Barça und Real kriseln vor Clasico

+
Real-Coach José Mourinho (l.) mit Cristiano Ronaldo

Barcelona - Lionel Messi ist um Konzentration bemüht, Cristiano Ronaldo steht unter Druck: Vor der großen Rekordjagd im Duell der Giganten sind die Protagonisten deutlich angespannter als sonst

Bei den spanischen Vorzeige-Vereinen FC Bacelona und Real Madrid kriselt es. Zumindest ein wenig. Das Aus im Halbfinale des spanischen Pokals kann zurzeit keiner der beiden millionenschweren Klubs gebrauchen.

„Wir dürfen uns wegen der Niederlage in Mailand oder der ersten Hälfte in Sevilla nicht verrückt machen lassen“, sagte Messi. Der kleine Weltfußballer vom FC Barcelona fand sich vor dem 255. Clasico (88 Siege für Real, 87 Siege für Barca) am Dienstag gegen den Erzrivalen mit den deutschen Nationalspielern Mesut Özil und Sami Khedira plötzlich in einer ganz neuen Rolle wieder: Zum einen beschwichtigte der argentinische Nationalspieler die Öffentlichkeit, zum anderen mahnte er sein Team. „Wir müssen uns zusammenreißen, weil jetzt einige entscheidende Matches anstehen“, sagte Messi.

Nach der 0:2-Pleite im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League beim AC Mailand liegen die Nerven bei den erfolsverwöhnten Katalanen blank. Das wenig berauschende 2:1 in der Liga am vergangenen Wochenende gegen Sevilla reichte für einen Stimmungsumschwung nicht aus. „Wir müssen gegen Real unser bestes Level abrufen, ansonsten werden wir es nicht ins Finale schaffen. Sie haben unglaubliche Spieler und sind ein sensationelles Team“, sagte Messi, der am Wochenende gegen Sevilla im 15. Ligaspiel in Folge traf und sein Torkonto nach 25 Spieltagen auf 38 schraubte.

Ein torloses Remis ist für „La Pulga“ („Der Floh“) nach dem 1:1 aus dem Hinspiel keine Option. „Vor unseren eigenen Fans müssen wir auf Sieg spielen. Wir dürfen nicht anfangen, daran zu denken, dass ein torloses Remis zum Weiterkommen reicht“, warnte der 25-Jährige, für den es im Nou Camp auch um eine Uralt-Bestmarke geht.

Mit einem Tor könnte sich Messi einen weiteren Rekord krallen, denn bisher ist der große Alfredo Di Stefano noch der Top-Torjäger in der Geschichte des Clasicos. Der „blonde Pfeil“ hat für die Königlichen 18 Tore im Duell der Supermächte gegen die Blauroten erzielt, Messi kommt in bisher 23 Spielen auf 17 Treffer.

Für Real ist die Copa del Rey vielleicht schon die letzte Möglichkeit auf einen Titel in dieser Saison. In der Meisterschaft liegt die Mannschaft von Trainer Jose Mourinho mit 16 Punkten Rückstand auf Barca abgeschlagen nur auf Platz drei, und auch in der Champions League droht im Duell mit Manchester United nach dem 1:1 vor eigenem Publikum im Hinspiel bereits das Aus.

„Wenn wir als Team auftreten, dann haben wir eine gute Chance zu gewinnen“, sagte der portugiesische Verteidiger Pepe: „Wir müssen unserem Stil treu bleiben und befolgen, was Trainer Mourinho von uns verlangt.“ Eine weitere Niederlage gegen den gehassten Kontrahenten wäre fatal.

Der Teuerste, der Schönste und der Beste? Bilder von Cristiano Ronaldo

Cristiano Ronaldo: Sich selbst sieht er als besten Fußballer der Welt. Noch vor seinem Erzrivalen Lionel Messi vom FC Barcelona. Er war mit 96 Millionen Euro lange Zeit der teuerste Transfer der Geschichte und polarisiert die Gemüter. Von seinen Fans geliebt, vom Rest gehasst. Hier sehen Sie Bilder von Ronaldos Karriere. © dpa
Cristiano Ronaldo dos Santos Aveiro wurde am 5. Februar 1985 in Funchal geboren. Auf Madeira lernte der kleine Cristiano auch das Kicken. Seine erste Station war Andorinha. Dort begann er 1993 die Fußballerkarriere. © getty
Schon 1997 wechselte Ronaldo zur Jugend von Sporting Lissabon, wo er 2001 seinen ersten Profivertag bekam. 2003 kam sein großer Durchbruch, als er für 17,5 Millionen Euro zum englischen Rekordmeister Manchester United wechselte. © getty
Auch dank Cristiano Ronaldo darf sich Manchester United Rekordmeister der Premier League nennen. Drei Mal gewann er mit den Red Devils die Meisterschaft (2007 - 2009). © dpa
Der berühmte Anlauf für den Cristiano-Ronaldo-Freistoß und "seine" Nummer 7 sind zwei markante Kennzeichen im Spiel des Portugiesen. © dpa
Ein weiterer Schlüssel im Spiel von "CR7" ist seine Schnelligkeit sowie seine Dribbelstärke. Doch im Training ist Ronaldo auch für Faxen zu haben. © dpa
Die gefürchtesten Freistöße seit David Beckham. Besonders schwierig für die Torhüter: der flatterende Ball. Doch auch per Kopf ist Ronaldo gefährlich. Nicht umsonst markierte er 2010/2011 in 34 Ligaspielen 40 Treffer für Real Madrid. In 60 Pflichtspielen traf er 58 Mal. © dpa
Es gibt öfter mal Probleme mit den Schiedsrichtern, da Ronaldo von Gegenspielern öfter mal der Schauspielerei bezichtigt wird. © dpa
Seinen größten Erfolg im Vereinsfußball und insgesamt sein bestes Jahr hatte "CR7" im Jahr 2008. Nicht nur, dass er mit Manchester die Champions League gewann ... © dpa
... 2008 konnte Ronaldo auch die Trophäe des UEFA Fußballer des Jahres in die Vitrine stellen.  Außerdem wurde er Weltfußballer des Jahres. © dpa
Und er gewann auch noch den Goldenen Schuh, als bester Torschütze Europas. Diese Trophäe konnte er 2011 ein zweites Mal gewinnen. © dpa
2009 kam dann der Wechsel zu den Königlichen. Der bis dahin teuerste Transfer (94 Millionen Euro) wurde von 80.000 Fans im Santiago de Bernabeu gefeiert. Mit Madrid wollte Ronaldo erneut auf den Thron Europas steigen. © dpa
Doch zunächst schied er mit den Madrilenen in der Champions League immer in der k.o.-Phase aus. Einer der bittersten Momente war die Niederlage gegen den FC Bayern in der Saison 2011/12. Man führte zu Hause im Rückspiel schon 2:0, ehe die "bestia negra" wieder zuschlug und Madrid im Santiago Bernabeu im Elfmeterschießen besiegte. © dpa
Trösten konnte sich der Portugiese allerdings mit dem ersten Meistertitel mit Real Madrid. Die Königlichen beendeten damit eine Durststrecke von drei Jahren. © dpa
In der Nationalmannschaft sollte 2004 die erste Krönung kommen. Bei der Heim-EM verlor Portugal allerdings das Finale gegen Überraschungs-Europameister Griechenland und Ronaldo, Deco & Co. gingen leer aus. © dpa
An vier Turnieren nahm Ronaldo bislang teil. Die Bilanz EM: Finalniederlage, Viertelfinal- und Halbfinal-Aus. WM: Vierter und Achtelfinal-Aus. © dpa
Der beste Fußballer und der beste Trainer auf einem Blick - zumindest wenn es nach den Meinungen von Cristiano Ronaldo und José Mourino geht. Die zwei Portugiesen bestimmen die Schlagzeilen bei den Königlichen. © dpa
Doch seit Sommer 2012 scheint Cristiano unzufrieden. Das äußerte er in einem Interview und über seine Facebook-Homepage. Er ist traurig. Allerdings nicht des Geldes wegen, wie er betonte. © dpa
Die ewigen Rivalen. Cristiano Ronaldo und Lionel Messi kämpfen nicht nur um Pokale mit ihren Teams. Auch die individuellen Titel entscheiden die beiden meist unter sich. © dpa
Der Körper, den viele Frauen begehren und um den ihn viele Männer beneiden. Neben den Platz ist Ronaldo ein Model, unter anderem für Unterwäsche. © dpa
So sehen ihn Frauen am liebsten. Mit entblößten Oberkörper. Mit seinem Aussehen und seiner wechselnden Frisur erhitzt er oft die Gemüter. © dpa
Doch das ist nicht alles womit Ronaldo trumpfen kann. Sogar ein Albino-Krokodil ist nach dem Fußballspeiler benannt. © dpa
Ronaldo ist Tennis-Fan und unterstützt dort Rafael Nadal, den Rekord-Champion der French Open. Die beiden verstehen sich gut. © dpa
Da ist es klar, dass Ronaldo sich das Masters Turnier in Madrid nicht entgehen lassen will. Hier schaut er mit seiner Freundin, dem russischen Model Irina Shayk, die Partie zwischen Novak Djokovic und Rafael Nadal an. © dpa

Die Hoffnungen ruhen mal wieder ganz auf Superstar Ronaldo. Der Portugiese erzielte bei seinen vergangenen fünf Auftritten im Camp Nou sechs Treffer. Zudem verlor Madrid von den letzten sechs Duellen mit Barcelona lediglich eines.

Sorgen macht dagegen die zuletzt auftretende Auswärtsschwäche: Mourinhos Team gewann von den vergangenen zehn Partien auf fremdem Platz gerade einmal drei. Und Barcelona ist im heimischen Camp Nou seit nunmehr 22 Partien ungeschlagen.

sid

Auch interessant:

Kommentare