Der Karlsfelder Leichtathlet fuhr mit seinem Vater bis nach Hammelburg.

Oberbauer stellt neuen Rekord

Sebastian Oberauer springt über ein Hindernis auf der Tartanbhn.
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Hat die Qualifikationshürde für die Bayerischen Meisterschaften geschafft und einen Vereinsrekord aufgestellt: Sebastian Oberbauer (TSV Eintracht Karlsfeld).

Der unterfränkische Kleinstadt Hammelburg ist rund 330 Kilometer von Karlsfeld entfernt, sie liegt im nördlichsten Zipfel des Freistaats und ist hierzulande bestenfalls durch seinen riesigen Truppenübungsplatz bekannt. 

Was nicht jeder weiß: Hammelburg ist auch ein Mehrkampfmekka. Kürzlich wurden dort die Unterfränkischen Mehrkampf-Meisterschaften ausgetragen. Genau deswegen nahmen der Karlsfelder Leichtathletik-Allrounder Sebastian Oberbauer und sein Vater und Trainer Peter Oberbauer die lange Fahrt auf sich. Allerdings nicht um bester unterfränkischer U16-Mehrkämpfer zu werden, sondern um den Vereinsrekord der Karlsfelder Eintracht im Neunkampf zu brechen, der bei 4047 Punkten stand, und die Qualifikationsnorm für die Bayerische Meisterschaft zu knacken, die bei anspruchsvollen 4200 Zählern lag

Die Operation gelang: Sebastian Oberbauer sammelte 4232 Punkte. Der Weg dahin war allerdings spannend. Oberbauer stieß die Kugel auf solide 11,18 Meter. Der handgemessene 100-Meter-Sprint war mit 13,8 Sekunden nur knapp über der Bestzeit. Oberbauers weitester Sprung in die Sprunggrube lag mit 4,66 Meter deutlich über seinem bislang besten Versuch (4,38) – trotz Gegenwind und Absprung vor dem Brett. Dafür passte im Hochsprung wenig: Mit 1,26 Metern blieb Oberbauer 15 Zentimeter unter seinen Möglichkeiten. Die Bayerischen Titelkämpfe schienen in weiter Ferne. Doch dem jungen Karlsfelder gelang es, den Frust des ersten Tages in Leistung am zweiten Tag zu verwandeln. So schleuderte er den Ein-Kilo-Diskus bis auf 40,56 Meter – satte sechs Meter weiter als jemals zuvor! Alles war wieder möglich. Speziell, als der junge Karlsfelder mit 13,92 Sekunden auch gut über die Hürden kam. Es folgte seine Lieblingsdisziplin, der Stabhochsprung. Oberbauer riss indes schon bei 3,00 Metern und musste sich mit 2,80 Metern begnügen. „Die Umstellung auf einen härteren Stab klappt noch nicht so“, stellte Vater Peter fest. Den Speer ließ Sebastian Oberbauer immerhin bis auf 34,40 Meter segeln, trotz der Rückenschmerzen, die ihn nun plagten. Bei der Abschlussdisziplin, der ungeliebte 1000-Meter-Lauf, bis das Eintracht-Talent die Zähne aufeinander und kam mit 3:38,98 Minuten genau rechtzeitig im Ziel an.

Übrigens darf sich der Oberbayer Sebastian Oberbauer nun inoffizieller unterfränkischer Neunkampfkönig nennen, denn nur ein Lokalmatador war ein bisschen besser. „Die Reise hat sich gelohnt“, freute sich der junge Mehrkämpfer.

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