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Feier für die nächsten 20 Jahre

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Nach dem Match stürmten die Löwenfans den Platz, aber alles blieb friedlich. © Kramer

Pipinsried - TSV 1860 München holt Regionalligatitel dank eines 3:0 beim FC Pipinsried.

Das kleine Dorf im Westen des Landkreises ist nun Legende. Zumindest bei den zahlreichen Fans des TSV 1860 München. Denn am Samstag macht die Löwen ihre Regionalliga-Meisterschaft in Pipinsried perfekt. Durch einen schmeichelhaften 3:0 (1:0)-Erfolg beim FCP. Und weil die Kicker aus dem Dachauer Land ihren Ligaverbleib schon am vergangenen Donnerstag sichergestellt hatten, wurde die Partie zu einer großen Fußballparty mit rund 7000 Beteiligten. In einer Atmosphäre, die Löwen-Trainer Daniel Bierofka zu der Aussage inspirierte: „An dieses Spiel wird sich jeder, der dabei war, noch in 20 oder 30 Jahren erinnern.“ Nicht nur, weil es der erste Titelgewinn der Münchner seit der legendären Bayernliga-Meisterschaft im Jahre 1993 war. Sondern vor allem wegen der einzigartigen Stimmung in Pipinsried. Der Grund: die Naturtribüne auf dem gegenüberliegenden Hügel, der sogenannte „Sechziger-Hügel“. Dort hatten 5000 Fans Platz gefunden, insgesamt nahmen 7000 Menschen an dem Fußballfest teil, das schon vier Stunden vor dem Anpfiff begonnen hatte. Mit Bier und belegten Semmeln sowie einer mobilen Bühne, auf der die Band „Shout“ den Besuchern einheizte. Später spielten auch noch die Pipinsrieder Musikanten auf. Ein 1860-Fanbetreuer kommentierte: „Das ist echt geil hier. Viel geiler als in Buchbach.“ Dann setzte er hinzu: „Aber ein Jahr reicht. Wir müssen wieder in die großen Stadien.“ Niemand im Pipinsrieder Naturrund hätte ihm widersprochen. Indes die Leistung der Löwen ließ Zweifel aufkommen. Die Anfangsminuten gehörten den Pipinsriedern dank eines aggressiven Pressings. Dass die Mannen von Spielertrainer Fabian Hürzeler eine derartige Taktik nicht lange durchhalten können, war klar, schließlich war es das vierte Match, dass sie binnen acht Tagen zu bewältigen hatten. Zu einer kleinen Chance reichte es immerhin: Arbnor Segashi zog nach einem Solo ab, allerdings weit über Hillers Kasten (22.). Interessant bei Bierofkas Aufstellung: Routinier Michael Görlitz wirkte von Anfang an mit. Bei den Pipinsriedern war die einzige Überraschung, dass Hürzeler auf einen eigenen Einsatz verzichtete. Nicht wegen Grippenachwirkungen, sondern weil er „ein Zeichen setzen und mich bei der Mannschaft bedanken wollte.“ Die frühe Löwenführung entsprang einem Pipinsrieder Missgeschick. Denny Herzig hatte das Leder von Sascha Mölders (der ansonsten blass blieb) erobert, stocherte es allerdings genau vor die Füße des frei stehenden Daniel Wein. Der frühere FCB-Junior fackelte nicht lange und haute die Kugel ins Tordreieck (0:1, 24.). Ein kalter Guss für den FCP, doch anscheinend einer, der den Kickern zusätzliches Adrenalin bescherte. Fast wäre Atdhedon Lushi sogar der Ausgleich nach einer Flanke von Thomas Berger gelungen, wenn nicht Eric Weeger für seinen geschlagenen Keeper Marco Hiller auf der Linie geklärt hätte (33.). Kurz vor der Pause zog der FCP ein Mini-Powerplay auf, mit drei gefährlichen Burkhard-Ecken in Folge. Beim dritten Versuch verlor ausgerechnet Rabihic einen Zweikampf samt Spielgerät gegen den schnellen Nico Karger. Der 25-Jährige zog auf und davon, inszenierte einen klugen Doppelpass mit Weeger und lupfte das Leder über FCP-Schlussmann Thomas Reichlmayr in die Maschen (0:2, 45.+1). Damit war die Messe im Grunde gelesen. Die 1860-Fans warteten ab der Pause eigentlich nur noch auf den Schlusspfiff, um ihre Idole gehörig zu feiern. Auf dem Platz tat sich in der zweiten Halbzeit wenig. Etwas Schwung ins Geschehen kam mit der Einwechslung Timo Gebharts (76.). Kurz vor dem Ende durfte Mölders doch noch jubeln, als er einen Steinhart-Freistoß über die Torlinie bugsieren (0:3, 88.). Nach dem Abpfiff stürmten die Löwenfans stürmten das Spielfeld. Sie blieben friedlich, sie wollten nur feiern. So wie beide Teams anschließend im Vereinsheim.

Kramer

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