pechvogel Vettel zu wünschen. (epp)

Rubriklistenbild: © Hasan Bratic/dpa

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