Schwarzer Adler

„Es ist eher so, dass ich meine Hautfarbe cool finde und stolz darauf bin“: Mbom spielt für Deutschland

U21-Nationalspieler Manuel Mbom im Zweikampf mit seinem Gegenspieler.
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Manuel Mbom hat sich für die deutsche Nationalmannschaft entschieden.

Manuel Mbom hat intensiv überlegt und sich dann für sein Mutterland Deutschland entschieden. Der U21-Nationalspieler ist stolz auf den Schwarzen Adler auf seiner Brust.

Köln - Hinter Manuel Mbom liegt eine emotionale Woche. „So etwas mit 21 Jahren zu entscheiden, ist etwas Endgültiges“, sagte Mbom nach seinem dritten Spiel für die U21-Nationalmannschaft*. Der gebürtige Göttinger, dessen Vater aus Kamerun stammt, hat sich mit diesem Einsatz ganz bewusst und unumstößlich für Deutschland entschieden. Er war und ist „stolz, den Adler auf der Brust zu tragen“.

Dass diese Entscheidung alles andere als selbstverständlich ist, verdeutlichte Mbom im Interview mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB): „Ich trage zwei Herzen in mir, das wird immer so bleiben“.

DFB U21: Manuel Mbom stolz auf „schwarzen Adler“

Auch deshalb wollte der Abwehrspieler vor dem 3:2-Erfolg gegen Israel am vergangenen Donnerstag „das Ganze nochmal intensiv und in Ruhe mit meiner Familie besprechen“. Es folgte „der klare Entschluss, für Deutschland zu spielen“ und nicht für sein Vaterland Kamerun.

Mbom, der seit der U15 sämtliche Junioren-Nationalmannschaften durchlaufen hat, ist sich der besonderen Situation bewusst, den „Schwarzen Adler auf der Brust“ tragen zu dürfen. „Das will jedes Kind, das sich in den Fußball verliebt“, sagte der 21-Jährige in der Dokumentation „Schwarze Adler“, die die Erlebnisse schwarzer Fußballer im DFB-Trikot thematisiert.

„Schwarze Adler“: Rassistische Anfeindungen sind Alltag

„Es ist gut, dieses Symbol, das so wichtig für Deutschland ist, ein wenig herumzudrehen, um es aus einer anderen Perspektive zu beleuchten“, sagte Mbom mit Blick auf die Vergangenheit. In der Dokumentation berichteten unter anderem die früheren Nationalspieler Erwin Kostedde, Jimmy Hartwig und Gerald Asamoah von regelmäßigen rassistischen Anfeindungen.

„Das N-Wort wurde oft benutzt“, sagte auch Jordan Torunarigha von Hertha BSC, der im Februar 2020 beim Pokalspiel auf Schalke mit Affenlauten beleidigt wurde. Bei Manuel Mbom äußerte sich die Diskriminierung auf subtilere Art und Weise: „So wie mich Leute zum Teil anschauen oder behandeln, habe ich gemerkt, dass ich eine andere Hautfarbe habe.“

Anders als Kostedde in den 1950ern und 1960ern hatte der Profi von Werder Bremen aber nie das Gefühl, „dass ich meine Hautfarbe abmachen möchte. Es ist eher so, dass ich meine Hautfarbe cool finde und stolz darauf bin“.

U21-Nationalmannschaft: Erfolgreich dank Multi-Kulti

Gleich zehn Spieler des aktuellen U21-Kaders könnten noch für einen anderen Verband spielen, haben sich jedoch für den DFB entschieden. „Ich fühle mich nicht so sehr dort hingezogen, dass ich jetzt unbedingt für Nigeria spielen möchte“, sagte Debütant Kevin Schade (19) in der vergangenen Woche. Auch der frühere US-Nachwuchsspieler Malik Tillman (19) empfindet den Adler auf der Brust „als besondere Ehre“.

Mit drei Siegen in den ersten drei EM-Qualifikationsspielen reiste die U21 unter ihrem neuen italienischstämmigen Cheftrainer Antonio Di Salvo am Sonntag nach Szeged. Dort trifft der Titelverteidiger am Dienstag (17.30 Uhr/ProSieben) auf Ungarn.

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