ASV-Sprinterin Marina Scherzl bietet Elite Paroli

Marina Scherzl
+
Ist heuer in die deutsche Spitze gesprintet: Marina Scherzl (ASV Dachau).

Im Sepp-Herberger-Stadion an der badischen Weinstraße sind schon viele Leichtathletik-Stars aufgetreten. So auch in diesem Jahr. Heuer zum Beispiel die Dritte der WM von Doha über 200 Meter, Mujinga Kambundji (28) aus der Schweiz, die auch schon EM-Bronze gewonnen hat. Oder die zigfache Deutsche Meisterin Rebekka Haase (28) , die auch schon fünf Welt- und EM-Staffelmedaillen für den DLV geholt hat. Mitten unter ihnen: Marina Scherzl (21) vom ASV Dachau.

Die Pullhauserin ging sowohl über 100 Meter als auch 200 Meter an den Start. Im 100-Meter-Vorlauf bekam sie es unter anderem mit Haase und Jessica-Bianca Wessolly (MTG Mannheim) zu tun, der amtierenden Deutschen Meisterin über 200 Meter. Scherzl drückte ihre bisherige Bestzeit von 11, 69 Sekunden auf 11,66 Sekunden und ließ dabei Wessolly um drei Hundertstel hinter sich. Haase war mit 11,11 Sekunden deutlich vorne.

Zuerst sah es so aus, als ob die ASV-Sprinterin trotz ihrer starken Zeit nicht in die nächste Runde einziehen konnte. Doch dann hatte sie Glück: Die eigentlich mit 11,58 Sekunden qualifizierte Anna-Lena Streese (VfB Stuttgart) verzichtete auf einen weiteren Start. Scherzl durfte nachrücken und machte das Beste daraus: Im B-Finale verbesserte sie ihre Zeit erneut und rannte schon nach 11,57 Sekunden über die Ziellinie! Sie wurde Vierte des Rennens, als beste Deutsche, hinter drei Sprinterinnen aus Luxemburg, der Schweiz und Norwegen. Aber noch sechs Hundertstel vor Keshia Kwadwo (LC Paderborn), die unter anderem schon U23-EM-Gold in der Staffel gewonnen hat. Ebenfalls hinter Scherzl: die DLV-Kadersprinterin Tina Benzinger (LG Stadtwerke München, 11,68).

Fast noch besser lief es für Scherzl über 200 Meter. In ihrem Zeitlauf wurde die Pullhauserin in glatten 24 Sekunden Dritte, trotz eines heftigen Gegenwind von 1,5 Meter pro Sekunden. Schneller waren nur Kambundji in 22,94 Sekunden und Haase in 23,15 Sekunden. In den folgenden Zeitläufen schoben sich unter deutlich besseren Bedingungen noch zwei Sprinterinnen vor Scherzl: Sophia Junk (LG Rhein-Wied; 23,15), die mit Kwadwo Staffelgold geholt hatte, sowie die aktuelle Deutsche U20-Meisterin über 100 Meter Lilly Kaden (LGO Dortmund; 23,86).

Scherzl hat sich sowohl über 100 Meter als auch über 200 Meter für die Deutschen Meisterschaften am kommenden Wochenende in Braunschweig qualifiziert. ARD und ZDF berichten umfangreich von den Meisterschaften. Scherzl tritt am Samstag Abend über 100 Meter an. Schon am Sonntag Vormittag gehen die Vorläufer über 200 Meter über die Bühne.

Auch interessant:

Kommentare