Fußball-Unterhaltung vom Feinsten

FC Pipinsried vergeigt eine 2:0-Führung gegen die Jungprofis des TSV 1860 München

FCP-Torjäger Atdhedon Lushi (links)
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Sekunden später verletzte sich FCP-Torjäger Atdhedon Lushi (links) schwer, der hier noch den Ball vor dem Junglöwen Timo Spennesberger wegchippt. Rechts ist Betreuer Benjamin Rauch zu sehen.

Blitz, Donner, Regen, Sonnenschein und vier Tore binnen 14 Minuten: Das Testspiel des Regionalligisten FC Pipinsried gegen die Bayernliga-Jungprofis des TSV 1860 München bot in der Schlussphase beste Fußball-Unterhaltung, bei der es am Ende 2:2 (0:0) hieß.

Albano Gashi (1:0, 76.) und Nikola Jelisic (2:0, 80.) hatten die Pipinsrieder mit zwei sehenswerten Treffern in Front gebracht: Gashi düpierte den Junglöwen-Keeper Julius Schmid mit einem Heber fast von der Seitenlinie, Jelisic zwirbelte einen 17-Meter-Freistoß direkt ins linke Tordreieck. Kurz vor dem Ende schlugen die Münchner zweimal durch Samir Naziri zurück: Erst versenkte der Penzberger einen Freistoß per Kopf (2:1, 88.), dann staubte er eine Parade von FCP-Tormann Alexander Eiban im Fünf-Meter-Raum ab (2:2, 20.).

Der Ereignisskette war eine zehnminütige Spielunterbrechung vorausgegangen: In der 75. Minute schickte Schiedsrichter Michael Krug beide Teams in die Kabinen. Denn über der NAT-Arena war der Himmel pechschwarz geworden: Es blitzte, donnerte und goss kurzzeitig wie aus Kübeln.

Bis dahin war das Match eine typische „Box-to-Box“-Partie gewesen: Die doppelten Vierer-Defensivreihen beider Mannschaften standen solide, Torszenen blieben Mangelware. Die Junglöwen fuhren einige gefährliche Konter, die Pipinsrieder versuchten sich mit Flanken und Fernschüssen. Ein 25-Meter-Geschoss von Benjamin Kauffmann konnte der Löwen-Schlussmann Schmid (ein Gastspieler von Holstein Kiel 2) gerade noch über die Latte lenken (75.).

Einer war über den Trubel gar nicht glücklich, Pipinsrieds Coach Andreas Thomas: „Wenn man kurz vor Schluss mit 2:0 führt, darf man den Sieg nicht verschenken.“

Für große Aufregung bei den Pipinsrieder sorgte eine Szene in der zehnten Minute: Torjäger Atdhedon Lushi sprintete einem Ball hinterher und blieb im tiefen Geläuf hängen. Anscheinend hatte er sich das Knie verdreht, schnell machte das Wort „Bänderriss“ die Runde. Doch schon zur Halbzeit gab Lushi Entwarnung: „Vermutlich nur ein Muskelfaserriss.“ Ob er kommenden Samstag zum Regionalliga-Auftakt beim 1. FC Nürnberg 2 auflaufen kann, ist offen. Ursprünglich hätte der Dorfklub seinen letzten Test am vergangenen Freitag beim Landesligisten SV Mering absolvieren und dabei einen weiteren Stürmer präsentieren wollen: Serhat Imsak (21), ausgebildet beim FC Ismaning und dem FC Ingolstadt wechselte er vor zwei Jahren zu Türkgücü München, kam aber kaum zum Einsatz. Zuletzt stand er bei Türkspor Augsburg unter Vertrag. Im Februar riss er sich die Achillessehne. Thomas kennt den „typischen Boxstürmer“ aus gemeinsamen Jahren in Ingolstadt. Die Regengüsse der vergangenen Woche machten den dortigen Platz jedoch unbespielbar. „Am Freitag hatte er sich für das Spiel frei genommen und musste dafür am Sonntag arbeiten“,erzählte FCP-Präsident Roland Küspert der DACHAUER RUNDSCHAU.

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