2. Liga

HSV setzt sich nach Bochum-Patzer ab - Nürnberg patzt erneut

Heimsieg
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Nils Röseler (M) ebnete Sandhausen mit seinem Tor den Weg zum Heimsieg gegen Nürnberg. Foto: Uwe Anspach/dpa

Der HSV bleibt im Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga der Top-Favorit, Verfolger Düsseldorf verliert den Anschluss. Auch der Zweite Bochum patzt, dafür mischt nun der KSC mit. Auch im Kampf gegen den Abstieg gibt es neuen Schwung. Für Nürnberg wird es ernst

Düsseldorf (dpa) - Souveräner HSV, erste strauchelnde Verfolger: Der Top-Favorit Hamburger SV hat auch ohne Treffer von Torjäger Simon Terodde die Tabellenführung in der 2. Liga ausgebaut.

Am Sonntag verlor der Tabellenzweite VfL Bochum erstmals seit Mitte Dezember beim 1:2 (0:1) gegen den Karlsruher SC wieder ein Spiel. Dadurch führen die dagegen seit neun Spielen unbesiegten Hanseaten nach ihrem 3:1 gegen Erstligaabsteiger SC Paderborn am Samstag die Tabelle mit nun vier Zählern Vorsprung auf Bochum an.

Nach dem 19. Spieltag neu mit in der Aufstiegsverlosung ist der KSC, der in diesem Jahr ebenfalls noch kein Spiel verlor und am Sonntag in Bochum für einen Coup sorgte. Robin Bormuth (14. Minute) und Jerome Gondorf (84.) schossen die Badener bei einem Gegentor von Anthony Losilla (55.) auf Platz fünf vorbei an Fortuna Düsseldorf, das sich am Freitag beim 1:2 gegen Schlusslicht Würzburger Kickers blamiert hatte. Holstein Kiel (36 Punkte) und die SpVgg Greuther Fürth (35) hingegen siegten wie der HSV (40) am Samstag schon und bleiben an Hamburg und Bochum (36) dran. Der KSC und Düsseldorf (je 32) folgen.

«Wir sind total happy über die Situation», sagte Karlsruhes Siegtorschütze Gondorf beim Pay-TV-Sender Sky. «Wir tun sehr gut daran, demütig zu bleiben und uns auf eigenen Stärken und auch Schwächen zu besinnen.»

Wenn Terodde für den HSV nicht trifft, muss es ein anderer Spieler richten. Diesmal sicherte Sonny Kittel mit seinen Treffern vier und fünf den 3:1-Sieg gegen einen unangenehmen Gegner. Dementsprechend zufrieden war Trainer Daniel Thioune. «Den Sieg haben wir uns heute verdient. Wir haben von Anfang an Gas gegeben. Insgesamt war es eine sehr gute Mannschaftsleistung von uns», befand der Coach. In den nächsten beiden Heimspielen gegen die Verfolger Fürth und Kiel können sich die Hamburger weiter absetzen, um im dritten Zweitligajahr endlich die Rückkehr ins Oberhaus zu schaffen.

Die Fürther, die wie Bayern-Bezwinger Kiel am Dienstag im Pokal-Achtelfinale vertreten sind, sammeln jetzt auch im eigenen Stadion ihre Punkte. Vor dem 3:0-Erfolg gegen Aue hatten die Franken auswärts doppelt so viele Siege erspielt wie im eigenen Stadion. Mit dem vierten Dreier im Sportpark Ronhof zeigte eine der spielstärksten Mannschaften der Liga, dass mit ihr zu rechnen ist. «Wir wissen, dass wir eine gute Qualität haben, aber wir müssen arbeiten, um die Siege zu holen», sagte Doppel-Torschütze Branimir Hrgota.

Auch Kiel hat auswärts bislang mehr Punkte gesammelt als im eigenen Stadion. Dennoch war das 3:1 gegen den Abstiegskandidaten Eintracht Braunschweig im Nord-Duell ein Pflichtsieg vor der nächsten Woche mit drei Partien. «Im Endeffekt hätten wir das Spiel vorzeitiger entscheiden können, aber insgesamt war das heute ein sehr konzentrierter Auftritt meiner Mannschaft zum Ende einer englischen Woche, die von den Abständen her kaum hätte härter sein können. «Die Jungs haben einen super Job gemacht», sagte Trainer Ole Werner.

Ganz anders ist die Stimmungslage in Düsseldorf. Neun Spiele lang war die Fortuna unbesiegt, hatte zuletzt ein 0:0 gegen den HSV erkämpft. Aber dann erwischte es die Düsseldorfer beim Tabellenletzten. Zwar dominierte die Fortuna, doch die zuletzt starke Defensive patzte in den entscheidenden Momenten bei Kontern. Ridge Munsy sicherte den Gastgebern mit zwei Treffern die wichtigen Punkte im Abstiegskampf.

Auch im Tabellenkeller gibt es nicht nur durch den überraschenden Erfolg der Kickers neuen Schwung. Der FC St. Pauli befindet sich weiter im Aufschwung und fügte dem 1. FC Heidenheim beim spektakulären 4:3 (2:1) die erste Heimniederlage seit fast anderthalb Jahren zu. Damit kletterten die Hamburger mit nun 19 Punkten auf einen Nicht-Abstiegsplatz. Auch dem SV Sandhausen gelang mit dem 2:0 (1:0) gegen den 1. FC Nürnberg ein ganz wichtiger Erfolg. Sandhausen (18) sprang vorbei an Eintracht Braunschweig auf den Relegationsrang 16. Bedrohlich wird es für den 2021 noch sieglosen Club. Die Franken liegen nur noch zwei Punkte vor Sandhausen.

© dpa-infocom, dpa:210131-99-240864/5

Der nächste Spieltag

Jerome Gondorf war Karlsruhes Matchwinner beim Sieg in Bochum. Foto: Guido Kirchner/dpa
Der FC St. Pauli ging nach einer turbulenten Partie als Sieger in Heidenheim vom Platz. Foto: Stefan Puchner/dpa
Auch ohne Simon Terodde effektiv: Der Hamburger SV. Foto: Christian Charisius/dpa

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