Favorit setzt sich nach der Pause ab

„Bonus“ für Trainer Gislason - Kiel feiert Pokalerfolg über Magdeburg

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Weiß bezwingt Grün: Die Kieler um Nikola Bilyk (am Ball) und Patrick Wiencek (r.) waren eine Nummer zu groß für Magdeburg mit Albin Lagergren.

Der THW Kiel hat erstmals seit zwei Jahren wieder einen Titel eingefahren. Die Nordlichter schnappten sich in einem temporeichen Pokalfinale gegen Magdeburg den Cup.

Hamburg - Elfter Titel für die Zebras, glanzvoller Abschied für Alfred Gislason: Der THW Kiel hat den DHB-Pokal gewonnen und seinem scheidenden Trainer damit einen perfekten Abgang von der Pokalbühne beschert. Der Rekordsieger bezwang den SC Magdeburg in einem packenden Finale mit 28:24 (14:13) und feierte seinen ersten Titelgewinn seit dem Cupsieg 2017.

Zum Matchwinner avancierte Torhüter Niklas Landin mit etlichen Paraden und vier gehaltenen Siebenmetern. Beste Werfer der Kieler, die im Halbfinale am Vortag die Füchse Berlin mit 24:22 besiegt hatten, waren Harald Reinkind mit sechs und Nationalspieler Hendrik Pekeler mit fünf Treffern.

Magdeburg muss auf dritten Pokalsieg warten

Aufseiten der Magdeburger, die ausgerechnet im Pokalfinale ihre erste Niederlage in diesem Kalenderjahr einstecken mussten, traf wie schon am Vortag der Däne Michael Damgaard am häufigsten (6 Tore). Nach dem 30:29 gegen die TSV Hannover-Burgdorf am Vortag hatte der SCM noch auf seinen dritten Pokal-Triumph nach 1996 und 2016 gehofft.

Für Gislason, der im Sommer nach elf Jahren beim THW eine Auszeit einlegen wird und dann ein Nationalteam übernehmen möchte, war es bei der sechsten und letzten Teilnahme am prestigeträchtigen Finalturnier in Hamburg mit Kiel der sechste Pokalsieg. Weitere Titelchancen hat der Isländer mit seinem Team noch in der Meisterschaft (aktuell Tabellenzweiter) und im EHF-Pokal.

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Für Gislason ist Pokaltriumph „ein Bonus“

"Es wäre geil, wenn wir Gislason den Titel schenken würden. Er hat es einfach verdient", hatte THW-Spielmacher Domagoj Duvnjak vor der Partie angekündigt. Gislason selbst meinte vor dem Duell gegen seinen früheren Klub: "Es wäre ein Bonus, noch einmal den Pott mitzunehmen."

Entsprechend engagiert gingen die Kieler von Beginn an zu Werke. Während Gislason an der Seitenlinie vollen Körpereinsatz zeigte, dominierten seine Spieler in der Anfangsphase das Geschehen. Auch dank der Paraden von Weltmeister Landin hielt der THW seinen Gegner in Schach und führte schnell mit 7:5.

Unbändige Freude: Harald Reinkind gewann mit dem THW Kiel den Pokal.

Magdeburger setzen sich dank ihres Tempospiels ab

Doch in der Folge zeigte Magdeburg, warum es in der Liga beide Partien gegen die Kieler gewonnen und ihnen damit vier der bisherigen sechs Minuspunkte zugefügt hatte. Durch Ballgewinne in der sich nun steigernden Abwehr kam der SCM in sein gefürchtetes Tempospiel, erzielte vier Treffer in Folge und ging nach einer guten Viertelstunde erstmals in Führung (9:7).

Fortan entwickelte sich vor 13.200 Zuschauern in der seit Monaten ausverkauften Barclaycard-Arena in Hamburg ein spannender Pokalfight in hitziger Atmosphäre.

Kiel dreht das Spiel in der zweiten Hälfte

Zur Pause führte der THW, und auch im zweiten Abschnitt dominierten zunächst die Norddeutschen. SCM-Trainer Bennet Wiegert, der als Spieler unter Gislason zu gemeinsamen Magdeburger Zeiten im Jahr 2002 noch zusammen die Champions League gewonnen hatte, musste mit ansehen, wie sein Team nach 40 Minuten erstmals mit vier Toren zurücklag.

Durch fünf Kieler Tore am Stück enteilten die Zebras bis auf 24:16 - die Vorentscheidung.

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sid

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