Halbjahres-Rückblick:

Der FC Pipinsried blickt auf ein turbulentes Halbjahr zurück

Sorgten für die Glücksmomente beim FC Pipinsried: die Torjäger Pablo Pigl (links) und Serhat Imsak.
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Sorgten für die Glücksmomente beim FC Pipinsried: die Torjäger Pablo Pigl (links) und Serhat Imsak.

Der FC Pipinsried überwintert mit 28 Punkten nach 24 Spielen auf Platz 13, drei Ränge oberhalb der Relegationszone. „Wir stehen über dem Strich, das war unser Ziel“, zieht Tarik Sarisakal, der Sportliche Leiter des Regionalliga-Aufsteigers, ein vorläufiges Fazit.

Es war ein Halbjahr mit überraschenden Höhenflügen und zwei langen Niederlagenserien, berauschenden Siegen wie dem 2:1-Auswärtssieg beim Ligaprimus SpVgg Bayreuth und ziemlich deprimierenden Niederlagen wie das 0:2 beim FC Augsburg 2 am 6. November, bei dem keiner im Team einen Fuß auf den Platz brachte.

Danach zog der Verein die Reißleine und entließ Trainer Andreas Thomas. „Er muss sich keinerlei Vorwürfe machen, weder sportlich noch menschlich“, stellt Sarisakal klar. „Ich habe nach wie vor ein schlechtes Gefühl wegen dieser Entlassung“, pflichtet Roland Küspert, der Präsident des FCP bei. Warum dann dennoch der Trainerwechsel? „Wir mussten einen neuen Impuls setzen“, erklärt der Sarisakal. Der Verein verpflichtete Andreas Pummer, ein erfahrener Mann, der mit dem FC Unterföhring und Türkgücü München fünf Aufstiege am Stück feiern konnte. Dabei hatte die Mannschaft und AndreasThomas einen starken Start hingelegt, mit zehn Punkten nach vier Spielen. Die Euphorie im Umfeld war groß, noch größer jedoch die Sorgen nach einem Negativlauf von fünf Pflichtspielpleiten. Die Gründe: eine Verletzungsserie, Sperren nach gelben, gelb-roten und roten Karten. „Die vielen Undiszipliniertheiten haben uns einige Punkte gekostet,“ ärgert sich Sarisakal. In der Fairness-Tabelle rangiert der FC Pipinsried auf dem letzten Platz mit sechs Ampelkarten, drei roten Karten und beeindruckenden 73 gelben Karten in 24 Spielen.

Nach einem Zwischenhoch tauchte die Truppe in einen trüben Corona-Herbst. Thomas hatte bei manchen Partien gerade mal einen oder zwei Feldspieler auf der Bank sitzen. Beim unglücklichen 1:2 in Aschaffenburg musste der damalige Coach seinen Ersatztormann Julian Kirr in der Schlussphase als Stürmer auf den Platz schicken. Diejenigen, die er zur Verfügung hatte, kämpften oft bis zum Umfallen. Goalgetter Pablo Pigl schoss nicht nur neun Tore, sondern legte in jedem Spiel unzählige Sprintkilometer zurück. Nikola Jelisic erwies sich nicht nur als technisch überragender Strippenzieher, sondern auch als kompromissloser Achter.

Ein Problem stellten indes die ständigen Wechsel in der Defensive dar. Nicht etwa aus taktischen Erwägungen, sondern wegen der Ausfälle, wegen Corona, Verletzungen und Sperren. Zudem fehlte der zentralafrikanische Nationalspieler Peter Guinari, weil er in der WM-Qualifikation gefordert war. Wie aus dem Nichts folgte Ende Oktober ein 1:0-Erfolg gegen Wacker Burghausen, trotz 50 Minuten Unterzahl. Serhat Imsak wurde zum „Man of the Match“. Schließlich übernahm Pummer, ein zupackender Mann mit klarer Ansprache. „Ich wusste, was in der Mannschaft steckt“, erklärte er. Zwei Mentalitätssiege gehen auf das Konto des neuen Trainers, sowie eine 0:2-Niederlage gegen den Angstgegner VfB Eichstätt. „Das Team lernt allmählich, meine Spielphilosophie umzusetzen“, sagt er. Am 17. Januar hofft er, seine Mannen wieder begrüßen zu können. Das erste Punktspiel hat der BFV für den 26. Februar angesetzt. Dann soll der FC Bayern 2 in der NAT-Arena zu sehen sein.

kho

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