Großer Preis von Singapur

Vettel verpasst erste Reihe - Pole für Hamilton

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Sebastian Vettel hat derzeit 39 Punkte auf WM-Spitzenreiter Fernando Alonso.

Singapur - Weltmeister Sebastian Vettel hat die wichtige Pole Position und auch die erste Startreihe für das spektakuläre Formel-1-Nachtrennen in Singapur verpasst.

Die leichtfertig vergebene „Sieg-Garantie“ ärgerte Sebastian Vettel sichtlich, doch dem Qualifying von Singapur folgte gleich die nächste Kampfansage. „Ich bin ein bisschen enttäuscht. Wenn man im entscheidenden Moment nicht vorne ist, sind die Trainings-Einheiten wurscht“, sagte der aktuelle WM-Vierte, der in allen vorherigen Sessions der Schnellste war: „Wir verstehen selbst nicht, warum ich den letzten Schritt nicht gegangen bin. Aber der dritte Platz ist eine gute Ausgangsposition. Es wird lang und heiß, wir stehen auf der sauberen Seite, das Auto läuft gut - es kann viel passieren.“

Vettel von A bis Z: Seine Lieblingsband, sein Markenzeichen und mehr

Vettel von A bis Z: Seine Lieblingsband, sein Markenzeichen und mehr

A wie Adrian Newey, Red-Bull-Technikguru und Konstrukteur der Weltmeisterautos © Getty
B wie Beatles, Sebastians Lieblingsgruppe © Getty
C wie Christian Horner, als Teamchef bei Red Bull Vettels Vorgesetzter © Getty
D wie Deutschland, Vettels Heimat, in der er aber bislang noch kein Formel-1-Rennen gewonnen hat © Getty
E wie Ehrgeiz, eine von Vettels herausragenden Eigenschaften: Er kann nicht verlieren, egal, wobei © Getty
F wie Fußball, womit Vettel schon als Kind aufgehört hat, weil er nicht gut genug war © Getty
G wie Geld, nicht so wichtig für Vettel, weshalb er lieber seine Ruhe genießt als noch mehr Werbeverträge abzuschließen © Getty
H wie Haare, blond und bares Geld wert - durch einen Werbevertrag mit einem Shampoo-Hersteller © Getty
I wie Indianapolis, der Ort von Vettels erstem Formel-1-Rennen, in dem er 2007 gleich als Achter einen WM-Punkt holte © Getty
J wie Jubelschreie, Vettels Ausbrüche am Boxenfunk nach gewonnenen Rennen sind fast schon legendär © Getty
K wie Kinky Kylie, Kosename für Vettels Rennauto © Getty
L wie Lächeln, mit dem der Weltmeister viele - vor allem weibliche - Fans fasziniert © Getty
M wie Monza, Ort von Vettels Durchbruch. Dort fuhr er 2008 im Toro Rosso als jüngster Fahrer der Formel-1-Geschichte auf die Pole Position und gewann ein Rennen © Getty
N wie Norbert, Vettels Vater, der die Karriere seines Sohnes von Beginn an unterstützt hat © Getty
O wie Otto Waalkes, der in der Bild-Zeitung ein Gedicht widmete © Getty
P wie Perfektion, ein Status, den Vettel immer anstrebt © Getty
Q wie Qualifikation, Vettels Domäne, in 12. von 15 Rennen fuhr Vettel in diesem Jahr auf die Pole Position © Getty
R wie Red Bull, Vettels Förderer schon seit Kartzeiten © Getty
S wie Suzuka, die Strecke, auf der er in drei Jahren zwei Rennen und einen WM-Titel gewann © Getty
T wie Tommi Parmakoski, Vettels finnischer Fitnesstrainer und Physiotherapeut, mit dem er übers Jahr gesehen die meiste Zeit verbringt © Getty
U wie unermüdlich, Vettel ist abends meist der Letzte im Fahrerlager, diskutiert lange mit seinen Ingenieuren © Getty
V wie Vettel-Finger, sein Markenzeichen, und als blaue Schaumstoffversion Standardausrüstung eines echten Vettel-Fans © Getty
W wie Wille, mit dem Vettel im vorigen Jahr in letzter Minute doch noch seinen ersten Titel geholt hatte © Getty
X wie x-beliebig, genau das, was Vettel nicht ist © Getty
Y wie youngest, englisch, steht für Vettels Rekorde, die er als jüngster Fahrer der Formel-1-Geschichte holte © Getty
Z wie Ziel, für Vettel immer gleich: beim nächsten Rennen das Optimum herausholen © Getty

Im blinkenden Glückshelm will Vettel am Sonntag (14.00 Uhr MESZ/RTL und Sky) also aus der zweiten Reihe voll angreifen. „Wir wollen schauen, dass wir vielleicht beim Start schon einen Platz gutmachen. Und man kann hier etwas über die Strategie probieren“, sagte der 25-Jährige: „Auch wenn die hier nicht so klar ist, wie bei anderen Rennen. Die wird sich erst entscheiden, wenn die Ampeln angehen.“ Auch Teamchef Christian Horner war optimistisch. „Platz drei ist kein Desaster“, sagte er: „Wir haben Fernando hinter uns, unser Auto ist gut, und Sebastian war hier immer stark.“

Startplatz eins, der in den vergangenen drei Jahren immer den Sieg garantierte, holte sich der WM-Zweite Lewis Hamilton (McLaren) mit fast einer halben Sekunde Vorsprung auf den Überraschungs-Zweiten Pastor Maldonado (Williams). „Sebastian war das ganze Wochenende unglaublich schnell. Deshalb bin ich sehr froh, dass wir im entscheidenden Momente diese Klasse-Runde und diese Zeit aus dem Auto herauszuholen“, meinte der von Mercedes umworbene Brite.

WM-Spitzenreiter Fernando Alonso (Ferrari) startet von Platz fünf hinter Jenson Button im zweiten McLaren. „Der fünfte Platz ist okay“, meinte der Spanier: „Ich habe im Rennen genug Möglichkeiten, aufzuholen. Dafür muss aber alles stimmen.“ Der aktuell Drittplatzierte Kimi Räikkönen (Lotus) belegte nur Rang 12.

Die beiden Mercedes-Piloten Michael Schumacher und Nico Rosberg gehen trotz Updates am Auspuff nur von den Plätzen neun und zehn aus ins Rennen. Die dritte Qualifikationsrunde schenkten sie praktisch ab, dafür haben sie am Samstag einen Vorteil mit den Reifen. „Wir wollten unbedingt mit frischen Reifen ins Rennen starten. Deswegen bin ich nur einmal zum Check rausgefahren und dann wieder reingekommen“, erklärte Schumacher: „Wir hatten nicht unbedingt die Aussicht darauf, in der Startaufstellung noch weiter nach vorne zu kommen. Der neunte Platz war wohl das Optimum, das wir erreichen konnten.“

Rosberg erklärte, er „wäre lieber eine Runde gefahren“, erklärte aber auch, „dass es aufgrund des hohen Reifenverschleißes hier ein recht großer Vorteil ist“. Da Schumacher und Rosberg in Q3 keine gezeitete Runde hatten, wurde der Rekordweltmeister vor dem Schanghai-Sieger gewertet, weil er die niedrigere Startnummer hat. Rosberg hatte angeblich vor der Saison teamintern auf die 5 zugunsten der 6 verzichtet, obwohl er im Vorjahr mehr Punkte geholt hatte als sein Teamkollege. „Angesichts des Ergebnisses heute hätte ich natürlich lieber die niedrigere Startnummer gehabt“, sagte Rosberg: „Für dieses Jahr haben wir das vor der Saison so entschieden. Fürs nächste müssen wir dann mal schauen.“

Noch deutlich schlechter war die Stimmung bei Nico Hülkenberg, der als Elfter in Q2 ausgeschieden war. „Das ist sehr ärgerlich, das war ziemlicher Mist“, sagte der Force-India-Pilot: „Ich bin gar nicht zufrieden, denn das ging mächtig in die Hose“, erklärte er: „Wir haben definitiv ein Q3-Auto.“ Timo Glock (Marussia) startet von Rang 21.

In der WM-Wertung führt Alonso mit 179 Punkten vor Hamilton (142), Räikkönen (141) und Vettel (140).

sid

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