Weniger Gehalt statt Geisterspiele beim FC Pipinsried

FCP-Kicker akzeptieren Lohnkürzungen

+
Hat die Gehälter der Pipinsrieder Spieler gekürzt: FCP-GmbH-Geschäftsführer Uli Bergmann.

Pipinsried - Geschäftsführer Uli Bergmann spricht sich gegen Geisterspiele aus.

Wenn die Fußballer des Bayernliga-Tabellenführers FC Pipinsried dieser Tage auf ihr Konto schauen, entdecken sie zwar einen Geldeingang, allerdings nicht in der gewohnten Höhe. 

Der FCP-GmbH-Geschäftsführer Uli Bergmann begründet: „Wir haben uns das letzte Mal am 12. März gesehen. Ich habe den entsprechenden Anteil berechnet und überwiesen.“ An diesem Abend traf sich das Team zum letzten Training. Kurz darauf erließt Ministerpräsident Markus Söder erste Ausgangsbeschränkungen, eine Woche später wurden die Maßnahmen nochmals verschärft. Negative Reaktionen habe er keine von den Kickern erhalten, erzählt Bergmann. Spielertrainer Muriz Salemovic stimmt zu: „Die meisten haben das ganz locker genommen.“ Kein Wunder, wenn überall Geschäfte geschlossen sind und Betriebe auf Kurzarbeit umstellen wie auch Salemovics Arbeitgeber, ein Zulieferbetrieb der Kfz-Industrie, der ab dem 1. April kürzere Arbeitszeiten beim Arbeitsamt beantragt hat. Der Coach meint: „Im Vergleich zu anderen geht es uns immer noch gut.“ Viele seiner FCP-Schützlinge haben krisensichere Jobs, so ist zum Beispiel Kapitän Stephan Thee als Polizist tätig. Einzelne Pipinsrieder Aktive, die ausschließlich vom Sport leben, haben aber wohl tatsächlich zu knapsen. „Ein Spieler rief mich an und berichtete von seiner finanziellen Notlage“, erzählt Bergmann. Klar, dass er in so einem Fall eine Lösung gefunden habe. 

Den Manager treibt derweil ein anderes Problem um: der Zeitplan für die Fortsetzung der Liga. „Der letzte Zeitpunkt wäre wohl Anfang Juni“, rechnet Bergmann vor. Allerdings würde sich das Saisonende dann auf Anfang Juli verschieben. „Dazu müsste der Verband eine entsprechende Regelung schaffen“, fordert Bergmann. Außerdem müssten Spieler, deren Verträge auslaufen, mit einer kurzzeitigen Verlängerung ihrer Tätigkeit einverstanden sein. „Einfacher wäre freilich, wenn die Saison mit dem Stand jetzt oder dem Stand zum Ende der Hinrunde abgeschlossen werden könnte“, so Bergmann weiter. Bekanntlich stand der FCP damals wie heute auf dem Meister- und Aufstiegsplatz eins. Es wäre wohl die einfachste Lösung. Denn um den Spielbetrieb fortführen zu können, müsste Publikum zugelassen werden. „Geisterspiele wie im Profifußball sind für uns keine Option“, betont Bergmann. Die Bundesligisten erhielten Gelder von den TV-Sendern. 

Amateurvereine wie der FCP benötigen hingegen die Erlöse aus dem Ticketverkauf sowie die Einnahmen aus Wurstsemmeln und Getränken. Ohne Zuschauer kein Fußball, lautet die Rechnung des FCP-Fußballchefs. Doch dass Veranstaltungen mit dicht gedrängten Fans in absehbarer Zeit möglich sind, erscheint höchst unwahrscheinlich – wie auch an den Absagen der Fußball-EM und der Olympischen Spiele zu sehen ist.


kho

Quelle: Dachauer Rundschau

Auch interessant:

Meistgelesen

Langjähriger Sechser will weiter beim FC Pipinsried kicken
Langjähriger Sechser will weiter beim FC Pipinsried kicken

Kommentare