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Die verhängnisvolle 91. Minute

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Der entscheidende Ball gehörte den Freilassingern: vorne deren Kapitän Michael Mayer, dahinter die ASV-Kicker Thomas Rieger und Christian Roth. © Kramer

Dachau/Karlsfeld - ASV Dachau vergeigt Bayernliga, Eintracht Karlsfeld muss nachsitzen.

Eine Aktion verdarb den beiden Landkreis-Landesligisten eine tolle Saison. Es lief Minute 91 zwischen dem Karlsfelder Abstiegskonkurrenten ESV Freilassing und dem Liga-Dritten ASV Dachau. Es stand 3:2 für die Stadtwälder. Zeitgleich lagen die Karlsfelder im heimischen Stadion mit 1:1 gleichauf mit ihren Gästen vom TSV Kastl. Das bedeutete: Der ASV würde die Relegationsrunde um den Aufstieg der Bayernliga bestreiten, die Eintracht wäre gerettet. Und dann das: Ein Freilassinger flankt ungehindert von rechts in den Dachauer Strafraum, am langen Pfosten lauert Andreas Högler, ein Innenverteidiger der Hausherren, und schiebt ein (3:3, 91.). Dieses Ergebnis verteidigten die Südost-Bayern mit Händen und Füßen, denn damit war ihr Ligaverbleib gerettet. Die Dachauer sanken nach dem Schlusspfiff verzweifelt zu Boden, in Karlsfeld schlugen Fans und Spieler die Hände über den Kopf zusammen. Wobei das Team von Eintracht-Coach Luigi Parseglia das Schicksal in der eigenen Hand hatte: Bis zehn Minuten vor Schluss hatten sie durch einen Treffer von Fitim Raqi geführt (1:0, 20.), obwohl sie auf ihren Kapitän und Torjäger Michael Dietl erkältungsbedingt verzichten mussten. Dann traf Kastls Mittelfeldmann Alois Straßer nach einem Konter (1:1, 79.). Die Karlsfelder wähnten sich sicher, bis sie die Meldung aus Freilassing erreichte. Dort waren die Hausherren früh in Führung gegangen (6.). Die Dachauer antworteten umgehend durch Philipp Schmid (1:1, 7.), Max Kreitmair mit einem Solo (1:2, 13.) und Zvonimir Kulic durch einen Kopfball (1:3, 27.) schossen das Team von Trainer Frank Peuker in Front. Die Partie kippte mit einem umstrittenen Handelfmeter, den Kulic verursacht haben sollte. Peuker ärgerte sich: „Erstens wurde er angeschossen und zweitens außerhalb des Strafraums.“ Albert Dreier verwandelte trotzdem (2:3, 73.). Die Freilassinger setzten nun alles auf eine Karte und schnürten ihre Gäste regelrecht ein. Peuker gestand daher hinterher: „Die haben sich das Remis verdient.“ Er versuchte seine Spieler zu trösten: „Die Jungs haben trotzdem eine tolle Saison gespielt.“ Die Karlsfelder Eintracht muss nun nachsitzen: Schon am Donnerstag müssen sie beim Bezirksliga-Süd-Vizemeister TSV Neuried antreten, das Rückspiel geht am Sonntag um 16 Uhr über die Bühne. Parallel bekommt es der Bezirksliga-Nord-Vizemeister TSV Jetzendorf mit dem Landesliga-16. TSV Eching zu tun. Sollten sich Karlsfeld und Jetzendorf durchsetzen, kommt es in der kommenden Woche zu einer Wiederauflage des alten Duells.

kho

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