Sebastian Vettel ganz entspannt auf Rekordjagd

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Sebastian Vettel.

Abu Dhabi - Im Vorjahr war es der helle Wahnsinn: Sebastian Vettel holte in Abu Dhabi trotz schier aussichtslosen Rückstandes den WM-Titel. Dieses Mal kann der Red-Bull-Pilot entspannt ins Rennen gehen.

Für Sebastian Vettel war es das Märchen aus 1001 Nacht. In einem dramatischen Saisonfinale krönte sich der krasse Außenseiter beim Großen Preis von Abu Dhabi noch sensationell mit 23 Jahren und 134 Tagen zum jüngsten Formel-1-Weltmeister und schrieb damit an jenem 14. November 2010 Geschichte. Vettel ließ nach diesem unglaublichen, traumhaften Triumph seinen Emotionen freien Lauf: Er schrie, jubelte, weinte und ballte immer wieder die Fäuste. Die schier unmenschlichen Anspannungen fielen von einer Sekunde auf die andere in einem befreienden “Jaaaaaaaaaaaaaaa“ von ihm ab.

Zwölf Monate später kann Vettel an diese für ihn ganz besonders geschichtsträchtige Grand-Prix-Strecke völlig entspannt zurückkehren: Den Titel hat der Red-Bull-Pilot aus Heppenheim längst in der Tasche und ist damit - quasi nebenbei - auch jüngster Doppel-Champion. Beim vorletzten Saisonlauf an diesem Sonntag (Start: 14.00 Uhr MEZ/RTL und Sky) geht es für ihn nur noch darum, ob er seine beeindruckende Vormachtstellung in der Wüste fortsetzen und weitere Rekorde aufstellen kann.

Sebastian Vettel - seine außergewöhnliche Karriere in Bildern

Sebastian Vettel - Seine außergewöhnliche Karriere in Bildern

Sebastian Vettel
Sebastian Vettel holte am 27. Oktober 2013 seinen vierten Weltmeister-Titel in der Formel 1. © dpa
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Wir stellen ihn vor. © dpa
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Vettel ist seit seinem siebten Lebensjahr im Motorsport aktiv. Er startete als Kartfahrer und konnte im Jahr 2001 die deutsche und europäische Juniorenkartmeisterschaft gewinnen. © dpa
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Im Jahr 2004 gewann Vettel mit dem Team Mücke Motorsport die Meisterschaft in der Formel BMW und stellte dabei mit 18 Siegen in 20 Rennen einen neuen Rekord auf. © dpa
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Vettel blieb im folgenden Jahr bei Mücke Motorsport und wechselte in die Formel-3-Euroserie. © dpa
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Er erzielte in der Formel-3-Euroserie sechs Podestplätze und belegte am Ende den fünften Gesamtrang. © dpa
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Vettel ergatterte 2007 einen Platz als Freitagstestfahrer beim BMW Sauber F1 Team in der Formel 1. © dpa
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Beim renommierten Macau Grand Prix 2005 wurde er nach Lucas di Grassi und Robert Kubica Dritter. © dpa
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Nach Robert Kubicas Unfall beim Großen Preis von Kanada 2007 in Montreal meldete BMW Sauber Vettel als Einsatzfahrer für den Großen Preis der USA in Indianapolis. Somit gab er am 17. Juni 2007 sein Formel-1-Renndebüt. © dpa
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In seinem ersten Qualifikationsrennen belegte der Heppenheimer den siebten Platz. © dpa
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Im folgenden Rennen rettete sich Vettel nach anfänglichen Schwierigkeiten auf den achten Rang. Er fuhr damit einen WM-Punkt ein und ist mit 19 Jahren und 350 Tagen der bisher jüngste Fahrer, der je in einem Formel-1-Rennen in die Punkteverteilung kam. © dpa
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Vettel wechselte im Juli 2007 zum Rennstall Toro Rosso. © dpa
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Beim großen Preis von China in Shanghai 2007 startete Vettel von Position 17 und fuhr am Ende auf Platz vier. Dies war die beste Platzierung jemals für den Rennstall Toro Rosso. © dpa
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Am 13. September 2008 eroberte Sebastian Vettel beim verregneten Qualifying für den Großen Preis von Italien in Monza seine erste Pole-Position. Er ist damit - im Alter von 21 Jahren und 73 Tagen - der jüngste Fahrer auf dem ersten Startplatz in der Geschichte der Formel 1. © dpa
Sebastian Vettel
Am Tag darauf holte sich Vettel seinen ersten Sieg in einem Formel-1-Rennen. Damit wurde er zugleich auch der jüngste Grand-Prix-Sieger. © dpa
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Im Juli 2008 gab das Toro-Rosso-Schwesterteam Red Bull Racing bekannt, dass Vettel ab der Saison 2009 an der Seite von Mark Webber für den österreichischen Rennstall fahren wird. Der begeisterte Kicker nahm im gleichen Jahr an einem Benefiz-Fußballspiel teil. © dpa
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Für den WM-Titel reichte es in dieser Saison noch nicht. Durch seinen Sieg beim Saisonfinale in Abu Dhabi wurde Vettel Vizeweltmeister vor Rubens Barrichello. © dpa
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In Jahr 2010 bildeten Vettel und Webber erneut das Renngespann von Red Bull. Nach dem Großen Preis von Korea übernahm Vettel erstmals die Führung der WM-Rangliste. © dpa
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Vor dem letzten Saisonrennen, dem Großen Preis von Abu Dhabi 2010 belegte Vettel den dritten Platz in der Fahrerwertung. Er startete aber dafür von der Pole-Position. © dpa
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Vettel gewann das Rennen und wurde mit vier Punkten Vorsprung auf Fernando Alonso, der in Abu Dhabi nur Siebter wurde, Weltmeister. © dpa
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Mit dem Titelgewinn wurde Vettel mit einem Alter von 23 Jahren und 134 Tagen zum bisher jüngsten Formel-1-Weltmeister der Geschichte. Vettel sammelte in der Saison zehn Pole-Positions. © dpa
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Nach der Saison 2010 wurde der Heppenheimer Vettel als deutscher und europäischer Sportler des Jahres ausgezeichnet. © dpa
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Vettel kam durch seinen Vater Norbert zum Motorsport. Dieser hatte ihn bereits mit dreieinhalb Jahren erste Runden im eigenen Kart drehen lassen. © dpa
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Als sein größtes Vorbild bezeichnet Vettel Michael Schumacher, dessen Ehrgeiz und stets vollen Einsatz er sehr bewundere. © dpa
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Während er bereits Formel-3-Euroserie fuhr, beendete Vettel seine schulische Laufbahn im April 2006 mit einem Abi-Schnitt von 2,8. Seine letzte Prüfung legte er nur vier Tage vor seinem ersten Sieg in der Formel 3 ab. © dpa
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Eine weitere Besonderheit des Heppenheimers: Im Gegensatz zu den meisten seiner Kollegen hat Sebastian Vettel keinen Manager, sondern regelt seine geschäftlichen und vertraglichen Angelegenheiten selbst. © dpa

Bereits 13 Mal startete Vettel in dieser Saison von der Pole-Position. Fährt er auch auf dem Yas Marina Circuit die Bestzeit in der Qualifikation, hat er den Rekord des Briten Nigel Mansell aus dem Jahr 1992 eingestellt. Sollte dem zweimaligen Abu-Dhabi-Gewinner zudem der Hattrick gelingen, könnte er Michael Schumachers Bestmarke von 13 Siegen aus der Saison 2004 im Fall eines weiteren Erfolges in Brasilien knacken.

Vieles spricht dafür, dass Vettels Erfolgsmärchen um weitere Kapitel anwächst. “Natürlich würde ich hier wieder gerne gewinnen“, sagte er, schränkte aber ein, Rekorde würden ihm derzeit nicht so viel bedeuten. “Da wäre ich mir nicht so sicher“, urteilte Christian Horner in der “Welt am Sonntag“. Der Red-Bull-Teamchef bescheinigte seinem Titel-Garanten “einen Killerinstinkt, dabei sieht er aus wie ein Unschuldslamm“.

Dass Vettels Heißhunger auf Erfolge und Rekorde nicht gestillt ist, zeigte sich zuletzt in Indien. Obwohl ihn Horner angesichts des sicheren Sieges per Boxenfunk inständig bat, das Tempo zu drosseln, gab der “Nimmersatt“ zum Schluss nochmals Vollgas, um sich auf den letzten Drücker die schnellste Rennrunde von seinem Teamkollegen Mark Webber zurückzuholen. Damit war Vettels erster Grand Slam perfekt: Sieg, Pole-Position, schnellste Rennrunde und alle Führungsrunden.

Aber unabhängig von seinem ersten Titel-Triumph, den beiden Siegen und den Aussichten auf weitere Weltrekorde hat der Yas Marina Circuit für Vettel einen speziellen Stellenwert. “Die Strecke in Abu Dhabi ist etwas besonderes“, schwärmte er. “Das Rennen beginnt in der Dämmerung und endet bei Nacht, weshalb wir wegen der verschiedenen Lichtverhältnisse mit speziellen Helmvisieren fahren müssen. Und wir fahren gegen den Uhrzeigersinn.“

Zudem ist Vettel von der außergewöhnlichen Charakteristik dieses 5,554 Kilometer langen Kurses begeistert. “Es gibt zwei besondere Merkmale. Eines ist die Passage unter dem Yas-Hotel, wo sonst kannst du derzeit unter deinem Zimmer durchfahren! Die zweite ist der Boxenausgang, der ebenfalls außergewöhnlich ist. Er liegt teilweise unter der Erde und wenn man da durchfährt, fühlt es sich an, als ob man aus einer unterirdischen Parkgarage kommen würde.“

dpa

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