Dieses Auto soll Vettel überholen

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So sieht der neue McLaren aus

Woking - Red-Bull-Herausforderer McLaren-Mercedes hat am Mittwoch als erstes Top-Team seinen neuen Formel-1-Wagen vorgestellt und schwärmt in höchsten Tönen von seinem neuen Gefährt.

Für Jenson Button und Lewis Hamilton hat ihr neuer Formel-1-Wagen zumindest den Schönheitspreis schon sicher. “Wie Ihr sehen könnt: Das ist ein schönes Auto. Einige andere werden es nicht sein“, sagte Button und teilte am Mittwoch bei der Präsentation des neuen Red-Bull-Herausforderers MP4-27 mit einem breiten Grinsen den ersten Seitenhieb Richtung Konkurrenz aus.

Vettel von A bis Z: Seine Lieblingsband, sein Markenzeichen und mehr

Vettel von A bis Z: Seine Lieblingsband, sein Markenzeichen und mehr

A wie Adrian Newey, Red-Bull-Technikguru und Konstrukteur der Weltmeisterautos © Getty
B wie Beatles, Sebastians Lieblingsgruppe © Getty
C wie Christian Horner, als Teamchef bei Red Bull Vettels Vorgesetzter © Getty
D wie Deutschland, Vettels Heimat, in der er aber bislang noch kein Formel-1-Rennen gewonnen hat © Getty
E wie Ehrgeiz, eine von Vettels herausragenden Eigenschaften: Er kann nicht verlieren, egal, wobei © Getty
F wie Fußball, womit Vettel schon als Kind aufgehört hat, weil er nicht gut genug war © Getty
G wie Geld, nicht so wichtig für Vettel, weshalb er lieber seine Ruhe genießt als noch mehr Werbeverträge abzuschließen © Getty
H wie Haare, blond und bares Geld wert - durch einen Werbevertrag mit einem Shampoo-Hersteller © Getty
I wie Indianapolis, der Ort von Vettels erstem Formel-1-Rennen, in dem er 2007 gleich als Achter einen WM-Punkt holte © Getty
J wie Jubelschreie, Vettels Ausbrüche am Boxenfunk nach gewonnenen Rennen sind fast schon legendär © Getty
K wie Kinky Kylie, Kosename für Vettels Rennauto © Getty
L wie Lächeln, mit dem der Weltmeister viele - vor allem weibliche - Fans fasziniert © Getty
M wie Monza, Ort von Vettels Durchbruch. Dort fuhr er 2008 im Toro Rosso als jüngster Fahrer der Formel-1-Geschichte auf die Pole Position und gewann ein Rennen © Getty
N wie Norbert, Vettels Vater, der die Karriere seines Sohnes von Beginn an unterstützt hat © Getty
O wie Otto Waalkes, der in der Bild-Zeitung ein Gedicht widmete © Getty
P wie Perfektion, ein Status, den Vettel immer anstrebt © Getty
Q wie Qualifikation, Vettels Domäne, in 12. von 15 Rennen fuhr Vettel in diesem Jahr auf die Pole Position © Getty
R wie Red Bull, Vettels Förderer schon seit Kartzeiten © Getty
S wie Suzuka, die Strecke, auf der er in drei Jahren zwei Rennen und einen WM-Titel gewann © Getty
T wie Tommi Parmakoski, Vettels finnischer Fitnesstrainer und Physiotherapeut, mit dem er übers Jahr gesehen die meiste Zeit verbringt © Getty
U wie unermüdlich, Vettel ist abends meist der Letzte im Fahrerlager, diskutiert lange mit seinen Ingenieuren © Getty
V wie Vettel-Finger, sein Markenzeichen, und als blaue Schaumstoffversion Standardausrüstung eines echten Vettel-Fans © Getty
W wie Wille, mit dem Vettel im vorigen Jahr in letzter Minute doch noch seinen ersten Titel geholt hatte © Getty
X wie x-beliebig, genau das, was Vettel nicht ist © Getty
Y wie youngest, englisch, steht für Vettels Rekorde, die er als jüngster Fahrer der Formel-1-Geschichte holte © Getty
Z wie Ziel, für Vettel immer gleich: beim nächsten Rennen das Optimum herausholen © Getty

Um 12.02 Uhr zog das weltmeisterliche Duo die weiße Abdeckung runter, und auf der schlichten Bühne glänzte das silberpolierte Auto. “Es ist fantastisch“, sagte Hamilton. Auffallend am neuen McLaren: Das Team entschied sich für eine elegant geschwungene Nase.

Teamchef Martin Whitmarsh stellte aber auch klar. “Ein Auto ist dann schön, wenn es gewinnt.“ Und genau das will McLaren, nachdem der britische Traditionsrennstall in den vergangenen zwei Jahren von Doppelweltmeister Sebastian Vettel und dessen Red-Bull-Team düpiert worden war. Entsprechend kampfeslustig nimmt McLaren die Saison in Angriff. “Es dürfte für niemand hier eine Überraschung sein: Natürlich wollen wir beide Weltmeisterschaften gewinnen“, betonte Whitmarsh.

Sein Team wagte sich als erstes aus dem Versteck. Ferrari wird seinen neuen Wagen am kommenden Freitag vorstellen. Und aus Maranello war bereits zu hören, dass die “Rote Göttin“ wohl diesmal keine Schönheit wird. Dem Vernehmen nach soll die Nase eher einen Höcker tragen und damit nicht sehr elegant daherkommen. Für welche Kosmetik sich Red Bull entschieden hat, ist noch unbekannt. Am Montag wird das Geheimnis gelüftet. MercedesAMG wird seinen neuen dagegen erst am 21. Februar zu Beginn der zweiten Testphase auf dem Circuit de Catalunya nahe Barcelona der Öffentlichkeit präsentieren.

Notwendig wurden die neuen Nasen-OPs durch eine Regeländerung, wonach die Spitze des Wagens tiefer liegen muss, die Chassis-Höhe aber unverändert bleibt. So soll bei Karambolagen ausgeschlossen werden, dass Fahrer im Cockpit von der Nase eines anderen Autos getroffen werden können. Hinzu kam für die Designer, dass in der am 18. März mit dem Großen Preis von Australien in Melbourne beginnenden Saison der sogenannte “Blown Diffusor“, bei dem Luft aus dem Auspuff auf den Diffusor für eine verbesserte Aerodynamik geleitet wurde, verboten ist.

Das Heck des neuen McLaren kommt nun noch schmaler daher. Die Seitenkästen haben den Schwung vom vergangenen Jahr beibehalten, an der Seite prangt wie eine Flamme das Logo des Hauptsponsors. Und Feuer und Flamme waren die beiden Chauffeure auf jeden Fall. “Das ist ein sehr spannender Tag, weil wir nun sehen, wie hart wir gearbeitet haben. Ich freue mich schon, nächste Woche in Jerez zu fahren“, sagte Button, der im vergangenen Jahr WM-Zweiter hinter Vettel geworden war.

Er und auch Hamilton wurden aber auch schon Weltmeister, Button 2009, Hamilton im Jahr zuvor. Insgesamt werden nach der Rückkehr von “Iceman“ Kimi Räikkönen (Lotus) sechs Champions in der Saison starten - so viele wie noch nie in der Königsklasse des Motorsports. “Das ist die Art Wettkampf, die wir lieben“, sagte Hamilton.

dpa

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