Trotz Trainings- und Spielausfälle: Corona beim FC Pipinsried

Erster Coronafall beim FC Pipinsried

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Noch nicht getestet und geht weiter zur Arbeit: Muriz Salemovic.

Pipinsried - Amar Cekic ist positiv getestet. Seine Mitspieler warten noch auf ihre Tests

In der vergangenen Woche wurde der Pipinsrieder Offensivmann Amar Cekic positiv auf den Coronavirus getestet. Wie es mit seinen Vereinskameraden aussieht, ist noch unklar. 

Der Grund: Der Flügelflitzer, der in München lebt, hat noch nichts von den dortigen Gesundheitsbehörden gehört. Daher konnte er den Bogen mit seinen Kontaktpersonen nicht ausfüllen. Die Folge: Seine Mitspieler können von dem für sie zuständigen Gesundheitsamt noch nicht kontaktiert werden, von Tests ganz zu schweigen.Spielertrainer Muriz Salemovic erklärte am vergangenen Sonntag: „Ich fahre am Montag wieder zur Arbeit.“ Der 31-Jährige ist in verantwortlicher Position bei einem großen schwäbischen Kfz-Industrie-Zulieferbetrieb beschäftigt. Er berichtet: „Ich habe umgehend meinen Chef über meinen Kontakt zu einem positiv getesteten Mitspieler informiert und mich mit dem Gesundheitsmanagement meines Arbeitgebers kurz geschlossen.“ Die dortigen Fachleute hätten Salemovic nach Symptomen und Fieber befragt, der fitte Sportler hat beides verneint. Er meint: „Ich fühle mich gesund.“ 

Die Reaktionen im Mannschaftskreis seien ganz unterschiedlich auf Cekics Meldung gewesen, so Salemovic. „Manche meinten, jeder soll sofort in Quarantäne gehen. Andere wollten abwarten, was die Behörden empfehlen.“ Wieder andere – darunter auch Salemovic – hätten sich mit ihren Arbeitgebern kurz geschlossen. Einer, der sofort selber einen Test absolvieren wollte, ist Manager Tarik Sarisakal. Er ging zu seinem Hausarzt, um sich einen Zulassungscode für die mobile Teststation in Indersdorf aushändigen zu lassen. Der Mediziner ist dazu allerdings nicht befugt. Sarisakal meldete sich daraufhin beim Dachauer Gesundheitsamt und schilderte seinen Kontakt mit Cekic. Doch dem Dachauer Amt waren die Hände gebunden, es hatte noch keine Daten aus Cekics Wohnort München erhalten. „Durchaus verständlich“, meint Sarisakal, „die arbeiten in diesen Krisentragen alle am Anschlag.“ Der FCP-Manager hat sich im Einklang mit seinem Arbeitgeber – eine Münchner Personalagentur – in Selbstquarantäne begeben. „Es ist meines Erachtens jetzt extrem wichtig, verantwortlich zu handeln“, betonte Sarisakal gegenüber der Rundschau. 

Der Fußball sei im Vergleich zu dem, was für die gesamte Gesellschaft auf dem Spiel stehe, eine „Nebensache“, so der frühere Profi Er will nochmals beim Dachauer Gesundheitsamt nachhaken und erneut um einen Zulassungscode für einen Coronavirus-Test bitten. Sein verständliches Motiv: „Ich einfach Bescheid wissen.“ Selbst wenn weitere Pipinsrieder Spieler oder Funktionäre demnächst die Bestätigung einer Coronainfektion erhalten sollten, wird das für die Kicker keine sportlichen Auswirkungen haben. Nachdem Ministerpräsident Markus Söder die verschärften Ausgangsbeschränkungen verkündet hatte, teilte der BFV mit, „dass eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs frühestens nach dem 19. April 2020 (Ende der Osterferien) und auch nur mit einer Vorankündigung von mindestens 14 Tagen erfolgen wird.“

kho

Quelle: Dachauer Rundschau

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